Deutsche Bahn: Darum brauchst du beim Einsteigen kein Ticket mehr

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Eigentlich gilt: Wer mit der Bahn fährt, braucht ein Ticket, wenn er einsteigt. Einziger kleiner Ausweg bislang: Der teure Bordpreis beim Zugbegleiter. Doch der wird abgeschafft. Deswegen reagiert die Bahn jetzt und ändert ihre Ticket-Bedingungen.
Intercity 2 der Deutschen Bahn
Bildquelle: Deutsche Bahn

Eins vorweg: Noch bis Ende dieses Jahres kannst du – wenn du kein gültiges Ticket hast, wenn du in einen Fernverkehrszug steigst – eine Fahrkarte beim Zugbegleiter kaufen. Das kostet allerdings einen kräftigen Zuschlag von 17 Euro. Ende des Jahres streicht die Bahn diese Möglichkeit. Schon jetzt aber hat die Deutsche Bahn die Bedingungen für Tickets in der Bahn-App DB Navigator geändert. Denn du kannst jetzt auch nach Abfahrt des ICE oder IC dein Ticket für die Bahn buchen. Bislang war das nicht möglich. Kundige Bahnfahrer behalfen sich, indem sie ein Ticket der nachfolgenden Stunde zum Flex-Preis buchten. Dieser wurde dann von den meisten Zugbegleitern akzeptiert.

Zehn Minuten Schonfrist nach Abfahrt

Bis zu zehn Minuten nach Abfahrt des Zuges ist diese Buchung möglich. Das geht übrigens auch über die Webseite bahn.de. Der Bahn ist wichtig, mit diesem Verfahren auch für spontan Reisende ein Angebot zu machen, noch ein Ticket zu kaufen. In einigen Fällen reicht die Zeit zum Kauf am Automaten schlichtweg nicht mehr aus.

Den Ticketkauf beim Zugbegleiter, der ab 1. Januar 2022 abgeschafft ist, hätten ohnehin nur 1 Prozent der Reisenden genutzt. Eine Bahn-Sprecherin teilte uns dazu vor einigen Monaten mit:  „Bei diesen Reisenden handelt es sich um Vielreisende und Geschäftsreisende, die mit unseren Vertriebskanälen gut vertraut sind. Nur im Einzelfall – etwa unter Zeitdruck – greifen diese Kunden mangels Alternativen im Zug auf den Bordverkauf zurück.“

Keine Bahn-Tickets nach Abfahrt im Nahverkehr

Für Fahrgäste ohne Smartphone wird es nach der Abschaffung des Bordpreises aber offenbar keine Alternative geben, einen Fahrschein zu kaufen. Solltest du also ohne Smartphone oder mit leerem Akku in einen Zug steigen und noch keinen gültigen Fahrausweis haben, hast du voraussichtlich ein ernst zu nehmendes Problem.

Übrigens: Für den Nahverkehr gelten die Regelungen zum Bahn-Ticket nicht. Hier gelten innerhalb der Verkehrsverbünde eigene Regelungen. Wirst du beispielsweise in Berlin und Brandenburg bei einer Fahrt innerhalb dieser Bundesländer ohne Fahrkarte angetroffen, giltst du direkt als Schwarzfahrer. Eine Buchung von Verbundtickets wird auch weiterhin nicht nach Abfahrt des Zuges möglich sein. Das gilt auch bei Verbund-übergreifenden Fahrten im Nahverkehr und bei Fahrten mit dem Nahverkehr, die sich zum Hauptbahnhof bringen sollen.

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3 KOMMENTARE

  1. Muahaha…Da muss man aber Glück haben, bei der DB Mal 10 Minuten Netz zu haben. Nie wieder DB. Audi in Neckarsulm abgeholt, unterwegs raus, „der Anschluszug fällt Planmäßig aus.“ Einfach nur: NEIN.

  2. Interessant, aber letztendlich kaum von Relevanz. Ich fahre seit Jahrzehnten mit der Bahn und es war nie erforderlich, ein Ticket im Zug zu kaufen. Mit der App und ggf. der Bahncard hat man sein Ticket innerhalb von Sekunden.
    Das Auto… Steht in der Garage.

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