Großer Test: Unitymedia hat das beste Festnetz

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Festnetz Symbolbild
Bildquelle: Vodafone
Überraschung im großen Festnetz-Test der Fachzeitschrift "connect": Nicht die Deutsche Telekom hat den Sieg abgeräumt, sondern der Kabelnetzbetreiber Unitymedia. Der Test wurde zum zehnten Mal in enger Kooperation mit den Messspezialisten von Zafaco durchgeführt, die Test-Anschlüsse in 52 Städten betreiben. 

Um den Sieger des Festnetz-Tests finden zu können, nahmen automatisierte Testsysteme im Mai und Juni dieses Jahres insgesamt rund 4,6 Millionen Messungen in den Disziplinen „Sprache“ (Telefonie), „Highspeed-Internet“ (Daten- und Fehlerraten) und „Web-Services & Web-TV“ (Aufruf von Webseiten, Gaming-Servern, Foto-Uploads und TV über das Internet) vor.

Netztest unter verschärften Bedingungen

Gegenüber dem Vorjahr wurden die Anforderungen nochmals verschärft und an die technische Entwicklung angepasst, heißt es in einer Mitteilung der Tester. Eine wichtige Neuerung war die Erweiterung durch Crowdsourcing-Analysen. Sie wurden für die 107 Stadtkreise und kreisfreien Städte Deutschlands durchgeführt.

Unitymedia konnte seine Ergebnisse aus dem Vorjahr deutlich steigern und sprang von Platz 3 an die Spitze des Festnetz-Tests. Erreicht wurde das unter anderem durch deutlich verbesserte Telefonie-Werte. Gut schnitt Unitymedia auch bei den Messungen im Bereich des Highspeed-Internets ab. Die entscheidenden Punkte machte Unitymedia aber in der Crowdsourcing-Disziplin mit dem besten Ergebnis im gesamten Testfeld.

Telekom und 1&1 auch auf dem Podium – mit ähnlich guten Werten

Für die Telekom – im Jahr 2018 noch Sieger im Festnetztest der „connect“ – reichte es nur zu Platz 2. Da half auch das beste Ergebnis im Telefonie-Segment nichts. Mäßig schnitt die Telekom vor allem beim Verhältnis der gemessenen Upload-Datenraten zum vertraglich vereinbarten Wert ab. Auch erstaunlich: Das Web-TV-Angebot der Deutschen Telekom (Magenta TV) stuften die Tester als „durchwachsen“ ein.

1&1 erreichte den dritten Platz (Vorjahr Platz 2). Unter anderem wegen eines überzeugend schnellen Verbindungsaufbaus bei Anrufen. Auch bei Internet-Verbindungen konnte 1&1 punkten. Nur Mittelmaß: die Crowdsourcing-Werte.

Alle drei Top-Platzierten erreichten in der Performance die Endnote „sehr gut“. Das gilt auch für den Viertplatzierten Telefónica (O2), der sich im Vorjahr auf dem gleichen Platz wiederfand, aber damals nur mit einem „gut“ bewertet wurde. Gute Resultate im Bereich der Sprach-Telefonie und bei Internet-Verbindungen waren für das verbesserte Ergebnis ausschlaggebend. Eine noch bessere Bewertung verhinderten Schwächen bei den gelieferten Upload-Bandbreiten.

Vodafone erreichte in diesem Jahr ein „gut“ und sicherte sich wie im Vorjahr den fünften Platz. Während Telefonie im Vodafone-Netz gut funktioniert, sind Datenverbindungen laut „connect“-Urteil verbesserungswürdig. Vor allem geringe Upload-Bandbreiten sorgten im Test für Kritik. Und: Im Bereich Web-TV musste Vodafone das schwächste Teilergebnis unter allen getesteten Anbietern hinnehmen.

Diese Stadtnetzbetreiber haben die besten Festnetz-Anschlüsse

Bei den Stadtnetzbetreibern gewann zum vierten Mal in Folge M-Net. Endnote: sehr gut. In der Telefonie-Wertung erreichte der Anbieter gemeinsam mit Telefónica den zweien Platz – nur die Telekom war hier besser. Bei den Datenmessungen war M-Net gemeinsam mit 1&1 sogar stärkster Anbieter. Bei den Crowdsourcing-Ergebnissen landete M-Net aber nur im Mittelfeld.

EWE und NetCologne staubten in der Endnote ein „gut“ ab und belegten die Plätze zwei und drei. EWE und Unitymedia bescheinigten die Tester dabei Schwächen bei der Telefonie. Verbindungsaufbauzeiten, Sprachlaufzeiten, Sprachqualität und Fehlerraten waren laut Analysen der Tester nicht optimal. Die Ergebnisse im Bereich Highspeed-Internet lagen im Durchschnitt, beim Crowdsourcing waren die Ergebnisse hingegen gut.

Für Pyur (Tele Columbus) reichte es nur zu einem „befriedigend“ und damit Platz 4. Das lag vor allem an schlechten Ergebnissen bei den Sprachmessungen.

Quellen:

Bildquellen:

  • Mann und Kind vor Notebook: Vodafone
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Hayo liebt Technik seit vielen Jahren. Bereits 2002, in der Pre-Smartphone-Ära, startete er im Technik-Journalismus durch. Heute ist Hayo nicht nur Feuer und Flamme für die besten Serien bei Prime Video und Sky - ein Netflix-Abo hat er nicht - sondern auch für alles, was mit elektrifiziertem Fahren zu tun hat. Und damit sind nicht nur die ICE- und IC-Züge der Deutschen Bahn gemeint, die er im Pendelverkehr zwischen seiner Heimat Münster und der Redaktion von inside digital vor den Türen Kölns mehrmals wöchentlich besteigt, sondern vor allem auch Elektroautos.

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