Fahrerlose Züge über 5G steuern – ist das die Zukunft?

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Auf dem „Smart Rail Connectivity Campus” steuert Vodafone das erste Mal einen Zug über 5G. Dazu wurde extra ein 5G-Sendemast mit 60 Antennen auf einem Testgelände im Erzgebirge errichtet.
Bildquelle: PM Vodafone

Am „Smart Rail Connectivity Campus“ forschen und arbeiten über 100 Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft an automatisierter Mobilität. Mit dem Test möchte der Düsseldorfer Telekommunikationskonzern Vodafone weite Einsatzmöglichkeiten für 5G demonstrieren und testen. Der Zug stammt hierbei vom belgischen Unternehmen Thales.

Zugführer im Home-Office?

Im Fahrerhaus befindet sich während der Demonstration kein Fahrer. Stattdessen wird der Zug aus einer Steuerzentrale bedient und überwacht. Diese steht mehrere hundert Meter entfernt. Hier befindet sich eine originalgetreue Steuerzentrale, von der aus alle Befehle per 5G-Netz an den Zug weitergegeben werden. Auch ein Live-Bild aus dem Zug wird übertragen. Dabei beträgt die Verzögerung weniger als 10 Millisekunden.

Ein Triebwagenführer von Thales steuert einen Zug über 5GQuelle: DPA

Freie Netzkapazitäten werden garantiert

Damit auch bei überlasteten Netzten eine ungestörte Verbindung zum Zug hergestellt werden kann, nutzt Vodafone in seinem Netz sogenanntes „Network Slicing“. Mit dieser Technik können sich mehrere virtuelle Netzwerke eine physische Netzwerkstruktur teilen. Somit wird eine ungestörte Verbindung zum Zug sichergestellt, auch wenn viele Nutzer gerade auf das 5G-Netz zugreifen.

Ein Konzept mit Zukunft?

In Zukunft wäre es mit der Technik beispielsweise möglich, Güterzüge aus der Ferne zu steuern und somit Kosten zu sparen. So könnte man den umweltfreundlichen Gütertransport auf der Schiene attraktiver gestalten. Die Technik funktioniert jedoch nur bei durchgehender 5G Abdeckung, da hohe Bandbreite und eine geringe Verzögerung bei der Übertragung benötigt werden. Bis diese gegeben ist, wird jedoch noch einige Zeit vergehen. Vorher müssen noch zahllose 5G-Sendemasten errichtet und direkt oder per Richtfunk an das Glasfaser-Netz angebunden werden. Dazu will die Bahn auch ihr privates Glasfaser-Netz zur Verfügung stellen.

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