Nach Cambridge Analytica: Facebook blockiert Zehntausende Apps

2 Minuten
Der Datenskandal rund um Facebook und Cambridge Analytica liegt nun schon eine Weile zurück. Trotzdem zieht er nach wie vor Kreise. Das Unternehmen hat als Folge der Untersuchungen nun Zehntausende Apps für seine soziale Plattform gesperrt.
Facebook Zentrale
Bildquelle: Facebook

Die Untersuchungen zu Cambridge Analytica und Facebook sind noch nicht abgeschlossen – im Gegenteil. Facebook hat in Zuge dessen nun Zehntausende Apps für seine Plattform gesperrt. Konkret handelt es sich um 69.000 Apps von rund 400 Entwicklern. Der Grund: Sie sollen Nuzerdaten missbraucht haben. Wie es heißt, habe Facebook die betroffenen Apps allerdings vorrangig deswegen gesperrt, da die verantwortliche Entwickler nicht mit dem Unternehmen für die Überprüfungen kooperieren wollten. Denn wie gerichtliche Unterlagen offenbaren, soll Facebook die Blockade auch ohne stichhaltige Beweise für einen Datenmissbrauch einrichten.

Im Detail sollen laut des sozialen Netzwerks 10.000 Apps überprüft werden. Sie stehen in Verdacht, Nutzerdaten missbraucht und damit Nutzerrechte verletzt zu haben. Weitere 6.000 Apps erregten Aufsehen, da eine hohe Anzahl von Facebook-Nutzern sie installierten. Bei 2.000 anderen Anwendungen gerieten primär die Entwickler in den Fokus der Untersuchen.

Vertuschung durch Facebook?

Wie Spiegel Online berichtet, wolle Facebook die genauen Informationen sowie konkreten Zahlen, die aus der Untersuchung resultieren, unter Verschluss halten wollen. Ein entsprechender Antrag ging bei der Staatsanwaltschaft von Massachusetts ein, die die Belange jedoch ablehnte. Obwohl die Staatsanwaltschaft über die gesperrten Apps informiert werden will, hält Facebook auch gegenüber der Justiz die Details geheim.

Ein zweischneidiges Schwert

Auch wenn Facebook gegen die Apps aufgrund des Verdachts von Datenmissbrauch ermittelt, so muss man diese Untersuchungen auch im Kontext betrachten. Mindestens seit 2014 billigte Facebook externen App-Entwicklern, die Plattform in ihre Anwendungen zu integrieren – insgesamt neun Millionen oder mehr Apps sind das. Dabei sammelte nicht nur Facebook Daten, diese Praxis war auch den Drittanbieter-Apps gestattet. Dazu zählten nicht nur generelle Nutzerdaten, sondern auch Fotos, Likes, Geburtstage und Beschäftigungsverhältnisse. Hinzu kommt, dass die Anwendungen nicht nur die Daten jener Nutzer sammelten, die die entsprechende Anwendung installierte hatten, sondern auch die Informationen der Facebook-Freunde.

Durch den Cambridge-Analytica-Skandal geriet Facebook in Zugzwang, Untersuchungen anzuordnen und nun auch vermeintliche ehemalige „Kooperations-Partner“ zu überprüfen. Laut eigenen Aussagen stehen rund zwei Millionen Apps in Verdacht, von denen Millionen bereits analysiert seien. Um welche Apps es sich handelt, ist nicht bekannt.

Deine Technik. Deine Meinung.

1 KOMMENTAR

  1. Bla-Bla-Bla im WEB-Urwald…
    Denn: Was weiß man, und was weiß man nicht!?
    Was nicht bekannt, aber dennoch existent ist, dürfte erst recht umhauen, falls es ans Licht käme.
         Und woran liegt das?
    Dazu muss ich nur auf meinen „Traffic-Monitor” schauen: Wenn ich etwas nur aufrufe und lesen will, rauschen nicht nur für „Cookies“ jede Menge Daten aus meinem Rechner ins Nirwana des Netzes. Und Cookies werden ja bekanntlich von außen auf meine Datenträger sogar geschrieben!!!
         WARUM? – WOZU?
    Anwendern ist völlig unklar, was selbst „seriöse“ Programme mit deren Rechnern treiben.

    Und noch etwas:
         Warum müssen User (unabhängig von beliebige Nicks oder Klarnamen) beim Verkehr im Web nicht permanent ein „Nummernschild“ aufweisen wie Mopeds, Krafträder und Automobile im Straßenverkehr? „User-Kennzeichen“, anhand derer „Berechtigte“ (nur die!) in Sekundenschnelle feststellen können, wer sich hinter einer Aktivität verbirgt.
         Ist das Heckenschützen-System im Internet – weil nicht längst verhindert – politisch gewollt? Fast überall findet man Buttons, um Auffällige zu „melden“, aber um diese herauszufinden, muss man Gebirge an Hindernissen überwinden.
    Bla-Bla-Bla und nochmals Bla-Bla-Bla.
         „Datenschutz“ wird wie ein Goldenes Kalb vergöttert und gepredigt. Doch die Würde der Menschen wird zunehmend mit Füßen getreten. – Und von wem?
    – mlskbh –

Und was sagst du?

Bitte gib Dein Kommentar ein!
Bitte gibt deinen Namen hier ein

geschützt durch reCAPTCHA Datenschutzerklärung - Nutzungsbedingungen

VERWANDTE ARTIKEL