Elektromobilität: Deutschland wirft Norwegen vom Thron

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Der Markt an Elektroautos wächst – nicht nur in skandinavischen Ländern wie Norwegen, sondern auch hierzulande. In Deutschland wurden 2019 sogar erstmals mehr Stromer neu zugelassen als in Norwegen, dem bisherigen Pionier. Für 2020 rechnen Experten sogar mit einem noch größeren Wachstum.
Ladevorrichtung an einem Volkswagen Passat GTE
Bildquelle: Volkswagen

Experten zufolge dürften in diesem Jahr in Deutschland europaweit erstmals die meisten Elektroautos verkauft werden. Deutschland wird demnach zum größten Markt für reine Elektroautos. Dies berichtet zumindest der Branchenanalyst Matthias Schmidt am Montag auf Twitter. Die Bundesrepublik löst demnach Norwegen als Spitzenreiter ab. Bis kürzlich galt das skandinavische Land noch als langjähriger Spitzenreiter beim Thema E-Mobilität.

Norwegen bleibt weiterhin verhältnismäßig der King

Im November wurden laut Angaben der Informationsbehörde für Straßenschutz in Norwegen knapp 3.700 neue E-Autos zugelassen. Das sind circa 27 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. In Deutschland stiegen die Neuzulassung im November nach Angaben des Kraftfahrtbundesamts hingegen um rund 9 Prozent auf über 4.600 neue Elektroautos.

Auf das Jahr betrachtet wurden hierzulande etwa 57.500 neue E-Autos zugelassen. In Norwegen lediglich rund 56.900. Es muss jedoch dazugesagt werden, dass Deutschland rund 15 Mal so viele Einwohner hat wie Norwegen. Der Marktanteil der Elektromobilität lag demnach im November laut Kraftfahrtbundesamt in Deutschland lediglich bei 1,6 Prozent. In Norwegen hingegen bei 36,9 Prozent. Einer Statistik der Autoherstellervereinigung ACEA zufolge liegt der Anteil von reinen E-Autos, Autos mit Reichweitenverlängerer, Plugin-Hybride und Brennstoffzellenautos an den Gesamtneuzulassungen im ersten Halbjahr 2019 in Norwegen sogar bei 68,1 Prozent. In Deutschland hingegen nur bei 7,7 Prozent.

Im Verhältnis gesehen bleibt Norwegen also auch weiterhin der Spitzenreiter beim Thema E-Mobilität. Beim Thema Neuzulassungen zieht Deutschland in diesem Jahr jedoch an Norwegen vorbei und ergattert sich so den Thron der meistverkauften E-Autos. Noch mehr Elektroautos als Deutschland und Norwegen verkauft die Volksrepublik China. Bei einer Umfrage der Beratungsagentur OC&C mit 2.000 Verbrauchern kam sogar heraus, dass mehr als 90 Prozent der Chinesen den Kauf eines E-Autos in Betracht ziehen. In Europa liegt der Anteil je nach Land zwischen 64 und 77 Prozent. In den USA hingegen sogar nur bei knapp 50 Prozent.

Darum wächst der Anteil an Stromern hierzulande

Aufgrund der zahlreichen laufenden staatlichen Förderungen beim Kauf von Autos mit alternativen Antrieben dürfte die Entwicklung im kommenden Jahr noch weiter steigen. Der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller berichtet sogar, dass in diesem Jahr der Absatz von E-Autos und Wagen mit Hybridmotoren um zwei Drittel auf 300.000 Neufahrzeuge gestiegen sei. Auch bei den deutschen Herstellern soll sich einiges getan haben. Bis 2023 wollen diese ihr Angebot auf mehr als 150 Modelle verdreifachen. Bis es jedoch soweit ist, muss noch einiges getan werden. So zum Beispiel der Ausbau der Ladeinfrastruktur. Dafür hat die Bundesregierung jedoch bereits einen „Masterplan Ladeinfrastruktur“ vorgelegt, der den Ausbau beschleunigen soll.

Quellen:

Bildquellen

  • Neuzulassungen von Elektroautos in Europa: ACEA/Statista-Berechnung
  • Anzahl der Ladesäulen für e-Autos in Deutschland: Statista / European Alternative Fuels Observatory
  • Aufladung eines Plug-in-Hybrid: Volkswagen
Künstliche Intelligenz Symbolbild
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