Gehört der E-Mobilität die Zukunft? Autos von VW machen es bald besser als jedes E-Auto

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Der Pkw-Hersteller Volkswagen arbeitet derzeitig mit dem Kraftwerk Tubes GmbH an einer Brennstoffzelle. Somit ist es vielleicht schon in kürzester Zeit möglich, mit einem Wasserstoffauto bis zu 2.000 Kilometer am Stück zufahren. Die Frage: Gehört dem E-Auto noch die Zukunft?
Vier VW e-up parken an Ladesäulen.
Große Überraschung: der VW e-Up ist das aktuell beliebteste E-Auto in Deutschland.Bildquelle: Volkswagen

In der Automobilindustrie sind für viele Hersteller einzig und allein Elektroautos die Zukunft. Aber auch wasserstoffbetriebene Fahrzeuge sind eine weiter umweltfreundlich Alternative. Zufolge von Business Insider solle der VW-Konzern an einem Brennstoffzellen-Antrieb mit dem Kraftwerk Tubes GmbH arbeiten. Dieser soll günstiger als die jetzige Technologie und Wasserstoffautos eine Reichweite von etwa 2.000 Kilometer bieten. Kraftwerk-Chef Sascha Kühn sagte Business Insider gegenüber: „Das läuft eigentlich immer so, dass wir die Kerntechnologie liefern und dann gemeinsam mit den Ingenieuren des Herstellers diese Weiterentwicklung und das Fahrzeug konzipieren.“

Bessere Technologie als rein elektrische Fahrzeuge?

Die konzipierte Brennstoffzelle von VW soll sich von der herkömmlichen Technologie abheben, die in Brennstoffzellen-Serienfahrzeugen von Hyundai und Toyota verbaut sind. „Der Hauptunterschied zu den Brennstoffzellen von Hyundai und Toyota ist, dass wir auf eine Keramikmembran statt üblichen Kunststoffmembran setzen. Das ist ein Riesenunterschied. Wir sind der einzige Hersteller dieser Technologie, der die Keramikmembran so produziert, dass die Brennstoffzelle schnell gestartet werden kann“, so Sascha Kühn. „Der große Vorteil unserer Lösung ist, dass sie im Vergleich zur polymeren Brennstoffzelle deutlich günstiger produziert werden kann und komplett ohne Platin auskommt.“

Dazu würden sich kostenintensive und aufwendige Systeme erübrigen. Denn die polymeren Brennstoffzellen benötigen keine Kunststoffmembranen zur Befeuchtung, um bei niedrigen Temperaturen einfriert und bei hohen Temperaturen austrocknet. Zugleich benötigt diese Art von Brennstoffzelle den kritischen Rohstoff Lithium nicht mehr, der im Großteil der vollelektrischen Fahrzeuge verbaut ist. „Lithium ist definitiv kein Weg. Die Feststoffbatterie wäre eine Option, die ist aber noch nicht so weit“, laut Kühn.

Ziele sind gesetzt – Marktstart ist aber noch ein wenig entfernt

Das Kraftwerk Tubes GmbH und der VW-Konzern haben schon ein Patent beantragt. Trotzdem versicherte die Tubes GmbH, dass sie nicht exklusiv für ein Unternehmen arbeiten. Unabhängig vom Hersteller sei es ihr Ziel, die Technologie bis 2026 in einem Serienfahrzeug einzusetzen. Das Kraftwerk will von bis zu 10.000 Serienfahrzeugen, verteilt auf mehrere Hersteller, produzieren.

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5 KOMMENTARE

  1. Michael

    „Kraftwerk-Chef Sascha Kühn sagte Business Insider gegenüber:“?
    Und dem, der vor Jahren hunderten Unterstützern bei Kickstarter Brennstoff-Ladegeräte verprochen hat, nach Amerika „auswanderte“ und dann Insolvenz anmeldete, dem glaubt man tatsächlich? Der redet genau so gern, wie er das Geld anderer Leute hat…

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  2. Michse

    Brennstoffzellen Autos SIND EAutos. Da wird lediglich eine kleinere Batterie statt von der Steckdose eben von einer Brennstoffzelle geladen. Das bringt im Vergleich zu einem batterieelektrischen keine wirklichen Vorteile, außer einer höheren Reichweite, die in der Realität kaum jemand braucht.
    Dafür muss man mindestens die dreifache Menge Strom pro km rechnen. Gleichzeitig haben wir nicht die Möglichkeit so viel grünen Wasserstoff zu produzieren. Und der ist erstmal für die Industrie wichtiger.
    Selbst einen Zeitvorteil beim Tanken gibt es nicht, weil ein Tankvorgang an der H2 Tankstelle etwa 30min dauert (Kompressor und Kühlung vorbereiten).
    in 30min hat man sein Model 3 am Supercharger V3 locker vollgeladen. Und das am Ende auch noch günstiger als mit Wasserstoff. Aktuell wird H2 vor allem aus Methan hergestellt. Relativ günstig unter normalen Umständen. Grüner Wasserstoff ist deutlich teurer. und selbst der Graue kostetsch fast 13€/km. Und man beauch knapp 1kg pro 100km.

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  3. Max König

    Bei der Wasserstoffgewinnung, Verflüssigung & Transport gehen 40% der Energie verloren, ebenso 10% bei Rückwandlung in Strom in der Brennstoffzelle.
    Eine aktuelle Batterie hat hingegen über 90% Effizient.

    Warum soll ich also fast das doppelte für die Energie bezahlen und dann wieder zur Tankstelle fahren, wenn ich meinen eigenen, viel billigeren Strom daheim vom Dach tanken kann.

    Wasserstoff/e-Fuels für das Auto ist eher eine Lobby-Idee der Öl- und Energiekonzerne, deren Geschäftsgrundlage durch PV, Wallbox und batterieelektrischem Auto massiv wegbricht! Für den Verbraucher lohnen wird sich das hingegen nie! !

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  4. Katfra

    Die Diskussion geht hier nicht gradlinig. Stromspeichern in Batterien hat sich nur für kurzfristige Speicherung erwiesen. Außerdem ist mir immer noch unklar, warum im PKW Wasserstoff auf 700 Bar verdichtet werden muß. Es gibt inzwischen viele andere Möglichkeit das Gas in gebundener Form zu transportieren. Alles nur auf Batterie zu setzen finde ich falsch. Die Entwicklungen haben erst begonnen. Man muss abwarten. Mit steigendem Strompreisen und fallenden Kraftstoffpreis werden für den armen Normalo wieder die Verbrenner lukrativ. Man kann nicht alles mit dem ökonomischen Moment begründen.

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  5. Maier

    Der Zug mit Wasserstoff in der Mobilität ist abgefahren. Durch die Verweigerung der e-Mobilität hängen sich unsere Autohersteller immer mehr von dieser Technologie ab. Dadurch wird der Vorsprung von Tesla immer größer. Selbst im LKW Bereich schlägt die Batterie den Wasserstoff LKW im Preis. Bei Gewicht und Reichweite sind beide in etwa gleich. Tesla hat seinen LKW schon im Versuchsbetrieb. Das Laden kann im Stillstand vonstatten gehen, vielleicht auch im Fahren über Oberleitungen. H2 Autos müssen immer eine Tankstelle anfahren. Für den Verkehr nimmt man direkt den Strom. Man kann durch gesteuertes, geschicktes Laden über Nacht, am Wochenende das Netz stabilisieren. Den H2 aus Strom brauchen wir für die Industrie, weil dort oft keine Alternative besteht.

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