E-Scooter: Die 5 größten Probleme der Elektroroller

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Seit vergangenem Sommer gibt es sie in vielen deutschen Städten: E-Scooter. Verleiher wie Lime, Tier oder Circ wittern ein Geschäft und kleistern Köln, Hamburg oder Berlin mit E-Scootern voll. Doch es gibt nicht nur Vorteile. Diese 5 Probleme verursachen die ausleihbaren Elektroroller.
E-Scooter von Bird, Circ und Tier vor einer bunten Wand in Köln
E-Scooter von Bird, Circ und TierBildquelle: Blasius Kawalkowski

Von A nach B zu fahren geht mit den ausleihbaren E-Scooter schnell, macht Spaß und kostet nicht allzu viel. Doch nach rund einem Jahr nach dem Startschuss gibt es nicht nur Positives zu berichten.

Mehr Unfälle als mit dem Fahrrad?

Zwei Monate nach der Einführung der E-Scooter in Hamburg waren der „Welt“ zufolge in der Innenstadt-Klinik St. Georg 35 Verletzte nach Unfällen mit den Elektrorollern behandelt worden. Elf Menschen wurden so schwer verletzt, dass sie operiert werden mussten. Zum damaligen Zeitpunkt habe man in der Klinik mehr Verletzte durch E-Scooter-Unfälle behandelt als Verletzungen durch Fahrradunfälle, sagte Prof. Christian Kühne, Chefarzt des chirurgisch-traumatologischen Zentrums der Asklepios Klinik St. Georg. „Der Zustrom an Verletzten dürfte anhalten“, war sich der Klinikbetreiber sicher. Zumal damit zu rechnen sei, dass die Anzahl der E-Scooter zunehme.

Ein Jahr später: Im ersten Quartal 2020 hat die Polizei in Deutschland insgesamt 251 Unfälle mit E-Scootern registriert. Laut Statistischem Bundesamt kam in den Monaten Januar bis März dabei ein Mensch ums Leben, 39 Menschen wurden schwer verletzt. Ist das viel oder wenig? Ein Vergleich mit den im gleichen Zeitraum festgestellten Fahrradunfällen zeigt: wenig. Zwischen Januar und März kamen in Deutschland 52 Radfahrer ums Leben, 2.052 wurden schwer verletzt. Insgesamt registrierte die Polizei fast 13.000 Unfälle.

Stadtchaos: E-Scooter werden als Sperrmüll entsorgt

Insbesondere in Frankreich haben E-Scooter die Straßen von Großstädten verändert. Fahrer lassen die Tretroller auf Gehwegen liegen, werfen sie in Flüsse und in Marseille des Öfteren auch ins Meer. In Paris hatte man bereits kurz nach dem Start keine Lust mehr auf das E-Roller-Chaos und griff knallhart durch. Falsch abgestellte E-Scooter werden als Sperrmüll entsorgt. „Es ist nötig, Ordnung zu schaffen“, sagte die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo gegenüber der dpa. So schwerwiegend war das Chaos in deutschen Städten zum damaligen Zeitpunkt aber nicht. Ein Jahr später hat sich das aber deutlich verändert. E-Scooter liegen auf Gehwegen, werden im Gebüsch entsorgt oder landen im Springbrunnen.

Betrunken auf dem E-Scooter

Viele Nutzer der Elektroroller sehen in diesen offenbar eher ein Spielzeug statt einem straßenzugelassenen Fahrzeug. Abendliche Fahrten im alkoholisierten Zustand sind keine Ausnahme. Immer wieder sieht man auch, wie zwei Personen sich einen E-Scooter teilen, was ebenfalls verboten ist. Ende 2019 hat die Polizei gemeinsam mit Vertretern der E-Scooter-Verleiher Circ und Tier in Köln Fahrer eine Nacht lang kontrolliert. Die Bilanz: Mehrere Ordnungswidrigkeitenanzeigen, teils hohe Bußgelder und drei Fahrern wurde der Führerschein entzogen. Letzteres ist vielen oft nicht bewusst. Also Obacht: Beim Fahren von E-Scootern gelten die gleichen Promille-Grenzen wie beim Fahren eines Autos.

Fahrer kennen Regeln nicht

Gründe für das Chaos in Innenstädten und Fahren unter Alkoholeinfluss: Viele kennen schlicht die Regeln nicht. „Das größte Problem ist, dass die Nutzer nicht wissen, was sie dürfen und was sie nicht dürfen“, sagt Christina Gutenberger vom Verkehrsdienst der Frankfurter Polizei.

E-Scooter fahren: Diese Regeln solltest du kennen

So ist das Fahren auf Gehwegen und Fußgängerzonen etwa absolut tabu. Und auch zu Zweit auf einem Elektroroller durch die Stadt zu düsen, ist illegal. Die Polizei ahndet dieses Vorgehen mit Geldbußen. Im Video zeigen wir dir, was erlaubt und was untersagt ist.

Trotz Elektro-Antrieb: E-Scooter nicht so umweltfreundlich wie viele denken

„Elektrische Tretroller, wie sie aktuell in Innenstädten zum Verleih angeboten werden, sind zurzeit kein Gewinn für die Umwelt“, so das Umweltbundesamt. Als Leihfahrzeug in Innenstädten, wo ÖPNV-Netze gut ausgebaut und die kurzen Wege gut zu Fuß und per Fahrrad zurückzulegen seien, bringen die Roller eher Nachteile für die Umwelt – und drohen als zusätzlicher Nutzer der bereits unzureichend ausgebauten Infrastruktur das Zufußgehen und Fahrradfahren unattraktiver zu machen. „In der Ökobilanz sind E-Scooter natürlich deutlich besser als das Auto. Aber gegenüber dem bewährtem Fahrrad, mit dem sich Strecken ebenso schnell bewältigen lassen und Gepäck besser transportieren lässt, sind E-Scooter die deutliche umweltschädliche Variante und aus meiner Sicher daher keine gute Alternative“, sagt die Präsidentin des Umweltamts Maria Krautzberger.

E-Scooter von Voi
E-Scooter von Voi

Zudem seien die Akkus, die in den E-Scootern verbaut sind, ein Problem. Den bei den wiederaufladbaren Batterien handelt es sich um Lithium-Ionen-Akkus, die Kobalt, Nickel, Kupfer, Aluminium und andere teilweise kritische Rohstoffe enthalten können, deren Abbau häufig mit Belastungen für die menschliche Gesundheit und die Umwelt einhergehe. „Der Abbau von Kobalt in Afrika und Lithium in Südamerika erfolgt nicht immer umwelt- und menschengerecht“, so das Umweltbundesamt.

Hinzu kommt: Nachts werden die E-Scooter von Kleintransportern eingesammelt, von den Fahrern aufgeladen und am frühen Morgen wieder ausgefahren. Noch sei unklar, wie viele PKW-Kilometer durch die Aktivitäten dieser Logistik entstünden, warnt das Umweltbundesamt. Nur wenn E-Scooter nicht mehr zusätzliche Wege mit Benziner- oder Diesel-betriebenen Fahrzeugen generieren, als sie bei ihrer Nutzung einsparen, könnte man sie überhaupt als umweltfreundlich bezeichnen.

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1 KOMMENTAR

  1. Da lobe ich mir doch das Elektro-Moped im Monatsabo von Rollich (www.rollich.de): werden vom Nutzer selbst geladen und nicht mit Transportern rumgefahren, weil sie direkt bei ihren Kunden vor der Tür stehen.

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