Gamescom 2019: Google Stadia für Mobile Games? Das ist Hatch

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Es klingt wie eine Mischung aus dem Cloud Gaming Dienst Stadia von Google und Apple Arcade. Jedoch sieht sich Hatch, eine Tochtergesellschaft der „Angry Birds“-Macher Rovio Entertainment, mehr als eine soziale Gaming-Plattform. Im Gespräch auf der Gamescom 2019 erklärt der Streaming-Dienst, warum man lieber streamen anstatt herunterladen sollte und wie wichtig 5G für die Zukunft ist.
Bildquelle: Hatch

„Cloud-Gaming: Vodafone und Hatch starten ersten Spieledienst für 5G“ tickerte der Düsseldorfer Netzbetreiber Vodafone pünktlich zum Start der Gamescom 2019. So ganz richtig ist das nicht. Denn der Anbieter tritt nur als Partner von „Hatch“ in Deutschland auf. So erhalten alle Kunden des Unternehmens die Möglichkeit, den Dienst der App drei Monate lang kostenlos zu testen. Auch wurde „Hatch“ nicht von Vodafone gestartet, sondern gründete sich 2016 in Helsinki als Tochtergesellschaft von Rovio Entertainment, den Erfindern von „Angry Birds“.

Hatch - Premium-Games on demand
Hatch - Premium-Games on demand

Doch was ist „Hatch“ überhaupt? Es handelt sich dabei um einen Cloud-Gaming-Dienst für Mobile Games. Das bedeutet, dass die mobilen Spiele nicht als App auf dem Smartphone liegen, sondern aus dem Internet direkt auf das Handy kommen. Rund 200 Titel bietet „Hatch“ zum Streamen an. Das klingt im ersten Moment wie eine Mischung aus Google Stadia und Apples Arcade. Joseph Knowles, Direktor der Kommunikation bei Hatch, sieht es jedoch etwas anders, wie er im Gespräch auf der Gamescom 2019 gegenüber inside digital verrät: „Wir sehen uns nicht als Konkurrenz zu Apple Arcade. Und im Unterschied zu Googles Stadia denken wir ‚mobile first‘ – sprich bei uns steht das Smartphone im Mittelpunkt.“

Für 7 Euro im Monat mehr als 200 Spiele zocken

So ganz falsch liegt man jedoch auch nicht, wenn man die beiden großen Namen auf dem Markt heranzieht, um das Prinzip von „Hatch“ zu erklären. So können Nutzer Hatch einerseits kostenlos testen. Dann haben sie Zugriff auf rund 20 Spiele und können diese direkt auf ihr Smartphone streamen. Dazu gehören ausschließlich Premium-Games wie „Cultist Simulator“, „Horizon Chase“ oder „Riptide GP: Renegade“. Im Play Store von Google kosten die Titel zwischen 3,50 Euro und 7 Euro. Andererseits gibt es auch einen Premium-Zugang für knapp 7 Euro im Monat, der den kompletten Katalog an Spielen freischaltet. Rund 200 Titel sind es aktuell, die Nutzer dann auf ihr Handy streamen können.

Cultist Simulator
Cultist Simulator
Entwickler: Playdigious
Preis: 6,99 €
Die App konnte im App Store nicht gefunden werden. 🙁

Die Anforderungen an das Internet sind bei „Hatch“ ziemlich moderat. Für einen problemlosen Games-Stream wird eine Verbindung von 2,5 Mbit/s empfohlen. Diese geringe Bandbreite erreicht „Hatch“ dank einer Streaming-Technik namens command streaming. Dies bedeutet in aller Kürze, dass nur ein Teil der Rechenleistung für das Spiel auf den Server ausgelagert wird. Ein anderer Teil, die Grafikarbeit, findet im Smartphone statt. Dies ermöglicht es, die erforderliche Bandbreite gering zu halten.

Hatch: Darum lohnt es sich, Spiele zu streamen

Auf die Frage, warum man überhaupt einen Streaming-Dienst für Mobile Games braucht, antwortet Knowles: „Einerseits würden nicht alle Titel von Hatch auf ein Smartphone passen. Andererseits spielt aber auch der soziale Aspekt bei unserer Plattform eine wichtige Rolle.“ Die Betreiber der App stellen vor allem die zwischenmenschliche Komponente des Dienstes in den Vordergrund. So sei es dank „Hatch“ kein Problem, Freunde zum Spielen einzuladen. Darüber hinaus gibt es noch Leaderbords, auf denen sich Nutzer mit anderen vergleichen können.

In Zeiten von Cloud Gaming und 5G scheint ein Dienst wie „Hatch“ der nächste logische Schritt zu sein: „Wir sind jetzt auf fast allen großen westeuropäischen Märkten vertreten. Für viele Netzbetreiber sind wir ein gutes Beispiel, wie man das 5G-Netz vermarkten kann“, erklärt Knowles. Vodafones „ersten Spieledienst für 5G“ hält er jedoch für etwas verwirrend. Denn „Hatch“ läuft auch ganz problemlos mit LTE. Joseph Knowels erklärt: „Bandbreite und Latenz spielt eine wichtige Rolle beim Streaming von Games. 5G ist deshalb besonders wichtig, weil es das Netzwerk ‚aufräumt‘ und die Latenz niedrig hält. In Finnland testen wir Hatch seit drei Jahren mit LTE. Das hat auch gereicht. Aber mit 5G wird es noch ein Stück weit besser.“

„Hatch“ ist aktuell in Deutschland für Android verfügbar. Eine kostenlose Mitgliedschaft gibt es für alle Nutzer, das drei Monate gültige Probeabo gibt es jedoch aktuell nur bei Vodafone. Auf iOS soll der Dienst erst dann starten, wenn Apple ein 5G-Handy veröffentlicht. Dies könnte also noch etwas dauern.

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2 KOMMENTARE

  1. Der Titel sagt schon viel über das Fachwissen des Autors. Stadia ist Gaming für alle, also auch mobile Endgeräte! Ihr solltet das „Inside“ streichen lol

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