Gefährliche Mängel: Rückruf bei Deutschlands kleinstem Elektroauto

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Der Stadtflitzer e.Go Life muss in die Werkstatt. Und zwar weil an dem kleinen Elektroauto gleich drei mitunter gefährliche Mängel entdeckt worden sind. Der entsprechende Rückruf ist bereits angelaufen.
e.Go Life in Weiß fährt auf einer Landstraße
Rückruf: Der e.Go Life muss wegen Mängeln in die Werkstatt.Bildquelle: Next.e.Go Mobile SE

Rückrufe wegen Produktmängeln sind für kein Unternehmen eine angenehme Angelegenheit. Sie ramponieren nicht nur das Image, sondern sind mitunter auch teuer. Jetzt hat es auch eines der kleinsten Elektroautos Deutschlands erwischt, den e.Go Life. Die Rückrufdatenbank des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) listet beim e.Go Life gleich drei neu entdeckte Mängel auf. Und die können potenziell sogar richtig gefährlich werden. Zuerst hatte das Fachportal Kfz-Rueckrufe.de darüber berichtet.

Drei Mängel am e.Go Life

Für Martin C. Klein, erst seit dem 1. Dezember neuer Chef von e.Go und Nachfolger des Firmengründers Günther Schuh, hätte der Auftakt in seinem neuen Job wohl kaum prickelnder ausfallen können. Kaum im Amt muss er sich dem ersten offiziellen Rückrufprogramm des Herstellers aus Aachen annehmen. Es wird beim KBA unter der Referenznummer 011028 geführt und trägt bei e.Go selbst drei Herstellercodes:

  • Airbag SA 20/016
  • Feststellbremse SA 20/028
  • Fronthaube SA 20/029

Und damit ist auch gleich verraten, um welches Probleme es sich bei der neuen Rückrufaktion im Detail handelt. Kfz-Rueckrufe.de berichtet unter Berufung auf eine e.Go-Sprecherin, dass es im Extremfall dazu kommen könne, dass der Beifahrerairbag bei sehr hohen oder sehr niedrigen Temperaturen ausfalle. Zudem sei es möglich, dass wegen Korrosions- oder Frostbildung die Seilzüge der Feststellbremse klemmen. Die Folge: unkontrolliertes Wegrollen des Fahrzeugs. Ebenfalls nicht ohne: Die Verriegelung der Fronthaube kann im Falle unsachgemäßer Bedienung versagen und sich öffnen – auch während der Fahrt.

Folgende Maßnahmen sind notwendig

Betroffen sind Fahrzeuge, die der Hersteller zwischen 2019 und 2020 gebaut hat. Laut KBA 750 an der Zahl. Im Rahmen des nun angelaufenen Rückrufprogramms werden bei Servicepartnern von e.Go die Handbremsseile ausgetauscht, die Fixierung der Fronthaube umgebaut und der Beifahrer-Airbag ausgetauscht. Das dauert dem Vernehmen nach bei jedem Fahrzeug etwa acht Stunden.

e.Go hat seinen Ursprung an der RWTH Aachen. Die ausgegliederte Herstellerfirma hatte aber immer wieder mit Problemen zu kämpfen, was zunächst in einem Schutzschirmverfahren und Mitte 2020 schließlich auch infolge der Coronapandemie und daraus resultierenden Lieferschwierigkeiten in der Insolvenz endete. Im August 2020 fand sich ein Investor aus den Niederlanden, mit dessen Hilfe die Produktion wieder aufgenommen werden konnte. Seitdem firmiert e.Go offiziell unter dem Namen Next.e.Go Mobile SE.

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