Unglaublicher Fotorealismus: Forschungsprojekt offenbart die Zukunft des Gamings

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Die Grafik in Spielen hat sich in den vergangenen Jahrzehnten enorm weiterentwickelt. Doch mit echten Videoaufnahmen kann der Ingame-Look bisher noch nicht mithalten. „Bisher“ ist dabei jedoch das Stichwort, denn die Ergebnisse eines aktuellen Forschungsprojekts wirken überaus vielversprechend.
Gaming
Fotorealistische OptikBildquelle: Intel Labs

Im Jahr 1993 ging ein Raunen durch die Gaming-Landschaft, als der Klassiker Doom Gamer weltweit mit seiner 3D-Grafik begeisterte. Die damaligen Spieleentwickler hätten sich wahrscheinlich nicht zu träumen gewagt, dass die Grafik in Spielen eines Tages auf einem solch hohen Niveau sein könnte, wie es heute der Fall ist. Doch der aktuelle Stand der Technik könnte schon in naher Zukunft meilenweit überholt sein. Darauf deutet zumindest ein kürzlich veröffentlichtes Video hin, das im Rahmen eines aktuellen Forschungsprojekts entstand.

Eine Grafik-Revolution?

Forscher des Intel Labs haben die Ergebnisse ihres Grafik-Projekts veröffentlicht – und diese können sich im wahrsten Sinne des Wortes sehen lassen. Das Team feilte an einer Technik, die die künstliche Intelligenz zur Verbesserung der Grafikeigenschaften von Spielen nutzen. Dabei bedienen sich die Algorithmen Datenbanken mit echten Straßenaufnahmen (Stichwort: maschinelles Lernen), um die Optik der Spiele entsprechend fotorealistisch anzupassen.

Neu ist diese Vorgehensweise zwar nicht, doch bisher sorgten ähnliche Technologien unter anderem für flackernde Bilder, willkürlich erzeugte Artefakten wie beispielsweise Bäume oder sie waren schlichtweg zu langsam für eine praktische Anwendung. Das neue System könne nach Angaben der Forscher dagegen ohne grobe Fehler für einen realistischeren Look sorgen.

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Getestet wurde der neue Ansatz am beliebten Rockstar-Spiel Grand Theft Auto V (GTA V). Dieses kam erstmals Ende 2013 auf den Markt und begeisterte Gamer unter anderem auch mit einer guten Grafik. Im direkten Vergleich mit der Intel Labs-Optik erinnert diese allerdings beinahe schon wieder an Doom. Wer sich angesichts der im Video gezeigten, fotorealistischen Bilder bereits die Hände aneinander reibt und auf einen entsprechenden Mod hofft, wird allerdings enttäuscht werden. Denn eine Marktreife hat die Technologie bisher noch nicht erreicht. Und dafür gibt es gleich mehrere Gründe.

Verbliebene Herausforderungen

Aktuell verhindern aus technischer Sicht vor allem zwei größere Probleme den breiten Einsatz der Technologie. Zunächst einmal scheinen selbst sehr leistungsstarke Grafikkarten angesichts der erforderten Rechenleistung an ihre Grenzen zu stoßen. Weiterhin benötigt die künstliche Intelligenz Datensätze mit echten Aufnahmen, die die Algorithmen anschließend analysieren. Während Straßenbilder in ausreichendem Maße verfügbar sind, stellen Bilder von Innenräumen eine Mangelware dar. Im Spiel würde sich die Grafik somit drastisch verschlechtern, sobald man als Gamer beispielsweise ein Gebäude betritt.

Die genannten Probleme sind ernst zu nehmend, jedoch alles andere als eine Sackgasse. So gehen die Forscher davon aus, dass Entwickler die angewandte Methode in Zukunft direkt in Game Engines integrieren könnten. Das würde die Prozesse effizienter gestalten und auch die Innenraum-Datenbanken dürften mit der Zeit an Umfang gewinnen. Unterm Strich scheint die Frage also nicht „ob“, sondern „wann“ fotorealistische Spiele in den Handel kommen zu lauten.

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