Neue Betrugswelle: Abzocke mithilfe von Ebay Kleinanzeigen und Paypal

3 Minuten
Eine neue Betrugswelle scheint derzeit das Internet zu überrollen. Der Tatort? Ebay Kleinanzeigen. Die Tatwaffe? Paypal. Das geht zumindest aus den über 100 E-Mails hervor, die Chip innerhalb von kürzester Zeit erhalten haben will. Wie genau die nicht sonderlich neue, aber weiterhin erfolgreiche Masche funktioniert und wie du dich am besten schützen kannst, erklären wir hier.
Ebay Kleinanzeigen und Paypal: Abzocke
Betrug: Ebay Kleinanzeigen und PaypalBildquelle: teguhjatipras / Pixabay

Ausgeklügelte Tricks, umfangreiche IT-Kenntnisse und riskante Aktionen; das alles braucht man für die Paypal-Abzocke nicht. Genau deswegen ist sie wohl auch so erfolgreich, und das schon seit Jahren. Das Vorgehen der Betrüger ist äußerst simpel: Sie nutzen eine Paypal-Funktion aus, die eigentlich dazu gedacht war, Nutzern kostenfreie Geldüberweisungen an Familie und Freunde zu ermöglichen; doch alles der Reihe nach.

Paypal-Abzocke auf Ebay Kleinanzeigen: Der Ablauf

Hierzulande ist die Handelsplattform Ebay Kleinanzeigen besonders beliebt. Allein in November besuchten beinahe 32 Millionen Menschen den Online-Marktplatz. Für Verbrecher ist die Plattform darum eine Goldgrube. Dabei müssen die Täter lediglich ein Produkt zum Kauf anbieten und dir anraten, das Geld per Paypal „Freunde und Familie“ zu überweisen. Schließlich sei der Geldtransfer so kostenfrei. Sobald du die geforderte Summe überwiesen hast, verschwindet der Betrüger jedoch. Du bleibst sowohl ohne Ware als auch ohne Geld zurück. Doch wie ist das möglich?

So funktioniert der Paypal-Betrug

Gibt es denn keine Schutzmechanismen bei Paypal? Die Antwort lautet: jein. Paypal bietet zwar einen Käuferschutz an, allerdings lediglich, wenn du dich für die Option „Geld senden für Waren und Dienstleistungen“ entscheidest. Dabei fallen Gebühren in Höhe von meist 2,49 Prozent + einmalig 0,35 Euro an. Diese übernimmt zwar der Verkäufer, schlussendlich werden sie jedoch natürlich auf den Käufer abgewälzt. Darum wünschen sich viele Verkäufer und auch Käufer bei Ebay Kleinanzeigen, den kostenfreien Geldversand per Option „Freunde und Familie“. Doch diese enthält keinen Käuferschutz. Sobald das Geld weg ist, ist es weg. Und wenn man an einen Betrüger geraten ist, dann bleibt man ohne Geld und ohne Ware zurück. Eine Reklamation klappt höchstens, wenn du dein Paypal-Konto mit einer Kreditkarte verknüpft hast und diese über eine Versicherung verfügt.

Abzocke bei Ebay Kleinanzeigen: So schützt du dich

Wenn du den vorangestellten Absatz aufmerksam gelesen hast, dürftest du bereits eine Ahnung haben, wie du dich schützen kannst. Die Lösung aller Probleme ist nämlich sehr einfach: Sofern du dem Verkäufer nicht restlos vertraust, solltest du die Option „Waren und Dienstleistungen“ wählen. In diesem Fall ist der Paypal-Käuferschutz mit von der Partie und du bekommst den verschickten Betrag zurück, falls deine Bestellung nicht bei dir ankommt. Dafür musst du dann mit den anfallenden Paypal-Gebühren leben.

Und wie sieht es aus, wenn du der Verkäufer bist?

Was nicht jedem auffällt: Die Betrugsmasche funktioniert auch andersherum. Wenn du derjenige bist, der etwas über Ebay Kleinanzeigen verkaufen will, solltest du – im Gegensatz zum vorher genannten Fall – selbst auf der Option „Familie und Freunde“ bestehen. Ansonsten könnte der Käufer, sobald er die Ware erhalten hat, vom Käuferschutz gebrauch machen und das Geld wieder zurückholen. Wenn du über keinen Beleg verfügst, dass du die Ware ordnungsgemäß verschickt hast – beispielsweise, weil du diesen Weggeworfen hast oder der Käufer die Ware persönlich abgeholt hat – dann bleibst du wieder einmal ohne Geld und ohne Ware zurück. Du musst also auch als Verkäufer aufpassen. Doch wenn du Vorsicht walten lässt, werden dir Trickbetrüger nichts anhaben können.

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16 KOMMENTARE

  1. Der einfachste Weg sich zu schützen ist die Suche regional so einzugrenzen dass man den Artikel persönlich in Augenschein nehmen kann und wenn er in Ordnung ist schlägt man zu. Wenn nicht hat man wenigstens einen schönen Ausflug gehabt.

  2. Hier wird aber nicht erwähnt, dass PayPal mit Käuferschutz auch sehr oft missbraucht wird. Der Käufer bezahlt ganz normal und nach Erhalt der Ware wird dann behauptet, dass die Ware angeblich nicht in Ordnung sei und PayPal erstattet das Geld. ABER das Geld wird dann beim Verkäufer gezogen. Der Verkäufer hat dann keine Ware mehr und auch noch die Versandkosten bezahlt. Warum schreibt niemand darüber????

    • Hallo Danis, da hast du natürlich recht. Aber man kann sich einfach davor schützen, indem man als Verkäufer auf „Familie und Freunde“ besteht. Das steht so auch im Text.

      • Der PayPal Käuferschutz ist genau das was der Name sagt: Ein Schutz für den Käufer. Und ein knallharter Nachteil für den Verkäufer. Für die gewerbliche Nutzung ist das sicherlich soweit in Ordnung, aber ich kann jedem Privatverkäufer nur davon abraten.
        Eine Anekdote: Ich habe eine FritzBox verkauft. Original von Media Markt gekauft, kein gebrandetes Leihgerät. Die Käuferin hat einen Tag nach Erhalt ohne Vorwarnung einen Fall aufgemacht und ihr Geld wieder zurück geholt. Grund: Sie hat das Gerät nicht konfiguriert bekommen und dann behauptet es sei defekt. Die FritzBox habe ich erst nach über einem Monat wieder bekommen. Noch schlimmer war allerdings, dass in mein PayPal für mehrere Wochen eingeschränkt war. Nicht mal eine Pizza konnte ich online zahlen. Und dass obwohl ich schon Jahre bei Paypal bin, viele Tausend Euro Umsatz gemacht habe und vorher nicht eine Reklamation oder ein ungedecktes Konto hatte. Ein Musterkunde sozusagen. Trotzdem kam umgehend so eine Einschränkung. Und wäre die FB gar nicht mehr gekommen hätte ich auch nicht wirklich was dagegen machen können. All der Stress nur weil der Käufer nicht eine Sekunde daran gedacht hat mich kurz zu fragen und gleich einen Fall aufgemacht hat.

  3. Man kann aber innerhalb weniger Minuten noch das Versenden des Geldes über Paypal stornieren. Das Geld wird dann nicht vom Verkäufer zurück geholt. Dafür gibt’s bei Paypal den Button „Stornieren“. Der ist aber nur für ganz wenige Minuten verfügbar.

  4. Widerspricht sich das nicht? Wenn ich als Käufer auf Zahlung über Option „Waren und Dienstleistungen“ und als Verkäufer auf „Verwandte und Freunde“ bestehe? Denn als Käufer würde ich misstrauisch werden, wenn der Verkäufer auf o. g. Option besteht und als Verkäufer ebenso.

    • Das stimmt, aber das ist leider die einzige wirklich sichere Variante. Da muss dann jeder für sich selbst entscheiden, ob er ein Risiko eingehen will oder doch lieber auf den nächsten Käufer / das nächste Produkt wartet.

  5. Ich verkaufe und kaufe auch viel über Kleinanzeige mit Versand. Bei mir gibt es nur „Geld an Freunde“ egal ob Verkäufer oder Käufer. Eigene Bankverbindung nur in seltenen Fällen wenn ich absolutes Vertrauen habe und die Adresse da ist. Wem das nicht passt, platzt halt der Deal. Das beruht auch auf gegeseitiges Vertrauen.

    • Wie kannst du jemanden vertrauen, den du nicht kennst?
      Die „Geld an Freunde“ Methode für gekaufte Ware ist einfach schwachsinnig.
      Irgend wann geht es schief, dann ist der Ärger groß da sich die Polizei nicht darum kümmert / kümmern kann.

  6. Ich wurde auch Opfer. Der Betrüger hat die Ware sogar persönlich oder von einem Bandenmitglied abholen lassen, er war jung und sah nicht wie ein typischer Betrüger aus (Hallo Naivität). Ich konnte den Abholer bei der Polizei im Fahndungscomputer wiedererkennen. Was hat die Polizei gemacht? Nichts…
    Schaden von 4000 Euro. Einmal und nie wieder

  7. Hallo,
    im Grunde ist es einfach….
    Jeder sollte als Käufer einen Grenz-Betrag (z. B. Ab 100 €) haben und ab dort auf PayPal mit Gebühr bestehen. Wird dies vom Verkäufer abgelehnt, sollte man vorsichtig sein und ggf. vom Kauf absehen. Oft wird ja auch beim Dialog schon klar, ob man ggf. schon Vorsicht walten sollte.
    Dann ist vermutlich auch schon eine
    regionale Abholung mit Vorsicht zu genießen! Als Verkäufer sollte man darauf achten, daß man bei Nachverhandlungen nicht
    über den Tisch gezogen wird und im Voraus erwähnen das dieVerhandlungs-
    Basis nur ein freiwilliges Entgegenkommen bedeute…
    Man merkt das recht schnell wenn der
    Käufer schon in den ersten Sätzen mit Nörgeln am Produkt beginnt….
    (Oh, im Motor sind keine Originalteile verbaut, obwohl z. B. bei dem Pkw  Partnerfirmen oder gar z.B. bekannte Hersteller auf dem Ralais aufgedruckt/gestanzt sind!)
    – Wird oft beim Autokauf angeführt um den Preis des gebrauchten PKW in astronomische Tiefen zu senken! –

    Nach Gesehen und gekauft vor Ort ist dann PayPal mit Gebühr aus  Verkäufersicht eher nicht zu empfehlen!

    *  *  *  *  *  *

    Als Käufer:
    Keine hohen Beträge via PayPal(Freunde)
    auch bei Abholung nicht!
    Bei hohen Werten per Versand immer als Paket verlangen auch wenn es als
    Päckchen gehen würde! Dann ist es versichert! -Päckchen sind nicht automatisch versichert!

    *  *  *  *  *  *

    Als Verkäufer:
    bei Verkauf vor Ort sich nicht auf
    PayPal mit Gebühr einlassen!
    Auf Barzahlung bestehen…..Oder
    Wenn man den Kunden kennt notfalls auch PayPal an Feunde!.
    IBAN nur bei seriösen Anfragen herausgeben. …
    (nach Dialog und guten Gefühl in der Sache)….

    Type Winz

  8. Neulich wollte ein Kollege von mir seine Felgen verkaufen.
    Er wurde angeschrieben, das der „Käufer“ ihm das Geld per PayPal zukommen lassen würde, und sich selbst um die Abholung per Spedition kümmern würde.

    Ein Tag später hat mein Kollege eine fingierte Mail von PayPal erhalten
    Er ihm würden 700€ gutgeschrieben worden sein
    Aber er könne nur darüber verfügen
    Wenn er 200€ über Western Union einzahlen würde.

    Er hat den Braten gerade noch so gerochen
    Sonst wären die 200€ auf nimmer Wiedersehen weg gewesen

  9. Ich verkaufe einiges über ebay Kleinanzeigen und biete Abholung gegen Barzahlung und Versand gegen Vorkasse an und schreibe das auch so ganz offen ins Inserat. Der Käufer schickt mir dann u.a. seine offene E-Mail-Adresse, und da sende ich ihm die Rechnung als PDF hin. Dann kann er anhand der darauf befindlichen Steuer- und Umsatzsteuer-ID gern vorab prüfen, ob ich ein ordentlicher Geschäftsmann bin. Wenn das Geld dann gutgeschrieben wurde, versende ich die Ware, oftmals per Spedition, und sende dem Käufer den Übergabeschein der Spedition als Versandnachweis. Man findet mich auch beim googeln und dort habe ich auch Rezensionen als zuverlässiger Verkäufer. Ich habe aber auch immer wieder Anfragen von Leuten, denen es nur auf billig billig billig ankommt, und das sind diejenigen, die den Betrügern auf den Leim gehen, weil wenn man ein „Schnäppchen“ sieht, wird regelmäßig das Gehirn ausgeschaltet. Was immer mehr zu beobachten ist: JEDER ist Egoist, jeder sucht wie blöde nach DEM SCHNAPPER, und da sind diesen EGOISTEN Hungerlöhne in der dritten Welt, Kinderarbeit und klimaschädigendes Transportwesen plötzlich egal

  10. Bei mir war es ähnlich: hatte einen 400 € Honda-Generator „ersteigert“, bzw bei Ebay-Kleinanzeigen ausgehandelt. Das Geld wurde auf Wunsch des Verkäufers an „Freunde und Bekannte“ versendet, und damit waren die 400 € weg! Der Verkäufer hatte aber eine noch raffiniertere Masche: um Zeit zu schinden, schickte er eine Dose HUNDEFUTTER! Für 1,49€ an eine falsche Adresse mit einem falschen Absender! Nur, um mir, dem Käufer, eine Paketnummer für die Nachverfolgung des Paketes liefern zu können! So war man erst mal beruhigt, und die Sache Zug sich über 2 Wochen hin, ohne daß ich Verdacht geschöpft habe! Als ich dann 3 Wochen später mit der Dose Hundefutter zur Polizei ging, und Anzeige erstattet habe, war es eh schon zu spät. Der Fall wurde nie aufgeklärt. Also Fazit: nicht an Fremde per Paypal „Freunde“ überweisen!

  11. Warum wird das wie wham eig ständig wieder aufgetaut? egal wo es gibt überall Betrüger und Maschen.
    Jeder muss selber wissen worüber und wie er zahlt (auf ebay hat früher auch jeder seine Bankdaten hinterlegt und heute wird da ein Trubel drum gemacht das ist schon fast lächerlich).

  12. Das Fazit bleibt doch: Unsere Polizei kümmert sich nicht um Betrüger und schon gar nicht um Internetbtrüger, sondern vornehmlich um Falschparker und Handysünder auf dem Fahrrad. ….das bringt ja sofort Kohle.

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