Für viele wird es teurer: Fast 16 Millionen Autofahrer sind von dieser Änderung betroffen

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Die Regionalklassen für viele haftpflichtversicherte Autofahrer ändern sich laut neuster Mitteilung des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Fast 16 Millionen Autofahrer sind von den Erneuerungen direkt betroffen. Für über zehn Millionen Halter wird die Versicherung teurer.
Fast 16 Millionen Autofahrer sind von dieser Änderung betroffen
Fast 16 Millionen Autofahrer sind von dieser Änderung betroffenBildquelle: Photo by Kylle Pangan on Unsplash

Fast 16 Millionen deutsche Autofahrer sind von dieser Änderung betroffen: Die Regionalklassen für Haftpflichtversicherungen von Autos sollen sich ändern. Ab dem Jahr 2023 verändern sich dadurch für viele Haftpflichtversicherte die Versicherungsbeiträge. Für über zehn Millionen Halter kommt dabei ein bitteres Ergebnis zustande: Für sie wird die Haftpflichtversicherung künftig teurer werden.

Für fast 16 Millionen Autofahrer ergibt sich Änderung der Regionalklasse

Die Regionalklasse ist einer der Preisbestandteile der Haftpflichtversicherungen für Autos, die einen entscheidenden Einfluss auf die Höhe der Tarifkosten hat. Grundsätzlich gilt, je besser die Regionalklasse ausfällt, desto besser schneidest du als Halter eines Wagens in der Bewertung ab. Folglich fallen die Versicherungskosten geringer aus, wenn dein Fahrzeug in einem Bezirk mit geringer Regionalklasse zugelassen ist. Die Regionalklassen sind dabei jedoch nicht der einzige Kostenbestandteil deiner Haftpflichtversicherung. Auch das versicherte Fahrzeugmodell und deine bisherige Erfahrung als Autofahrer werden hier berücksichtigt. Je länger du als Fahrer bereits unfallfrei gefahren bist, desto günstiger fallen die Versicherungsbeiträge für dich aus.

Nach Mitteilung des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) sollen sich diese ab 2023 für beinahe 16 Millionen Autofahrer ändern. Rund 10 Millionen Autofahrer aus insgesamt 101 Zulassungsbezirken werden dabei in eine höhere Klasse eingestuft. Die Haftpflichtversicherung wird somit für sie ab kommenden Jahr teurer. Immerhin dürfen jedoch auch ungefähr 5,5 Millionen Autofahrer von einer niedrigeren Klasse ausgehen. Für sie wird die Versicherung ihres Wagens damit günstiger. Der größte Anteil der deutschen Autofahrer findet sich jedoch in den 244 Bezirken, in denen die Regionalklasse unverändert bleibt. Für mehr als 26 Millionen Autofahrer gibt es daher keinerlei Änderung der Versicherungskosten, da keine Anpassung der Regionalklasse erfolgt.  

Welchen Sinn haben Regionalklassen bei Haftpflichtversicherungen für Autos?

Laut GDV spiegeln die Regionalklassen die Schadenbilanz der rund 400 deutschen Zulassungsbezirke wider. Einmal im Jahr werden diese entsprechend angepasst. Gab es in einem Zulassungsbezirk besonders viele Autounfälle, wirkt sich dies negativ auf die Bewertung dieses aus. Die Versicherung für Fahrzeughalter in diesem Zulassungsbezirk wird im Folgejahr daher teurer. Entscheidend ist dabei nicht, wo sich ein Unfall ereignet hat, sondern in welchem Zulassungsbezirk die beteiligten Fahrzeuge versichert sind. Es zählt also immer der Zulassungsbezirk, der zum Wohnsitz des jeweiligen Fahrzeughalters gehört.

Anhand der Unfalldaten kann die GDV ermitteln, wo besonders häufig oder besonders teure Schäden entstehen und dies in der Neubeurteilung für das kommende Jahr berücksichtigen. Für 2023 sahen laut GDV erreichten vor allem Brandenburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen sowie Mecklenburg-Vorpommern gute Schadensbilanzen. In diesen Bundesländern haben sich im Schnitt daher weniger beziehungsweise weniger teure Unfälle als im Bundesdurchschnitt ereignet.

Wenn du wissen möchtest, in welche Regionalklasse dein Bezirk eingeordnet wird, kannst du dies über das GDV-Portal nachschlagen. Dort kannst du neben der Regionalklasse für deine Kfz-Haftpflicht auch die Einstufungen für Kfz-Vollkasko oder Kfz-Teilkasko einsehen. Insgesamt stehen derzeit 13 Regionalklassen für die Einstufung von Bezirken zur Verfügung. Großstädte schneiden hier im Verhältnis schlechter ab als ländlichere Gebiete, da es dank des größeren Aufkommens von Fahrzeugen auch größere Wahrscheinlichkeiten für Unfälle in den Regionen gibt.

Doch auch innerhalb einer einzelnen Großstadt kann es abhängig vom genauen Bezirk hier große Unterschiede geben. Die schlechteste Schadensbilanz hat wie bereits in den Vorjahren dabei Berlin. Hier liegen laut GDV die Schäden fast 40 Prozent über dem bundesweiten Durchschnitt. Auch einige Gebiete in Bayern schneiden im Bundesdurchschnitt schlechter ab. Umgekehrt dürfen sich dafür Bewohner des Bezirks Elbe-Elster in Brandenburg freuen. Die Regionalklasse weist bundesweit die beste Schadensbilanz auf und liegt damit beinahe 30 Prozent niedriger als der Durchschnitt.

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