Gigantisch: Neue Zahlen zum irren Datenboom in Deutschland

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Deutschland erlebt einen neuen Daten-Boom. Nicht nur zu Hause, sondern auch im Urlaub. Das zeigen neue Zahlen des Internet-Knotenpunktes DE-CIX. Vodafone hat unterdessen eine neue Analyse vorgelegt, die untermalt, welche Urlaubsregionen in Deutschland im Sommer 2021 besonders beliebt waren.
Frau mit einer Sonnenbrille blickt lachend auf ihr Smartphone.
Deutschland erlebt einen neuen Daten-Boom. Nicht nur zu Hause, sondern auch im Urlaub.Bildquelle: Carol Magalhães / Unsplash

Das Internet boomt. Immer mehr Inhalte wandern als digitale Datenpakete von A nach B. Vor allem Streaming-Plattformen treiben den Datenverkehr auf immer neue Rekorde. Deutlich abzulesen ist das unter anderem an den Traffic-Statistiken des Internetknotenpunktes DE-CIX in Frankfurt (Main). Vor allem die Coronapandemie hat dafür gesorgt, dass der Internetverkehr in den vergangenen Monaten deutlich zugenommen hat und Deutschland einen wahren Daten-Boom erlebt.

Der Internetverkehr steigt und steigt und steigt

Führende Manager namhafter Telekommunikationsanbieter predigen es gebetsmühlenartig: Der Internetverkehr wird in den kommenden Jahren immer weiter zunehmen. Telefónica Deutschland und andere Mobilfunknetzbetreiber lassen aufgrund der stark zunehmenden Datenmengen dezentrale und engmaschige Serverstrukturen errichten. Denn aktuell verdoppelt sich der durchschnittliche Datenumsatz pro Kunde im Mobilfunk etwa alle zwei Jahre.

Und dieser Trend wird sich eher noch verschärfen, als dass er abebbt. Denn nicht nur das Streaming von Filmen und Serien gewinnt immer mehr an Bedeutung. Auch andere Dienste wie Videotelefonie im Homeoffice oder auch Updates für Autos, die per Mobilfunk übertragen werden, werden immer häufiger genutzt. Und apropos Auto: Auch das autonome Fahren mit dem Pkw wird in Zukunft die Datenleitungen immer stärker auslasten und den Daten-Boom weiter forcieren.

Am deutschen Internet-Knoten in Frankfurt am Main (DE-CIX) lassen sich seit Ende 2020 immer neue Traffic-Spitzen ausmachen. Bereits mehrfach wurde dort ein Datenverkehr von mehr als 10 Terabit pro Sekunde gemessen. Erst am vergangenen Dienstag, als Bayern München in der UEFA Champions League gegen den FC Barcelona antrat, war es wieder einmal soweit. Etwa 10,4 Terabit pro Sekunde weist die DE-CIX-Statistik für die Zeit gegen 21 Uhr aus. Das entspricht einem neuen Rekordwert entsprechen. Grund: In Deutschland war das Spiel des FC Bayern nur im Internetstream bei Prime Video von Amazon zu sehen.

Weitere Traffic-Rekorde sind wegen des Daten-Booms nicht fern

Dass in Deutschland in den kommenden Wochen im Rahmen des aktuellen Daten-Booms weitere Traffic-Spitzen zu erwarten sind, gilt als sicher. Denn Prime Video überträgt am 28. September 2021 auch das Spiel von Borussia Dortmund gegen Sporting Lissabon und am 19. Oktober 2021 zudem das Gastspiel des BVB bei Ajax Amsterdam. Insgesamt 13 weitere Spiele werden in der Saison 2021/2022 noch folgen. Abhängig von der Paarung dürfte der Datenverkehr am DE-CIX wieder über die 10-Terabit-Marke springen. Vielleicht sogar am Wert von 11 Terabit pro Sekunde kratzen.

Und möglicherweise ist auch am 26. September 2021 mit einer hohen Auslastung am DE-CIX zu rechnen. Dann findet nämlich die nächste Bundestagswahl in Deutschland statt. Die meisten an Politik interessierten Wählerinnen und Wähler dürften zwar das lineare Fernsehen einschalten, um sich über aktuelle Prognosen und Hochrechnungen zu informieren. Wer aber unterwegs ist, dürfte ab 18 Uhr schnell das Smartphone zücken, um per Livestream bei ARD und ZDF informiert zu bleiben. Auch die Hauptnachrichten von „heute“ im ZDF um 19 Uhr und bei der „Tagesschau“ im Ersten um 20 Uhr dürften über das Internet stark nachgefragt sein.

Vodafone verrät: Hier surften die Deutschen im Sommerurlaub 2021 am meisten

Interessante Zahlen zum gegenwärtigen Daten-Boom hat auch Vodafone zur Verfügung gestellt. Der Netzbetreiber hat analysiert, in welchen Regionen Deutschlands das Sprach- und Datenvolumen in seinem Mobilfunknetz während der Sommerferien besonders stark gestiegen ist. Daran lässt sich unter anderem ablesen, wo die Deutschen besonders gerne Urlaub machten. Für die Auswertung wurde ein vierwöchiger Zeitraum zwischen dem 19. April 2021 und dem 19. Mai 2021 vor den Sommerferien und eine ebenso lange Zeitspanne innerhalb der Ferienzeit (30. Juni bis 30. Juli 2021) betrachtet.

Anders als im Jahr 2020, als das Allgäu im Süden Deutschlands als beliebteste Urlaubsregion der deutschen Vodafone-Kunden noch vorne lag, war es im Sommer 2021 die Region rund um die Ostsee ganz im Norden der Bundesrepublik. Hier legte das übertragene Datenvolumen im Beobachtungszeitraum um 61 Prozent zu. Dabei war die Region Nordost, die unter anderem Rügen und Usedom einschließt, mit einem Datenplus von 91 Prozent besonders beliebt. An der Nordseeküste kletterte das übertragene Datenvolumen im Schnitt um 38 Prozent. Während es in Ostfriesland um 50 Prozent zulegte, war es in Nordfriesland ein Plus von 29 Prozent.

Weitere Urlaubsregionen in Deutschland, in denen ein kräftiges Plus beim Sprach- und Datenvolumen im Vodafone-Netz festgestellt wurde: Garmisch-Partenkirchen (+26 Prozent), Bodensee (+24 Prozent) sowie Berchtesgaden und das Oberallgäu mit einem Plus von jeweils 15 Prozent.

Daten-Boom auch im Ausland: Wieder mehr Roaming-Verbindungen

Während das Gesamtdatenvolumen vor einem Jahr in der Urlaubszeit aufgrund des grassierenden Coronavirus deutschlandweit noch um neun Prozent zunahm, hat es in den Sommerferien 2021 sogar leicht abgenommen. Der Grund: Es haben wieder mehr Menschen ihren Urlaub im Ausland verbracht. Vor allem in Italien, Kroatien, Österreich, Spanien und in der Türkei verzeichnete Vodafone nach eigenen Angaben kräftige Roaming-Zuwächse.

„In diesem Jahr wollten die Deutschen vor allem wieder ans Meer, im Inland wie im Ausland“, sagt Vodafones Netz-Chef Guido Weissbrich. Im vergangenen Jahr lag die Priorität der Deutschen noch auf Wanderurlauben mit viel Abstand in den Bergen und an Seen. Die meisten Roaming-Verbindungen deutscher Vodafone-Kunden wurden 2020 in den benachbarten Niederlanden und in Österreich verzeichnet.

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