Deutschlandticket: 49-Euro-Ticket ab Januar „nicht zu halten“

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„Schnellstmöglich“ soll er kommen, der Nachfolger des 9-Euro-Tickets. Das neue Deutschlandticket ist politisch beschlossen, doch die Umsetzung wird schwierig. Inzwischen heißt es, eine Einführung zum 1. Januar sei nicht zu halten.
Ein Regionalexpress an einem Bahnübergang
Ein Regionalexpress an einem BahnübergangBildquelle: hpgruesen / Pixabay

Die Politik hat offenbar zu lange mit ihren Beschlüssen gewartet. Die Umsetzung des neuen Deutschlandtickets zum 1. Januar 2023 ist nicht zu halten. Das zumindest sagt der VDV, der Verband der Verkehrsunternehmen in Deutschland. Gleichwohl begrüße man da neue Ticket. Es  „bedeutet einen Paradigmenwechsel für mehr klimafreundliche Mobilität in unserem Land und wir begrüßen, dass sowohl Bund und Länder ihre finanzielle Verantwortung in einem höheren Maße wahrnehmen wollen.“ Man wolle in den Verkehrsunternehmen und den Verkehrsverbünden alles daran setzen, den Beschluss so schnell wie möglich umzusetzen. „Allerdings ist klar, dass der 1. Januar nicht zu halten sein wird, da entscheidende Fragen unbeantwortet geblieben sind“, so der VDV.

Deutschlandticket: Verband warnt vor hohen Verlusten

Der VDV stört sich dabei vor allem an finanziellen Regelungen. So stellen Bund und Länder zwar jeweils 1,5 Milliarden Euro für den Verlustausgleich durch das günstigere Ticket zur Verfügung. „Das Risiko eines höheren Verlustes sowie die erforderlichen Anlaufinvestitionen sind ins unternehmerische Risiko der Unternehmen verschoben, das geht nicht“, so der Verband. Völlig unberücksichtigt geblieben seien auch die pandemiebedingten Verluste und die hohen Anlaufverluste.

Dem VDV zufolge könne das Deutschlandticket zunächst auch nicht überall als digitales Ticket kommen. Gegenüber der Tagesschau sagte VDV-Geschäftsführer Oliver Wolff, viele Verkehrsunternehmen verkaufen heute noch Papiertickets. Er geht daher davon aus, dass es eine Zeit lang sowohl digitale als auch analoge Tickets geben werde, da eine solche Umstellung nicht in dieser kurzen Zeit machbar sei. Zum finanziellen Aspekt heißt es vom VDV weiterhin, dass auch die monatliche Kündbarkeit zu erheblichen Einnahmenrisiken führen, die den Kompensationsbedarf erhöhen. Gegenüber der Tagesschau nannte Wolff auch den März 2023 als realistisches Startdatum.

Der VDV vertritt über 600 Unternehmen im Nahverkehr, darunter auch DB Regio. Bei einem Bund-Länder-Treffen hatten die Ministerpräsidenten der Bundesländer und Bundeskanzler Scholz die Einführung eines dem 9-Euro-Ticket nahekommenden Tickets beschlossen. Es soll zunächst 49 Euro kosten und als monatlich kündbares Abo verfügbar sein.

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1 KOMMENTAR

  1. Paul

    Wenn schon jetzt abzusehen sind, dass es nicht bei 50€ bleibt, dann doch lieber ein Ticket für 30€/Monat (= 1€/Tag, 365€/Jahr), das „nur“ im Bundesland oder gesamten Verkehrsverbund (wie VRR/VRS) gilt. Niemand reist permanent durch das gesamte Land, sondern man bleibt außerhalb des Urlaubs ja überwiegend im Wohn- und Arbeitsort Umkreis.

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