Gaspreis: Neue Umlagen sorgen für noch höhere Kosten

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Keine guten Nachrichten vom deutschen Gasmarkt. Zwei bisher weitgehend unbekannte Umlagen treiben den Gaspreis weiter in die Höhe. Deutsche Haushalte mit Erdgasanschluss müssen sich entsprechend auf weiter steigende Kosten einstellen.
Mann runzelt über einer Rechnung die Stirn.
Der Gaspreis steigt und steigt - und zwei neue Umlagen, werden die Rechnungssummen für Gaskunden noch weiter in die Höhe treiben.Bildquelle: fizkes / ShutterStock.com

Der Gaspreis kennt im Moment nur eine Richtung: nach oben. Und nachdem vergangene Woche die Höhe der von der Bundesregierung zur Stabilisierung des Gasmarktes eingeführte Gasumlage bekannt wurde, zeichnet sich jetzt neues Unheil ab. Zumindest für alle Gaskunden.

Weitere Umlagen treiben den Gaspreis

Denn sie müssen ab Oktober noch mehr zahlen, als bisher bekannt war. Und zwar in Summe zusätzlich zu den bisher kommunizierten 2,419 Cent pro Kilowattstunde (kWh) noch einmal 0,629 Cent je kWh mehr. Klingt auf den ersten Blick nach nicht viel. Stellt man aber einfache Berechnungen für unterschiedliche Haushaltsgrößen auf, ändert sich dieser Eindruck recht schnell. Dann sind pro Jahr nämlich die folgenden Zusatzkosten einzukalkulieren:

  • 40 m² Wohnfläche ca. 35 Euro (5.600 kWh)
  • 60 m² Wohnfläche ca. 53 Euro (8.400 kWh)
  • 80 m² Wohnfläche ca. 70 Euro (11.200 kWh)
  • 100 m² Wohnfläche ca. 88 Euro (14.000 kWh)
  • 120 m² Wohnfläche ca. 113 Euro (18.000 kWh)
  • 140 m² Wohnfläche ca. 132 Euro (21.000 kWh)
  • 160 m² Wohnfläche ca. 151 Euro (24.000 kWh)
  • 180 m² Wohnfläche ca. 170 Euro (27.000 kWh)

Konkret setzten sich die jetzt bekannt gewordenen, zusätzlichen Belastungen aus zwei Komponenten zusammen. Zum einen aus einer sogenannten Bilanzierungsumlage (0,57 Cent pro kWh), zum anderen aus einer Gasspeicherumlage (0,059 Cent pro kWh). Das geht aus einer Mitteilung der Trading Hub Europe (THE) hervor. Zu den oben genannten Extrakosten kommen in einer Wohnung mit einem Verbrauch von 13.333 kWh noch 252 bis 303 Euro klassische Gasumlage hinzu. In einem Einfamilienhaus sind es sogar 378 bis 434 Euro, die zusätzlich zum Gaspreis zu zahlen sind.

Mehrwertsteuersenkung gleich Höhe der Umlagen nicht aus

Erst vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass die Bundesregierung eine Reduzierung der Mehrwertsteuer anstrebt. Nicht nur auf die neuen Umlagen, sondern vielmehr auf den gesamten Gaspreis. Dass die Senkung der Mehrwertsteuer jedoch die Höhe der Umlagen ausgleicht, hat sich als Trugschluss erwiesen. Und von Gazprom ist inzwischen zu hören, dass sich der Gaspreis selbst bis zum Winter noch deutlich verteuern wird.

Für jeden mit Erdgas versorgten Haushalt kann es deswegen nur ein Ziel geben: Schon jetzt finanzielle Rücklagen bilden, um die immer weiter steigenden Kosten später auch bezahlen zu können. Denn erste Energieversorger verschicken in diesen Tagen Informationsschreiben an ihre Kunden, in denen sie die ab Oktober geltenden neuen Preise verkünden. Der Redaktion von inside digital liegt beispielsweise ein Schreiben vor, in dem die Vattenfall-Tochter Enpure eine Erhöhung des Gaspreises um fast 350 (!) Prozent ankündigt – von 5,16 Cent pro kWh auf 23,15 Cent je kWh.

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3 KOMMENTARE

  1. Faust

    Und vernünftig mit Energieträger umzugehen fehlt am Grips?
    Die „blöden“ Russen haben schon seit Jahrzehnten zwei Tarife, damit Nachtüberschuss vernünftig benutzt werden kann. Jede Waschmaschine hat ein Programm, fast jeder Bürger könnte billigeren Strom für Kochen, baden, waschen benutzen – aber nicht in Deutschland, MwSt ist heilig und darf nicht verringert werden, egal die Umweltauswirkungen.
    Wie haben die Grünen die Planke von 5% überschritten? Eines Tages hat claudia w rot ihre Stricksachen auf die Seite gelegt und wirklich klugen Gedanken (was bei grünen eigentlich nicht oft der Fall ist).
    Also, dem Gedanken nach muss Autosteuer voll auf den Spritpreis umgelegt werden. Die Stimmen haben sie bekommen und sofort darüber vergessen. Und so zwei Mal…
    Entfernungspauschale – klimavernichter! Statt den Umzug zur Arbeitsstelle attraktiv zu machen, wird diese ständig erhöht.
    Nach dem Stand der Technik schon seit Jahrzehnten könnte in jeder Wohnung so eine Art Ampel hängen: grün – Stromüberschuss und entsprechend am billigsten, gelb – Normaltarif, rot – Stromnetz überlastet Strom am teuersten.
    Wo sind Zuschüsse für Balkonkraftwerk? Warum für heißes Wasser wird teurer Strom verheizt, obwohl in jedem Badezimmer eine drei Mal billigere Heizwäerme vorhanden ist? Es gibt hunderte Aspekte, wie man die Umwelt schützen kann. Denken Sie, dass im Bundestag keiner versteht das? MwSt!!! Entweder Umweltschutz oder leere Sozialkassen. Von Appetitreduzierung keine Rede. Wer braucht solche grüne??? Nu ja, die fahren ihre dicken Autos, sie wissen es nicht, dass die Stadt-Busse die Luft befördern.
    Und so laufen wir glücklich und gemeinsam gegen die Wand, eigentlich, schon da angekommen

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  2. Frei

    Tipp um Heizkosten zu sparen:
    Sucht mal nach „dezentrale lüftung mit wärmerückgewinnung“.
    Geeignet auch für „Kälte- Gewinnung“, gut für aktuelle heiße Tage.
    Am besten zwei solche Geräte im Gegentakt.
    Aber achtet auf die Preise, die sehr stark schwanken, zwischen 100 und 1000 €.
    https://www.ebay.de/sch/i.html?_nkw=Dezentrale+L%C3%BCftung+mit+W%C3%A4rmer%C3%BCckgewinnung&_sacat=0&_sop=15

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    • Frei

      PS: Und wer die Zeit dafür hat, der kann die kalte Jahreszeit im in warmen Regionen, z.B. auf Teneriffa oder in Thailand überwintern.
      Tipp: Bali ist auch sehr preiswert. Mit Hilton Diamond Card, eine Übernachtung für zwei Personen mit Frühstück für 17,60 €. Aber die Flüge dorthin und zurück sind recht teuer.

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