Deutsches Netz schlechter als das albanische: "Das Ergebnis ist erschreckend"

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LTE Sendemast der Deutschen Telekom
Bildquelle: Deutsche Telekom
Die Aachener P3 Group hat für die Grünen das deutsche Netz mit denen anderer Länder verglichen und kommt auf ein niederschmetterndes Ergebnis. Die Grünen fordern daher National Roaming bei der 5G-Vergabe zur Pflicht zu machen. Dagegen sträubt sich die Telekom vehement.

National Roaming ist eines der ärgsten Streitpunkte bei der Vergabe der Frequenzen für 5G im neuen Jahr und des deutschen Netzes allgemein. Doch genau das fordern die Grünen, nachdem sie eine Auswertung bei der P3 Group beantragt haben. Wie die Tagesschau berichtet, solle sie ein sehr schlechtes Ergebnis für das deutsche Netz im Vergleich zu den europäischen Nachbarn offenbaren.

Das deutsche Netz hängt hinterher

Die Auswertung ergab, dass das deutsche Netz im europäischen Vergleich gerade beim Flächenausbau von LTE unter den schlechtesten Netzen rangiert. Noch hinter Albanien und dem größten Land Europas, Frankreich. Doch auch die Geschwindigkeit ist im Vergleich sehr niedrig. So ergab die Auswertung laut Tagesschau, dass das deutsche Netz im hinteren Drittel Europas liegt. Die Netzabdeckung im LTE-Netz sei beispielsweise bei der Telekom in Deutschland lediglich bei 75 Prozent. Der Ableger der Telekom beim westlichen Nachbarn Niederlande komme dagegen auf über 90 Prozent.

Doch „das ist nicht überraschend. In Deutschland sind Investitionen in die digitale Infrastruktur im europäischen Vergleich sehr teuer“, wird Hakan Ekmen, Geschäftsführer der P3 Group, zitiert. Das Aachener Unternehmen ist bekannt für seine Netztests und die Bereitstellung von Testdaten beispielsweise für den Netztest der „Connect“.

Grüne fordern mehr Geld für den Netzausbau

Die Grünen sind mit den Ergebnissen der Auswertung des deutschen Netzes alles andere als zufrieden und geben sich kämpferisch. Oliver Krischer, Bundestagsabgeordneter der Grünen, fordert, dass die Bundesregierung stärker ins Netz investiert und Geld für Mobilfunkmasten in die Hand nehmen soll. Doch mehr Geld zu investieren wäre auch, weniger Geld von den Netzbetreibern für die Vergabe von 5G-Netz-Rechten zu verlangen. Ekmen sieht hier einen Hemmschuh für Investitionen der Mobilfunkbetreiber: „Idealerweise werden die Lizenzen nicht für Milliarden versteigert, sondern günstiger“, wird der Unternehmer zitiert. Will ein Unternehmen mitbieten und Frequenzen nutzen, soll es jedoch nach Ekmen strenge Auflagen erfüllen. So wäre es möglich, die Funklöcher innerhalb von zwei Jahren zu schließen.

Ein National Roaming steht jedoch zumindest für Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer nicht zur Debatte. Er beharrt darauf, dass es mit ihm kein National Roaming geben wird. Das machte der Minister schon auf der Jahrestagung des Bundesverbands Breitbandkommunikation (Breko) Ende November klar. Trotzdem bleiben leise Zweifel, ob die 5G-Auktion in der jetzigen Lage durchgeführt werden kann. Denn die Bundesregierung plant, ein regionales Roaming einzuführen. Das beinhalte jedoch eine enorme Rechtsunsicherheit.

5G – die nächste Ausbaustufe

Ob die Netzinfrastruktur, der Netzausbau in Deutschland samt Regulierungs-Parametern, die Anwendungsgebiete, in denen 5G das fehlende Puzzleteil darstellt, bis hin zu den Smartphones, die 5G-fähig sind und was sie dafür können müssen: Die Themen rund um den Netzausbau bei 5G sind vielfältig. Doch nichts geht ohne die Tests der Netzbetreiber. Sie wurden schon von Telekom, O2 und Vodafone angestoßen. Huawei als einer der größten Netzausstatter der Welt dagegen droht in vielen Ländern nichts vom Kuchen abzubekommen, da sich die USA gegen die Technik der Chinesen ausspricht.

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