Erschreckend: So schädlich ist Musik-Streaming

3 Minuten
Umweltverschmutzung entsteht nur durch physisch greifbare Dinge? Denkste. Auch Dinge, die nicht per se zu sehen sind, tragen maßgeblich zur CO₂-Verschmutzung bei. Wie eine Studie zeigt, hängt es auch von deinem Konsum von Musik-Streaming-Diensten ab.
Auf dem Smartphone Musik hören
Bildquelle: Unsplash

Nicht nur die Abgase von Autos und Co. verschmutzen die Luft. Ein maßgeblicher Faktor ist auch das Internet – und das ist schon längst kein Geheimnis mehr. Fast 3 Prozent des weltweiten CO₂-Ausstoßes kommen mittlerweile vom Internet und Computern, wie etwa der Stern schrieb. Davon ist auch Streaming nicht ausgenommen. Das Nachrichtenmagazin New Statesman berichtet, wie umweltschädlich explizit Musik-Streaming ist.

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So schlecht ist Musik-Streaming für die Umwelt

Die Herstellung von Schallplatten, Kassetten und CDs kostet viele Ressourcen. Der ökologische Fußabdruck einer Schallplatte ist im Vergleich zwölfmal so hoch wie der einer CD. Hinzu kommen Verpackungsmaterial, das bei digital gehörter Musik im engeren Sinne wegfällt. Obgleich in erster Linie Schallplatten wieder modern werden, setzt das Gros der Menschen hingegen mittlerweile auf Musik-Streaming-Dienste wie Spotify und Co. Und an die CO₂-Bilanz von Musik-Streaming kommen CDs und Co. im Gesamtwert nicht heran.

Denn während du nur die App bedienst, stehen in Wahrheit riesige Server dahinter, die einen enorm hohen Energiebedarf haben. Dazu zählen etwa die Server-Infrastruktur, Festplatten und Kühlsysteme, damit das gesamte System nicht überhitzt. Hinzu kommen kilometerlange Datenkabel, die die Server mit lokalen Netzen verbinden. Diese sind meist auf dem Meeresgrund verlegt, was abermals Energie verbraucht.

Musikindustrie: Emissionen um 45 Prozent gestiegen

Deutlich wird die höhere Emissionsfreisetzung, wenn man sich die Entwicklung dessen in der Musikindustrie ansieht: Zwischen 1977 und 2016 verzeichnet sie einen Anstieg des CO₂-Ausstoßes von 45 Prozent. Das sind pro Jahr 200.000 Tonnen.

In der Musikindustrie allein fallen laut dem Bericht somit mittlerweile 94 Prozent der freigesetzten Emissionen auf Streaming-Dienste wie Spotify, Apple Music, Tidal und Co. Einzelne Songs setzen dabei sogar noch eins obendrauf: Besonders beliebte Streaming-Titel, wie etwa „Drivers License“ von Olivia Rodrigo, sind so umweltschädlich wie Flugzeugfliegen. Konkret entspricht die weltweite Streaming-Zeit des genannten Songs 4.000 Flügen zwischen London und New York oder dem jährlichen CO₂-Aufkommen von 500 Menschen in Großbritannien. Und das nur seit Januar 2021.

Generell gesprochen entspricht somit eine Stunde Musik-Streaming einem CO₂-Ausstoß von 55 Gramm. Schlägt man die Brücke zur Umweltbelastung von CDs: Hörst du fünf Stunden ein Album über Spotify oder einen anderen Streaming-Dienst, entspricht das dem Kohlenstoffausstoß, den eine CD und ihre Plastikverpackung erzeugen. Im Hinblick auf eine Schallplatte müsstest du 17 Stunden Musik streamen.

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Die Lösung

Die Wissenschaftlerin Sharon George der Keele University in Newcastle hat sogar eine Lösung parat, mit dem du Energie beim Musik-Streaming sparen kannst. Lädst du eine Platte oder Playlisten herunter, ist das im Vergleich deutlich energieeffizienter.

Übrigens: Diese Bilanz erreichen nicht nur Musik-Streaming-Dienste, sondern auch Video-Plattformen wie Netflix, Amazon Prime Video und Co.

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3 KOMMENTARE

  1. Heinz Multhaup

    Ich höre mir CDsan

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  2. Thomas Fritsch

    Und das Atmen erst. Schon mal jemand nachgerechnet, wie viel CO2 das unnötige Atmen, speziell beim Sport, erzeugt?
    Wenn wir uns stattdessen still auf die Couch setzen (und dabei Musik streamen), stoßen wir nicht nur unterm Strich weniger CO2 aus, sondern haben auch eine kürzere Lebenserwartung, was auch noch mal die CO2 Bilanz verbessert : win-win.

    Diesen sarkastischen Beitrag schreibe ich als jemand, der Streaming eigentlich nicht mag und Blurays und CDs kauft.
    Aber noch mehr als das langsame Aussterben der physischen Tonträger geht mir diese hysterische CO2-Gramm-Zählerei auf den Geist!

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  3. Fire

    Und schonmal überlegt wieviel eure Server verbrauchen? Habt ihr schonmal nachgerechnet wieviel CO2 pro Artikel von euch ausgestoßen wird? Vielleicht solltet ihr das Vorbild sein und eure Server dicht machen und eure Artikel als Hörbuch auf CDs verkaufen.
    Was ist an dem Musikstreaming schlimmer als an allem anderen? Das ganze Internet funktioniert mit Servern. Alles was hier auf dieser Seite statt findet stößt also CO2 aus. Alles was auf Google statt findet.
    Sollen wir jetzt das komplette Internet abschalten?

    Außerdem. Wenn ich in die Stadt fahre um mir immer eine CD zu kaufen oder wenn ich sie bestelle und sie mit dem Auto geliefert wird. Stößt das auch CO2 aus. Ich bezweifle das ein Mensch durch musikstreaming eines Albums mehr ausstößt als wenn man sich eine CD beschafft.

    Macht euch doch Gedanken über wichtige Dinge wie Schiffe mit schweröl und nicht über sowas.

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