E-Scooter im Rhein: Diese Hightech-Maschinen helfen bei der Bergung

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Mutwillig hineingeworfene E-Scooter rotten im Rhein und anderen Flüssen langsam vor sich hin. Jetzt verspricht ein Branchenverband Besserung. Im Rhein vor Köln soll schon in Kürze eine Bergungsaktion starten. Dann kommen unter anderem Unterwasserdrohnen zum Einsatz.
Unterwasserdrohne mit Greifarm.
Unterwasserdrohnen mit Greifarm sollen bei der Bergung von E-Scootern aus dem Rhein helfen.Bildquelle: Qysea

E-Scooter. Die einen lieben sie, die anderen hassen sie. Unbeliebt sind sie vor allem dann, wenn sie wild geparkt irgendwo zwischen Bürgersteig, Radweg und Straße stehen. Ein noch viel größeres Problem sind die Tretroller aber dann, wenn sie mutwillig in Gewässern versenkt werden. Dann können nämlich im schlimmsten Fall gefährliche Chemikalien aus den Akkus austreten und das Wasser vergiften. Ein besonders extremer Fall wurde in diesem Zusammenhang vor wenigen Tagen bekannt. Im Rhein vor Köln sollen Hunderte E-Scooter langsam aber stetig vor sich hin gammeln. Der Branchenverband verspricht jetzt schnelle Besserung – und ruft Experten für die Bergung zu Hilfe.

Unterwasserdrohnen sollen E-Scooter bergen

Die Plattform Shared Mobility (PSM), in der unter anderem die E-Scooter-Verleiher Bird, Dott, Lime, Spin, Tier und Voi zusammengeschlossen sind, will am 28. und 29. Juni mit der Bergung von im Rhein liegenden E-Scootern beginnen. Vorbehaltlich der Genehmigung durch die entsprechenden Behörden soll dann eine Spezialfirma aus den Niederlanden mit Unterwasser-Drohnen und -Robotern nach den versenkten Tretrollern suchen. Und diese anschließend auch aus dem Fluss ziehen. Im Fokus stehen dabei die Flussabschnitte um die Deutzer Brücke und die Hohenzollernbrücke.

Christoph Egels, Sprecher der Facharbeitsgruppe Mikromobilität bei der PSM sagt: „Die mit Sonar und Greifarm ausgestatteten Gerätschaften werden die entsprechenden Abschnitte nach E-Scootern und anderen Fahrzeugen absuchen, die von Randalierern ins Wasser geworden wurden. Dadurch können wir zunächst Gewissheit darüber erlangen, wie viele E-Scooter sich tatsächlich im Wasser befinden.“ Das sei nämlich aufgrund des derzeit recht hohen Pegelstands und der schlechten Sichtverhältnisse unter Wasser noch nicht hinreichend geklärt.

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Die Kosten für die Reinigungsaktion tragen nach eigenen Angaben vollständig die Sharing-Anbieter. Und das unabhängig davon, ob es sich bei den zu bergenden Gegenständen um E-Scooter oder andere Dinge wie Fahrräder oder Einkaufswagen handelt. Neben den beiden oben genannten Hotspots soll die Suche auch andere Bereiche abdecken. Etwa die Mülheimer Brücke, Zoobrücke und Severinsbrücke sowie die gesamte Uferpromenade. „Nach Bestandsaufnahme und erfolgreicher erster großflächiger Bergung werden die Anbieter Bautaucher beauftragen, um jene E-Scooter zu bergen, die der Greifarm der Unterwasserdrohne nicht fassen konnte“, sagt Egels.

Akkus nur nach IP67-Zertifizierung geschützt

Geborgene E-Scooter möchte man nach der Bergung fachmännischen Entsorgungsbetrieben zuführen. Engels verweist in diesem Zusammenhang auch auf eine IP67 Zertifizierung der in den E-Scootern verbauten Akkus. Das muss man aber eher als halbherzigen Versuch deuten, die Gemüter zu beruhigen. Denn eine IP67-Zertifizierung besagt lediglich, dass ein Gerät bis zu 30 Minuten in geringer Wassertiefe unbeschadet überstehen kann. Wenn ein E-Scooter für Wochen oder gar Monate auf dem Grund des Rheins liegt, dürfte dieser Akkuschutz nur wenig nützen.

Unabhängig davon will die PSM in Zukunft nicht nur in Köln, sondern auch in anderen Städten Reinigungsmaßnahmen in Flüssen durchführen. Zum Beispiel in Düsseldorf, Frankfurt und München. PSM-Sprecher Egels betont: „Für verantwortungsloses Handeln von Randalierern haben wir kein Verständnis.“ Man verfolge Fehlverhalten gemeinsam mit den örtlichen Behörden und der Polizei.

Update vom 28. Juni – Bergungsaktion verschoben

Die Mitglieder der Plattform Shared Mobility müssen die für den 28. bzw. 29. Juni 2021 geplante Bergung der E-Scooter aus dem Rhein auf unbestimmte Zeit verschieben. Grund für die Verzögerung ist die ausstehende Genehmigung durch die entsprechenden Behörden. Die Mitglieder der PSM arbeiten weiterhin mit Hochdruck daran, die Aufräum- und Bergungsarbeiten bald zu starten und informieren zeitnah über weitere Maßnahmen.

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