Deutsche Post: So groß sind die Probleme wirklich

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Seit Wochen macht die Deutsche Post vor allem durch negative Schlagzeilen auf sich aufmerksam. Briefe brauchen teils mehrere Tage oder Wochen bis sie ankommen. Jetzt sind Zahlen bekannt geworden, die das Chaos deutlich machen.
Ein Postbote mit einem Fahrrad
Ein Postbote mit einem FahrradBildquelle: Deutsche Post DHL

Schon vor einigen Wochen meldete die Bundesnetzagentur, dass der Beschwerdestand von Post-Kunden bei der Aufsichtsbehörde Bundesnetzagentur hoch ist. In Bonn teilte man mit, man verzeichnete in diesem Jahr bisher 20.421 Beschwerden über die Deutsche Post und nicht rechtzeitig zugestellte Briefe. Davon waren knapp 11.500 Beschwerden im 3. Quartal – damals noch ohne den September ausgezählt zu haben. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2021 waren es 15.118 Beschwerden. Nun hat die Behörde auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa neue Zahlen genannt. Demnach seien alleine im Oktober rund 9.700 Beschwerden eingegangen. Das sind fast doppelt so viele wie im September, wo man inzwischen 5.000 Beschwerden gezählt hat. Damit bringt es die Deutsche Post nur für den Monat Oktober auf zwei Drittel der Beschwerden für das Gesamtjahr 2021.

Deutsche Post reagiert mit Notfallkonzept

Gemessen am Gesamtvolumen aller Briefe ist das Beschwerdeaufkommen immer noch gering. Denn nach Medienberichten befördert die Deutsche Post monatlich 1,2 Milliarden Briefe. Gleichzeitig werden aber auch nur vergleichsweise wenige Nutzer den Weg bis zur Bundesnetzagentur gehen. Gleichzeitig schätzt die Bundesnetzagentur, dass das Beschwerdeaufkommen auch aufgrund der verstärkten Berichterstattung in den Medien gestiegen ist.

Wie die dpa weiter berichtet, hätten einige Verbraucher sich auch bei ihren Bundestagsabgeordneten beschwert. So habe ein Kunde aus dem Saarland seit Wochen keine Post bekommen – aufgrund eines Todesfalls in der Familie und dem damit verbundenen Bürokratie-Aufkommen besonders bitter.

Die Deutsche Post sprach zuletzt von lokalen Problemen. In 100 der 5.000 Zustellbezirke gäbe es Beeinträchtigungen. Betroffen seien nach Angaben der Post Süddeutschland und Berlin, aber auch andere Ballungszentren. Als Reaktion auf die Probleme habe die Post in Abstimmung mit der Bundesnetzagentur ein Notfallkonzept aktiviert, bei dem die Zustellung von Briefen regulär nur noch alle zwei Tage erfolgen soll. So möchte man die zur Verfügung stehenden Personal-Ressourcen besser aufteilen.

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7 KOMMENTARE

  1. Maik

    Kein Wunder das es da schlecht läuft, die Zusteller werden ausgenutzt müssen ständig neue leute anlernen, nur befristete arbeiter holen und kaum welche fest einszellen,gute Arbeiter werden entlassen, in den einzelnen Abteilungen werden die Chefs ständig getauscht, Kritik vom Zusteller ist dennen scheiss egal genau do wie die Gesundheit der Zusteller. Aber Hauptsache der Chef verdient Millionen im Jahr. Und ich war 3 Jahre Zusteller und weiß was da abgeht und wie man belogen wird!

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  2. Seidel

    Sie sollte ihre Mitarbeiter gute Geld bezahlen sie fordert mehr Arbeite wininger Geld die deutsche Post sie zahlen ihre Mitarbeiter sehr schlecht das ist die weiheit. Viele Mitarbeiter sie haben den Job gekündigt

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  3. Crealto

    @Maik: Ja es ist skandalös wie mit den Beschäftigten umgegangen wird. Die Arbeitsbedingungen und der Druck für die Paketboten ist unerträglich. Jetzt kommt auch noch die Diskussion über das Bürgergeld hinzu, dass angeblich die Leute nicht mehr arbeiten wollen, weil sich Arbeit nicht mehr lohnt.

    Ob es sich lohnt zu arbeiten oder Bürgergeld zu beziehen ist m.E keine Frage der Höhe der Bürgergelds sondern eine Frage ob für Arbeit angemessene und wertschätzende Löhne und Gehälter bezahlt werden. Durch die Diskussion, ob das Bürgergeld zu hoch ist und es dadurch keine Anreize gibt zu arbeiten, ist eine typisch neoliberale Diskussion. Sie hat einzig und alleine das Ziel, die abhängig Beschäftigten und zu spalten und den Blick abwärts zu richten. Facharbeiter gegen unqualifizierte, Festangestellte gegen Zeitarbeitnehmer, Zeitarbeitnehmer gegen Bürgergeldbetroffene. Der Blick wendet sich also immer abwärts, dort wo die vermeintlich minderwertigeren unser Gesellschaft sind.

    Die richtige Frage muss eigentlich lauten, warum haben wir in Deutschland den größten Niedriglohnbereich in Europa? Warum werden in Deutschland nicht angemessene und wertschätzende Gehälter für die Breite Masse an Menschen gezahlt? Warum herrschen eigentlich in vielen Branchen, wie z.b in Alten- und Krankenpflege, bei Erziehern, bei Paketboten, im Reinigungsgewerbe, in Zeitarbeitsunternehmen und in der Gastronomie usw. So unerträgliche und belastende Arbeitsbedingungen? Hier muss angesetzt werden. Die Jobs müssen mehr soziale und finanzielle Anerkennung sowie bessere Arbeitsbedingungen bekommen. Dann sind die Menschen auch wieder bereit solche Jobs zu machen

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  4. Ricarda

    ich arbeite seit 35 Jahren bei der Post aber was da jetzt ab geht geht gar nicht es liegt nicht an den zu hohen Krankenstände sondern die Touren werden immer größer und sind nicht mehr zu schaffen

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  5. Petra Bartl

    Die Zusteller werden wie Sklaven behandelt. Jeden Tag elf Stunden arbeiten, ständig Verzicht auf freie Tage. Unter anderem auch Drohungen. Auch wird kein Unterschied bei Schwerbehinderten gemacht. Man wird systematisch kaputt und krank gemacht. Psychisch wie Physisch. Das hält keiner auf die Dauer aus und deshalb hat die Post kein Personal mehr.

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  6. Mike

    Die DP gehört wieder in staatliche Hände,dann würde dieses Chaos beseitigt

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  7. Christoph R.

    Man wird wie ein Sklave runtergemacht und behandelt und echt sehr mies bezahlt. Das Problem ist auch bei anderen Paketzustellerfirmen der Fall. Hauptsache die Aktien stimmen und die Chefs bekommen Millionen.

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