Foxconn lässt Kinder Amazons Alexa-Geräte in Nachtschichten produzieren

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Foxconn ist nicht nur einer der Hauptproduzenten von Apples iPhone, sondern stellt auch Elektronik-Geräte für andere Anbieter her. Unter anderem werden auch Amazons smarte Lautsprecher mit Alexa dort produziert. Jetzt stellt sich heraus, dass Foxconn dabei Kinder ausnutzt.
Arbeiter in einem Werk von Foxconn
Bildquelle: Apple

China wird häufig als die Werkbank der Welt bezeichnet. Die Löhne sind vergleichsweise gering und die Produktionsbedingungen für heimische Hersteller hervorragend. Das liegt vor allem an den hochtrabenden Plänen der chinesischen Führung und laxen Regeln bei den Arbeitsbedingungen. Die Schattenseiten sind häufig nicht sichtbar, da vieles hinter verschlossenen Türen und außerhalb der Öffentlichkeit geschieht. Foxconn ist dabei ein Paradebeispiel, wie in China mit Arbeitnehmern umgegangen wird. Der Hersteller sah sich schon öfter in der Kritik. Unter anderem, weil sich reihenweise Mitarbeiter selbst in den Tod stürzten. Jetzt berichtet „The Guardian„, dass Foxconn Kinder nötigt, Überstunden und Nachtschichten zu schieben. Der Kunde ist dabei Amazon.

Amazon Alexa wird von Praktikanten produziert

Der Vorwurf der englischen Tageszeitung, die sich unter anderem auf Informationen von chinalaborwatch beruft, hat Amazon aufgeschreckt. Hunderte Praktikanten, rekrutiert aus den Schulen in der Umgebung der Produktionsstätten, müssen Überstunden und Nachtschichten schieben. Das ist in China illegal. Der Skandal geht jedoch tiefer. Laut chinalaborwatch wurden bis Ende Juli 2019 über 1.500 Schüler als Praktikanten in der Produktion eingesetzt. Sechs Tage die Woche arbeiteten einige bis zu zehn Stunden pro Tag. Wer sich dagegen wehrt, bekommt Druck von Lehrern und wird mit der Kündigung bedroht. Doch warum lassen Lehrer das zu?

Schulen verdienen an Praktikantenarbeit für Amazon

Das Gehalt der Schüler beträgt weit unter 2 Dollar pro Stunde. Doch Foxconn honoriert vor allem die Schulen, aus denen die Arbeitskräfte kommen. Laut Quelle bekommt die jeweilige Schule 0,42 Dollar pro geleisteter Praktikanten-Stunde.

Amazons Reaktion auf die Vorwürfe klingt verhalten.“ The Guardian“ zitiert einen Amazon-Sprecher mit den Worten: If we find violations, we take appropriate steps, including requesting immediate corrective action. Wenn Amazon also Verstöße feststellen sollte, würden Maßnahmen ergriffen. Darunter auch die Aufforderung an Foxconn, die Missstände zu beseitigen. Nach einem ernsthaften Eingreifen klingt diese Aussage nicht.

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