Forderung nach Zerschlagung von Amazon aus Politik und Wirtschaft

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Amazon ist der Inbegriff für das Einkaufen im Internet geworden. Das gefällt natürlich nicht jedem. Und so gibt es nun sogar Überlegungen, Amazon von politischer Seite aus zu zerschlagen. Hintergrund ist, dass Amazon nicht nur Händler ist, sondern auch eine Plattform für Händler.
Amazon Logistikzentrum Leipzig
Bildquelle: Amazon

Der digitalpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Jens Zimmermann, hat vor einer Übermacht des US-Internetkonzerns Amazon gewarnt und eine Zerschlagung ins Spiel gebracht. Das berichtet das Handelsblatt. Hintergrund für diese Gedankenspiele ist, dass Amazon als Händler auf seinem eigenen Marketplace direkt in Wettbewerb zu anderen Händlern tritt. Womöglich nutze Amazon die Kundendaten dieser Händler wettbewerbswidrig, um das eigene Geschäft voranzutreiben.

„Angesichts des noch immer rasanten Wachstums des Unternehmens, sollte man das Instrument der Zerschlagung als realistisches Szenario betrachten, auch wenn es nicht der erste Schritt sein kann“, sagte Zimmermann dem Handelsblatt. Der Bundestagsabgeordnete fürchtet sonst auf lange Sicht negative Effekte auch für Verbraucher. Daher sei es wichtig gegen Wettbewerbsverzerrungen durch Amazon vorzugehen.

Kleine Unternehmen von Plattformen wie Amazon abhängig

„Es ist nicht absehbar, dass sich die Lage von sich aus wieder entspannt“, sagte Dieter Janecek dem Handelsblatt. Janecek ist Digitalpolitiker der Grünen und plädiert für harte staatliche Maßnahmen. Daher spricht er sich dafür aus, Amazon dazu zu zwingen, die Geschäftsbereiche Amazon Retail – also dem eigenen Versandgeschäft – und Amazon Marketplace voneinander zu trennen.

Um zu verhindern, dass sich die Marktmacht erneut in den Händen eines einzigen Konzerns konzentriert, schlägt Janecek vor, großen Digitalplattformen prinzipiell zu verbieten, zugleich als Betreiber eines Marktplatzes und als Anbieter von Gütern und Dienstleistungen zu fungieren.

Auch der deutsche Mittelstand lehnt sich dem Bericht zufolge gegen Amazon auf. Einer Studie im Auftrag des deutschen Mittelstandsverbund ZGV zufolge verzerrt die Verlagerung des Einzelhandels ins Internet den Wettbewerb. Der Grund: Gerade kleine und mittlere Unternehmen sind immer mehr von den großen Plattformen abhängig, können aber nicht von deren Daten profitieren, wie sie es selber tun. Auch hier ist die Zerschlagung eine der möglichen Optionen.

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