Facebook belauscht die Nutzer: Der nächste Datenskandal

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FacebookBildquelle: Facebook
Nach Google, Amazon und Apple nun auch Facebook: Auch der Social-Media-Riese belauscht seine Nutzer und lässt Gespräche von Mitarbeitern abschreiben. Die Begründung, warum Facebook die Nutzergespräche auswertet, wirft mehr Fragen auf, als dass sie das Vorgehen erklärt.

Intelligente Software, besonders solche, die die gesprochene Sprache steuert, muss man trainieren. Das weiß man, sobald man sich mal mit einer frühen Iteration von Amazons Alexa, Googles Assistant oder Apples Siri unterhalten hat. Für dieses Training haben die großen drei Assistenten-Anbieter Befehle von Nutzern transkribieren, also abschreiben, lassen und ausgewertet. Doch nun stellt sich heraus, dass auch Facebook Audio-Chats abgehört und ausgewertet hat.

Facebook belauscht die Nutzer und wertet aus

Mitarbeiter haben also mitgeschnittene Gespräche angehört und verschriftlicht. Danach hat Facebook die Ergebnisse ausgewertet. Doch da liegt der Hase im Pfeffer: Warum hat Facebook Gespräche ausgewertet? Ein Assistenzsystem gibt es nicht. Damit fließt die Auswertung nicht wieder zurück ins Produkt – zumindest nicht zum Wohl der Nutzer. Die Begründung Facebooks klingt in diesem Zusammenhang auch nicht beruhigender: „The contractors were checking whether Facebook’s artificial intelligence correctly interpreted the messages, which were anonymized.“ Frei übersetzt haben also die Vertragspartner geprüft, ob Faceboooks künstliche Intelligenz Nachrichten korrekt interpretiert.

Doch was interpretiert Facebook dabei? Besonders rund um die Diskussion, dass Facebook vorgeworfen wird, die Mikrofone von Nutzern anzuzapfen, um gezielt Werbung zu schalten, zeigen sich jetzt neue Gesichtspunkte. Facebook-Chef Mark Zuckerberg hatte noch vor Kurzem betont, dass man so nicht vorgehe. Eine Aussage, die man nun wieder in Zweifel zieht. Wenn Audio-Aufnahmen interpretiert werden, muss ein Ziel dahinter stecken. Und das wurde nicht preisgegeben.

Facebook stoppt Transkription

Auf Nachfrage von Bloomberg beteuert Facebook, dass man die Transkription gestoppt hat. Zumindest werden keine Menschen mehr zum Verschriftlichen der Audio-Chats eingesetzt: „Much like Apple and Google, we paused human review of audio more than a week ago“. Das Zauberwort heißt hier wiederum „paused“, also pausiert. Facebook will wohl nicht endgültig aufhören, seine Nutzer zu belauschen.

Quellen:

Bildquellen:

  • Apple WWDC 2019: Apple
  • Google Assistant: Nokia
  • Der Echo Dot von Amazon mit Alexa: Amazon
  • Facebook: Facebook
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Michael Büttner
Michael liebt Technik und ist Redakteur bei inside digital. Anderen auch bekannt als der Franke in Bonn, der Macher oder der Handwerker für sämtliche Reparaturen der Redaktion. Nach Praktika bei der Neuen Presse in Kronach, den Nürnberger Nachrichten und dem Systemkamera-Blog, startete Michael bei inside handy und verdient sich seine Sporen vor allem im Hardware-Bereich. Balanciert er mal nicht zwischen Tagesgeschäft, Testgeräten und Co, betätigt er sich ab und an als Jäger im Pokémon-Dschungel. Ein ungewöhnlicher Anblick wäre es dabei nicht, ihm dank seiner Boulder-Fähigkeiten kletternd an einer Felswand zu begegnen. Abseits dessen begeistert er sich für Fotografie, Wanderungen, kulinarische Feste und Blasius Kawalkowski.

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1 KOMMENTAR

  1. Wer sich da über etwas „wundert“, hat noch nicht begriffen, um was es hier geht:
    „Corporate America“ hat eine große Maschine laufen aus Militär, Geheimdiensten, sozialen Netzwerken, Services und interagierenden Support-Systemen.
         Die meisten digitalen Dienstleistungen sind kostenlos, obgleich ungeheuer wertvoll für die Benutzer. Selbst Email-Adressen kann man sich kostenlos zulegen und nutzen.
         Warum das Ganze?
         Damit möglichst jeder Bürger mit Smartphone, Tablet und PC oder mit nur einem dieser Geräte sich kostenlos bedient und ausforschen lässt. In „Big Data“-Pools wird jeder Benutzer über die Hintertüren der Dienste „von interessierter Seite“ mit immer schärfer werdenden Profilen digital abgebildet und einschätzbar. Fremde, die fast jeder Bürger nicht mag und kritisiert, wissen über ihn mehr als er selbst und von sich selbst aus dem Stand aufzählen könnte. Bei Ersuchen um „Sicherheitsabfragen“ zum „Schutz von Accounts“ hat fast jeder nachgegeben und auch noch seine Handy-Nummer preisgegeben. YouTube und Instagram sowie andere Depots für Videos und Bilder verschaffen zudem oft tiefe Einblicke in das eigene Erscheinungsbild, Verhalten und Denken.

         Die Bürger müssen nicht ausspioniert werden, nein, sie liefern alles über sich selbst dem über allem schwebenden „Großen Bruder“ frei Haus. Sie haben keinen berechtigten Anlass zu Beschwerden. Wenn nun über Geräte etwa von AMAZON und GOOGLE die Benutzer auch noch abgehorchte werden können, wenn über bestimmte TV- und Notebook-Modelle die eingebauten Kameras sogar ermöglichen, den Benutzern beim Zuschauen zuschauen zu können, setzt das den längst zur Normalität gewordenen Verhältnissen nur die Krone auf.

         Man verliere jedoch nicht aus den Augen: Die Fäden laufen alle bei den Amerikanern zusammen. In den USA stehen auch die „Georgia Guidestones“ nicht nur zum Spass herum. Ein einzelnes Menschenleben währt nicht lange. Und der Verlauf der Menschheitsgesichte offenbart erst nach Jahrzehnten und Jahrhunderten seine Meilensteine. Die geschichtlichen Windungen und Wendungen nimmt ein Individuum nur selten persönlich wahr. Es sein denn, in und nach grossen Kriegen.
    – mlskbh –

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