Falt-Fantasien im großen Stil: Faltbare Handys bestimmen die Gerüchteküche

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Huawei Mate X halb aufgeklappt in der Hand
Spekulationen rund um die neusten Smartphones sind fester Bestandteil des Handy-Marktes. Seit Ende 2018 hat sich der Fokus der Gerüchteküche jedoch weg von klassischen Flaggschiffen hin zu neuen Falt-Smartphones verschoben. Aktuell gibt es zu vier neuen Modellen Informationen, die im Internet verbreitet werden.

Seit der Vorstellung des Samsung Galaxy Fold im Februar 2019 und der Ankündigung des Huawei Mate X auf dem MWC 2019 in Barcelona sind faltbare Smartphones, auch Foldables genannt, die Innovation des Handy-Marktes. Im Meer von klassischen Flaggschiffen versprechen sie interessante Neuerungen sowie einen Hauch Extravaganz. Kein Wunder also, dass immer mehr Hersteller auf den Zug aufspringen möchten und an eigenen Geräten arbeiten. Neben dem schon erschienen Royole FlexiPai sowie ersten Prototypen aus dem Hause TCL arbeiten Gerüchten zufolge auch Xiaomi und Motorola an Foldables.

Xiaomi Mi Mix 4: Faltbar und mit 60-Megapixel-Kamera

Das Klapp-Handy des chinesischen Herstellers Xiaomi ist kein wirkliches Geheimnis mehr: Das Unternehmen zeigte das Smartphone schon zwei Mal in kurzen Videos. Neuen Gerüchten zufolge soll das Modell trotzdem noch etwas auf sich warten lassen. Der Website Alipay zufolge wird das Xiaomi Mi Mix 4 erst in der zweiten Hälfte von 2019 erscheinen. Darüber hinaus könnte es eine Kamera mit einem 60-Megapixel-Sensor besitzen, so berichtet Gizchina. Weitere neue Informationen gibt es nicht. Jedoch wurde schon vor einiger Zeit gemunkelt, dass Xiaomis Falthandy nur halb so viel kosten soll, wie das Samsung Galaxy Fold.

Sharp, LG und Motorola: Die Zukunft der Foldables

Neben dem Xiaomi Mi Mix 4 gibt es noch vereinzelte Gerüchte zu anderen Klapp-Handys. Da wäre zum Beispiel das Motorola Razr, das im Februar vom Unternehmen aus den USA angekündigt wurde. Weitere Informationen oder Bilder zum Smartphone sind aber rar. Nach einigen Lebenszeichen gibt es nun einen weiteren Hinweis auf das Gerät: So zeigte es sich in einer offiziellen Bluetooth-Datenbank. Dies lässt sich als Hinweis auf eine nahende Veröffentlichung verstehen.

Wie genau die Bildschirm-Technik des Klapp-Handys von Motorola funktionieren könnte, zeigt derweil der japanische Display- und Elektronik-Hersteller Sharp. Das Unternehmen präsentierte auf einer Messe den Prototypen eines möglichen faltbaren Smartphones. Das ist im Clamshell-Design gehalten und erinnert an alte Klapp-Handys – so wie das Motorola Razr. Im Gegensatz zu dem Modell aus den USA lässt die Variante des japanischen Herstellers aber das Außendisplay vermissen. Sharp selbst gibt an, dass man ihren Prototypen bis zu 300.000 Mal falten kann. Ein mögliches Smartphone wird jedoch noch Jahre auf sich warten lassen.

Etwas visionärer geht es bei LG zu: Wie die Website LetsGoDigital entdeckt hat, reichte das südkoreanische Unternehmen vor einigen Tagen ein Patent für ein faltbares Smartphone ein, das über einen durchsichtigen Bildschirm verfügt. Der Grad der Transparenz soll vom Winkel des Display abhängen. Hält man das Handy beispielsweise flach vor sich, ist die Durchlässigkeit minimal und Inhalte sind gut erkennbar. Wird das Display hingegen geknickt, steigt der Grad der Transparenz. Bei einer Durchsichtigkeit von mehr als 20 Prozent, wird ein rückseitiger Touch-Screen aktiviert. Damit lässt sich das Gerät von der Rückseite aus bedienen.

Das Patent gibt auch Hinweise auf die verbauten Kameras. Auf der Front kommt demnach eine Selfie-Knipse zum Einsatz. Auf der Rückseite sind derweil Objektive mit besonderen Laser-Sensoren im Einsatz. Die ermöglichen das Scannen von Objekten und die Umwandlung in eine 3D-Version.

LG-Patent eines faltbaren Handys mit transparentem DisplayQuelle: LetsGoDigital

Analysten: Faltbare Smartphones bleiben in der Nische

Sind Foldables also die Zukunft des Smartphone-Marktes? Nein, wenn man Experten der Analysefirma Gartner glaubt. Die Marktforscher schätzen, dass es sich bei modernen Klapp-Handys noch einige Jahre um Nischenprodukte handelt. 2023 sollen gerade einmal 30 Millionen solcher Modelle verkauft werden. Das würde einem Anteil von etwa fünf Prozent des Gesamtmarktes entsprechen, so die Analysten. Zum Vergleich: 2019 sollen insgesamt 1,8 Milliarden Smartphones veräußert werden.

Grund für den schleppenden Verkauf soll laut Gartner der hohe Preis der Handys sein. Rund 2.000 US-Dollar verlangen Hersteller für die ersten faltbaren Modelle, was selbst Technik-Pioniere zu viel Geld sein soll. Darüber hinaus gäbe es Bedenken, was die Display-Qualität angeht sowie den Verschleiß und die Robustheit.

Quellen:

Bildquellen:

  • LG Patent Foldable transparantes Display: LetsGoDigital
Das Nubia Red Magic Mars
Gamescom 2019: Darum gibt es günstige Gaming Handys
Der Markt für Zocker-Handys hat sich beruhigt. Nachdem zu Beginn viele Modelle das Licht der Welt erblickt hatten, werden nun immer weniger Smartphones für Gamer veröffentlicht. Ein Hersteller, der weiterhin Geräte für die Nische produziert, ist Nubia mit seiner Marke Red Magic. Auf der Gamescom 2019 erklärte das Unternehmen, warum es seine Modelle so günstig anbietet und wie die Zukunft des Marktes aussieht.
David Gillengerten
David liebt Technik - insbesondere Games jeglicher Art. Seit 2017 ist er als Redakteur bei inside handy an Bord, davor auch schon als Freier Mitarbeiter. Sein Weg in den Handy-Markt hat ihn über sein liebstes Hobby, die Games-Branche, geführt. Entsprechend beschäftigt er sich auch bei inside handy viel mit Spielen, aber produziert auch die Videos für inside handy, in denen er gerne mal in andere Rollen schlüpft. Seine Lieblingsrolle: Business-Dave. David ist gebürtiger Rheinländer, der im Herzen aber gerne ein Brite gewesen wäre.

Handy-Highlights

Das Huawei Mate X im ausgeklappten Zustand in Schwarz.
Samsung Galaxy Fold
Samsung Galaxy Fold Technische Daten Neuigkeiten Preisvergleich

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