Fußball-WM: Darum sieht dein Nachbar das Tor 42 Sekunden früher

3 Minuten
Auch wenn die FIFA-WM in diesem Jahr nicht für die Euphorie sorgt, wie vergangene Weltmeisterschaften – viele werden die Spiele dennoch verfolgen. Zum heutigen Deutschland-Spiel stellt sich daher erstmals die Frage: Wo sehe ich das Tor, bevor meine Nachbarn jubeln?
FIFA WM 2022 bei Magenta TV
FIFA WM 2022 bei Magenta TVBildquelle: Thorsten Neuhetzki / inside digital

Um 14 Uhr ist Anstoß bei der Fußball-WM beim Spiel gegen Japan. Zwar werden bei Temperaturen knapp über null Grad in Deutschland wohl deutlich mehr Fenster geschlossen sein, als es im Sommer der Fall wäre – dennoch wird es auch heute das bekannte Phänomen geben. Die Nachbarn jubeln schon während bei dir noch der Angriff läuft.

Kabel, Satellit, Antenne, Livestream, TV-Streaming-Dienste und IPTV

Dass das Bildsignal und damit das Tor auf dem einen Fernseher eher zu sehen ist, als auf dem anderen, liegt an den verschiedenen Empfangswegen. Immerhin kannst du in Deutschland inzwischen über Kabel, Satellit, Antenne, Livestream, TV-Streaming-Diensten und IPTV die Spiele sehen. Und bei jedem Empfangsweg gibt es andere Signalwege und Signallaufzeiten, zwischen denen teils viele Sekunden liegen.

Das Münchner Unternehmen veed analystics hat sich im Vorfeld der WM 2022 die verschiedenen Empfangswege angesehen und ausgewertet. Das Resultat: Wenn du über Satellit (DVB-S2), Kabel (DVB-C) oder IPTV (Nicht Stream!) zuschaust, siehst du die Tore als erstes. Setzt du allerdings auf TVStreaming (OTT) dann jubelst du deutlich später.

Fußball-WM: Bis zu 42 Sekunden Unterschied

veed analytics hat für den Latenztest die Satellitenübertragung als Referenzsignal genutzt. Knapp dahinter – mit nur drei bis vier Sekunden Verzögerung – schauen demnach Kabel-TV-Kunden von Vodafone und klassische IPTV-Nutzer der Telekom fern. Bei den Streaming-Diensten von waipu.tv, Zattoo, Sky über IP, Magenta TV (OTT) oder Giga TV per App lag die Differenz zwischen TV-Bild und dem Satellitensignal bei bis zu 42 Sekunden.

Interessant bei den Streaming-Diensten: Am besten schnitten bei den OTT-Angeboten die Apps auf dem iPad ab, wohingegen OTT-Boxen wie MagentaTV One oder Sky Q über IP weitere Verzögerungen zeigten. Das eigentlich gut laufende IPTV-Signal der Telekom gibt es indes faktisch nur noch für Bestandskunden. Die dahinter stehende Übertragungstechnik Multicast, die nur im eigenen Telekom-Netz funktioniert, hat man faktisch eingestellt bei der Neukundenvermarktung. Jetzt setzt man auf Unicast, das zwar in allen Netzen zur Verfügung steht, aber nicht besonders gesichert und priorisiert ist. Die Telekom hat als einziger die Rechte, alle Spiele der WM zu zeigen und überträgt als einziger Anbieter über Magenta TV auch alle Spiele in UHD.

Das Ergebnis des Latenztests sei nur eine Momentaufnahme, räumt veed analytics ein. Die Messwerte können vor allem bei den internetbasierten OTT-Diensten von mehreren Faktoren abhängig sein und unterscheiden sich nach Zeitpunkt, Gerät und Internetanbieter. Auch eine Optimierung während der laufenden WM sei denkbar.

Und was sagst du?

Bitte gib Dein Kommentar ein!
Bitte gibt deinen Namen hier ein