E-Scooter in Deutschland: Es wird gemeckert

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Seit mehr als drei Monaten sind E-Tretroller nun in Deutschland verfügbar. Erste Bilanzen zeigen ein durchwachsenes Bild: Die neuen Fortbewegungsmittel sind in der Bevölkerung umstritten und von kommunaler Seite regt sich Widerstand. Ein Überblick.
E-Scooter von Bird, Circ und Tier vor einer bunten Wand in Köln
E-Scooter von Bird, Circ und TierBildquelle: Blasius Kawalkowski

In deutschen (Groß-)Städten stehen sie seit diesem Sommer an oder mitten auf der Straße: E-Scooter sind das Fortbewegungsthema des Jahres 2019. Die elektronisch angetriebenen Roller wurden am 15. Juni in Deutschland zugelassen und sind seitdem umstritten. Aktuell macht beispielsweise Bremen mit einem Sonderweg bei der E-Scooter-Vermietung auf sich aufmerksam. Wie die Nachrichtenagentur dpa (via heise online) schreibt, will man feste Regeln beim Betrieb der Geräte sehen. Die Vermieter sollen beispielsweise dafür Sorge tragen, dass E-Scooter nicht in Grünanlagen abgestellt und genutzt werden. Auch muss der Anbieter „einen Ansprechpartner vor Ort bereitstellen, der bei Behinderungen kurzfristig einschreitet“.

Erst wenn diese Auflagen erfüllt sind, erhalten Anbieter eine Sondergenehmigung für die Nutzung des öffentlichen Straßenraums. „Uns war es wichtig, dass wir nicht die chaotischen Zustände mit den Rollern bekommen wie viele andere deutsche und europäische Städte“, sagte die Mobilitätssenatorin von Bremen, Maike Schaefer, gegenüber der dpa. Die Erlaubnis für die Anbieter sei auf ein Jahr befristet. Danach wolle man eine Bilanz ziehen. Dies ist übrigens auch der Plan der Bundesregierung: Ende 2020 soll es einen ersten Zwischenbericht zu den E-Scootern geben.

E-Scooter: „Alles, was man falsch machen kann, wird auch falsch gemacht“

Bleibt die Entwicklung auf dem aktuellen Stand stehen, dürfte die Bilanz negativ ausfallen. Denn bisher stehen E-Roller vor allem in der Kritik. So sollen sie nicht so umweltfreundlich sein, wie es zunächst scheint. Auch zahlreiche Unfälle, technisches Versagen und übermäßiger Datenhunger der Smartphone-Anwendungen erzeugen ein eher negatives Bild der Fahrrad-Alternative. Hinzu kommt unsachgemäße Benutzung seitens der Kunden. „Alles, was man falsch machen kann, wird auch falsch gemacht“, zitiert die „WirtschaftsWoche“ einen Polizeisprecher der Stadt Mannheim.

Es regt sich jedoch auch Widerstand gegen den Widerstand: In den sozialen Medien wird eine überkritische Berichterstattung von E-Scootern bemängelt. Beliebt sind die E-Scooter aktuell auf jeden Fall: Unter anderem bei jungen Menschen und Touristen kommen sie zum Einsatz. Laut einer aktuellen GfK-Umfrage haben bisher erst fünf Prozent der Befragten einen E-Tretroller benutzt. 25 Prozent wollen dies aber in Zukunft noch nachholen.

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1 KOMMENTAR

  1. Könnte man in Zukunft nicht mal differenzieren zwischen Leihgeräten und gekauften? Der AfD-Wähler von heute wird das doch sonst nicht unterscheiden können und auf der Straße gegen alle hetzen.

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