So führt Vodafone die Telekom vor: Ein Kommentar zum 5G-Start

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Bildquelle: Hayo Lücke / inside handy
Ab heute ist 5G in Deutschland nutzbar. Nicht bei der Telekom, die das vor zwei Wochen groß angekündigt hat, sondern bei Vodafone. Ohne extra Tarif, nur mit einer 5-Euro-Option. Damit ist es dem Telekom-Rivalen gelungen, seinen Mitbewerber vorzuführen, findet inside handy Redakteur Thorsten Neuhetzki in seiner Analyse.

5G ist eines der Mobilfunk-Themen, an denen in den vergangenen Monaten nahezu niemand vorbei kam. Einer der Gründe: Die nicht enden wollende Frequenzauktion. Vor zwei Wochen hat die Telekom dann mit einem großen Event den Start von 5G verkündet. Doch schon kurz darauf stellte sich heraus: Gestartet war nur die Vermarktung. Wer den  5G-Tarif für etwa 85 Euro monatlich und ein 5G-Handy hat, kann es beides aktuell noch nicht im 5G-Netz der Telekom nutzen. Vermutlich „im Herbst“ soll es dann aber soweit sein.

Das macht sich Mitbewerber Vodafone zunutze: Die Düsseldorfer sind nicht nur schneller mit dem 5G-Netz gestartet, sie sind auch noch deutlich günstiger und attraktiver für die Kunden. Chapeau möchte man da als Branchenbeobachter sagen. Denn statt sich wie bei der Telekom einen 85-Euro-Tarif ans Bein zu binden, reicht bei Vodafone eine monatlich kündbare 5-Euro-Option aus. Kunden können sie in nahezu allen aktuellen Mobilfunktarifen buchen. Und: Wer einen der Premium-Flatrate-Tarife hat, nutzt 5G sogar kostenlos. Bei der Telekom hingegen hat man nach aktuellem Stand nicht einmal vor, Kunden eines Tarifs mit 199 Euro Grundkosten monatlich für 5G freizuschalten.

5G-Start in einem sehr überschaubaren Bereich

5G ist nun also gestartet. Vodafone spricht von „5G ist jetzt“. Das stimmt auch – zumindest mehr, als bei der Telekom. Allerdings: Wer 5G bei Vodafone nutzen will, muss ebenfalls viel Glück haben. Nicht nur, dass er ein passendes neues 5G-Smartphone (Huawei Mate 20 X 5G oder Samsung Galaxy S10 5G) und die erfreulich günstige Tarif-Option braucht, er braucht auch das Netz. Und das gilt es erst einmal zu findet. Denn in ganz Deutschland stehen heute gerade einmal 25 Stationen, die 5G-Signale senden. Das machen sie auch nur in einem Umkreis von etwa 500 bis maximal 1.000 Metern. Weitere Stationen sollen im August folgen.

Letztlich bleibt der Start von 5G also für mehr als 99 Prozent aller Kunden auch bei Vodafone ein gut gemachter Marketing-Gag. Sie haben weiterhin keinen 5G-Empfang – zumindest Stand heute. Doch auch mit LTE haben die Netzbetreiber einmal klein angefangen. Heute gibt es nahezu flächendeckende LTE-Netze. Und eins darf sich Vodafone immerhin auf die Fahnen schreiben: Die Düsseldorfer haben als erster Anbieter in Deutschland 5G für Privatkunden angeboten – wenn auch nur im ganz kleinen Rahmen. Die Sektkorken dürften in Düsseldorf in jedem Fall geknallt haben, weil man dem Mitbewerber in Bonn eins auswischen konnte.

Bildquellen:

  • 5G bei Vodafone: Vodafone
  • 5G in Deutschland: Thorsten Neuhetzki / inside handy
  • 5G Logo: Hayo Lücke / inside handy
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Thorsten Neuhetzki
Thorsten liebt Technik und ist seit 2018 als Redakteur an Bord. Als "alter Hase" in der Branche schreibt Thorsten am liebsten über alles, was mit Breitband, Netzen und Tarifen zu tun hat. Dabei spielt es keine Rolle, ob es um Super Vectoring, DOCSIS 3.1 oder 5G geht - schnelles Internet ist für Thorsten und seine Berichterstattung das A und O. Abseits des Newsdesks ist Thorsten mit großer Begeisterung auf seinem Tourenrad unterwegs. Vor allem Schweden hat es dem in Berlin wohnhaften Ostwestfalen angetan.

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6 KOMMENTARE

  1. Nahezu flächendeckend Lte in Deutschland? Da kommt wohl wer nicht viel rum. Ich könnte auf die Schnelle gleich mehrere Gebiete ohne nennen und das selbst in BW. Informiert euch besser bevor ihr was behauptet.

    • Och, ich komme ziemlich viel rum – und das bei weitem nicht nur in Großsstädten. Und ich muss mir echt Mühe geben, größere Funklöcher mit meinem Handy zu finden.
      In welchem Netz bist du unterwegs?

      • Ich habe sowohl mit O2 als auch mit D1 kaum Lücken in LTE gefunden, und ich fahre viel im ländlichen Raum von OWL herum.
        Allerdings ist es mir tatsächlich gelungen, gestern eine Villengegend zu finden, die gerade einmal EDGE anbot.

    • Aus diesem Grund steht da das Wörtchen „nahezu“.
      Die größere Problematik sehe ich eher, vor allem im D2-Netz, dass an den wenigen Stellen, an denen 4G fehlt, auch kein 3G vorhanden ist, und man so direkt ins 2G/E-Netz geschossen wird. Besonders ärgerlich, wenn man mit einem RED-Tarif mit VideoPass gerade streamt.
      Jetzt beginnt auch noch der 3G-Abbau parallel zum 5G-Aufbau, weswegen das noch schlimmer wird – außer, der 4G-Ausbau wird noch etwas besser.

  2. ein normal telefonierer brauch kein 5G, die sollen erstmal dafür sorgen das man über all in Deutschland telefonieren kann der Netz Ausbau ist wichtiger als 5G

  3. Sorry aber nahezu flächendeckend?
    Kann nur ein schlechter Witz sein…
    Große Teile abseits der Ballungszentren haben zB mit O2 keinen LTE-Empfang.
    Ländliche Gegenden sind meiner Meinung nach mit der Telekom am besten mit LTE versorgt. Ich kenne mehrere große Gebiete, wo nur D1 geht.
    Vodafone nutze ich privat, oft geht nur 3G, LTE Ausbau ländlich geht schleppend voran. Autobahnen sind oft in allen Netzen schlecht versorgt. Flächendecken? Nein nicht annähernd.
    Wesentlich besser als von 10 Jahren, JA. Dass es meist nur die Telekom schafft, kann ich nicht verstehen…

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