DHL: Darum fahren viele Pakete jetzt mit der Bahn

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Wenn ein Paket mit DHL von einer Ecke Deutschlands in die andere transportiert wurde, geschah das bislang fast immer mit dem Lkw. Das soll sich jetzt ändern. DHL Pakete sollen vermehrt den Zug nehmen, um zum Ziel zu kommen.
DHL Pakete fahren jetzt mit der Bahn
DHL Pakete fahren jetzt mit der BahnBildquelle: DB Cargo / Oliver Lang

In der vergangenen Woche haben die Vorstände von Deutsche Post DHL und der Deutschen Bahn Güterverkehr einen symbolischen Startschuss für die neue Zusammenarbeit gegeben. Von Großbeeren im Süden Berlins aus schickten sie einen Paket-Zug auf die Reise. Bislang fuhren gerade mal zwei Prozent aller DHL-Pakete mit der Bahn. Jetzt sind es immer noch magere sechs Prozent. Doch langfristig soll der Anteil auf 20 Prozent steigen.

Damit der Anteil auf 20 Prozent steigt, muss sich aus Sicht von DHL jedoch noch einiges bei der Bahn ändern. Sie will schnellere Waggons für den leichten Güterverkehr, ein Ausbau der Infrastruktur, bessere Trassen unter Einbeziehung der Hochgeschwindigkeitsstrecken, vereinfachte Verfahren für den Neu- und Ausbau von Bahnanschlüssen sowie schnellere, kostengünstige Verfahren zur Verladung vom Lkw auf die Bahn und umgekehrt. Außerdem müsste es eine Bereitschaft der Kunden geben, für einen klimafreundlicheren Transport auf der Schiene etwas längere Laufzeiten zu akzeptieren.

Züge rollen schon seit dem Jahr 2000

Die ersten Paketzüge auf Basis von aufsetzbaren Wechselbehältern sollten schon im Jahr 2000 auf einer Nord-Süd-Verbindung fahren. Nach und nach kamen weitere Verbindungen hinzu. Vor einem halben Jahr zählte DHL beim Schienentransportnetz für Pakete aus 13 Verbindungen. Doch diese kamen fast alle nur am Wochenende zum Einsatz, um Pakete trotz Sonntagsfahrverbot für Lastwagen transportieren zu können.

Nun sind weitere sieben Zugverbindungen mit zumeist werktäglichen Verkehren hinzugekommen. Allein vom Güterterminal Großbeeren bei Berlin aus werden Destinationen in den Großräumen Dortmund, Mannheim und Frankfurt am Main angefahren. Dabei werden Pakete aus den umliegenden DHL-Paketzentren per Lkw zum jeweiligen Güterterminal transportiert und dort auf die Züge verladen. Von dort gehen sie in die Zielregion, wo sie wieder umgeladen und per Lkw ins aufnehmende Paketzentrum gebracht werden. Dieser Transport geschieht zumeist über Nacht. Mit Blick auf den bevorstehenden vorweihnachtlichen Starkverkehr planen Deutsche Post DHL und DB Cargo, zusätzlich 20 Züge an den Wochenenden vor Weihnachten einzusetzen.

Paketzentren sollen Gleisanschluss bekommen

Das sind die DHL-Zug-Verbindungen
Das sind die DHL-Zug-Verbindungen

DHL würde gerne ausgewählte Paketzentren mit Gleisanschlüssen ausstatten. Dadurch könnten Transporte zu den Terminals reduziert, die Verladung beschleunigt und noch höhere Mengen in den zur Verfügung stehenden Zeitfenstern klimafreundlich auf der Schiene transportiert werden. Losgehen soll es beim Paketzentrum Köln. Hier ist in den kommenden Jahren eine Erweiterung und Bau eines direkten Zugangs zu dem benachbarten Containerterminal Eifeltor geplant ist. Doch DHL macht deutlich, dass bisherige Erfahrungen von Gleisanschlüssen ernüchternd seien. Eine Vielzahl baulicher und regulatorischer Vorschriften erschwerte solche Vorhaben und bedingten Jahre an Vorlaufzeit, so Post- und Paketvorstand Meyer.

Mit einem Paket-Zug könne DHL bis zu 100.000 Pakete transportieren. Im Vergleich zum Transport auf der Straße spart Deutsche Post DHL derzeit  etwa 1.000 Tonnen CO2 monatlich durch die Nutzung der Schiene ein. DHL betreibt 36 aktive Paketzentren, ein weiteres im Süden Berlins steht kurz vor der Fertigstellung.

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