Erschreckend: So viele Kunden können noch kein LTE nutzen

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Etwa 140,8 Millionen aktive SIM-Karten gibt es aktuell in Deutschland. Doch nur ein Bruchteil von ihnen hat Zugriff auf LTE. Was dahinter steckt und wie der deutsche Mobilfunkmarkt sonst dasteht, offenbart eine aktuelle Untersuchung.
Bildquelle: Deutsche Telekom

Die Marktstudie des Branchenverbandes VATM gilt als Gradmesser der gesamten Telekommunikationsbranche. Jetzt hat der Verband zusammen mit dem TK-Experten Prof. Dr. Torsten J. Gerpott die 21. Studie vorgelegt. Insbesondere für den Mobilfunkmarkt offenbart die Untersuchung erstaunliche und zugleich erschreckende Erkenntnisse. Denn obwohl es in Deutschland mehr als 140 Millionen SIM-Karten gibt, die in Handys oder Maschinen genutzt werden, ist nicht einmal die Hälfte von ihnen in der Lage, LTE zu nutzen.

59,2 Prozent oder 83,3 Millionen Karten haben ausschließlich auf das uralte GSM-Sprachtelefonie-Netz oder auf UMTS Zugriff. Das schnellere und aktuellere LTE-Netz, das inzwischen bei allen Netzbetreibern deutlich besser ausgebaut ist als UMTS, können hingegen nur 40,8 Prozent nutzen. Der Grund dafür: Insbesondere Telekom und Vodafone hatten ihren Partnern und Marken über Jahre hinweg keine Möglichkeit geboten, den Kunden LTE anzubieten. Dieses war nur bei den teuren Tarifen der Netzbetreiber selber verfügbar.

Datenaufkommen pro Kunde steigt immens

Bis es zu einer Abschaltung von UMTS kommt, gilt es also noch eine Menge zu ändern. Diese Abschaltung wird in zwei bis drei Jahren erwartet. Die Telekom hat vor einigen Wochen bereits durchblicken lassen, wie man sicherstellen will, dass bei einer UMTS-Abschaltung kein Kunde offline ist. Fairerweise muss man aber auch erwähnen, dass vielen in Maschinen wie beispielsweise Aufzügen eingesetzten SIM-Karten das GSM-Netz vollkommen ausreicht.

Insgesamt erwarten die drei Netzbetreiber in diesem Jahr ein Datenaufkommen von 4,2 Milliarden Gigabyte. Im Vorjahr waren es 2,6 Milliarden Gigabyte. Zu den Treibern des Datenaufkommens dürften hier neben unlimitierten Flatrates jene von Freenet Funk für 99 Cent pro Tag auch Angebote wie Telekom Stream On zählen. Hier ist HD-Videostreaming von allen relevanten Videodiensten ohne Anrechnung des Datenvolumens möglich. Pro SIM-Karte werden rechnerisch 2,5 GB pro Monat übertragen – 58,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Vor fünf Jahren lag dieser Vergleichswert noch bei 400 MB.

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