Der Anti-Tesla-Plan: So wollen VW, BMW und Mercedes zurückschlagen

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Das E-Auto boomt. Der große Gewinner dabei heißt Tesla. Die deutschen Autobauer aber begreifen langsam, wie die Zukunft des Autos aussieht. Tesla den E-Auto-Markt überlassen? Mitnichten. Das sind die Pläne von VW, BMW, Mercedes und Porsche.
Der Anti-Tesla-Plan: So wollen VW, BMW und Mercedes zurückschlagen
Der Anti-Tesla-Plan: So wollen VW, BMW und Mercedes zurückschlagenBildquelle: Tesla/Blasius Kawalkowski

Tesla hat die gesamte Autoindustrie auf den Kopf gestellt. Zwar wäre das E-Auto früher oder später wohl unausweichlich gewesen. Doch der US-Konzern von Visionär Elon Musk hat den Prozess deutlich beschleunigt. Während Tesla mittlerweile der wertvollste Autobauer der Welt ist, gehen die deutschen Hersteller angeschlagen in die Zukunft. Ob BMW oder VW, ob Audi, Mercedes oder Porsche: Alle haben mit der größten Veränderung in der Geschichte des Autos zu kämpfen. Doch sie geben nicht auf. Und wenn sie dafür zehntausende Menschen entlassen müssen – die deutschen Autobauer haben einen Plan.

VW und Audi: Der größte Tesla-Konkurrent

Volkswagen etwa hat sein Werk in Zwickau nach einer über 100-jährigen Geschichte und 9,5 Millionen produzierten Autos umgebaut. Ende Juni lief mit dem Golf 7 der letzte Verbrenner vom Band. Der Golf 8 wird der letzte Golf sein. Einen E-Golf wird es nicht geben. An seine Stelle rückt der ID.3, das erste reine E-Auto von VW, den man bereits seit Ende 2019 in Zwickau fertigt. Seit Anfang Juli werden hier nur noch Elektroautos gebaut – für VW und die Töchter Audi und Seat. Auch das Werk in Emden will VW für den Bau von E-Autos auf neue Füße stellen. In anderthalb Jahren, also 2022, sollen dort die ersten Elektrofahrzeuge die Fabrik verlassen.

Der Elektroboom hat aber nicht nur den VW ID.3 zutage gefördert. Künftig will der Konzern mit Stromern wie dem Audi Q4 e-tron, dem Skoda Enyaq und dem Seat Tavascan, der voraussichtlich 2023 auf den Markt kommt, Tesla die Stirn bieten. Bis 2025 will Audi weltweit mehr als 20 Modelle mit reinem Elektroantrieb anbieten.

Volkswagen ID.3: Datum für Verkaufsstart und Preise stehen fest

BMW

Der Premiumhersteller BMW hingegen produziert deutlich geringere Stückzahlen als VW. Deshalb richtet der Autobauer sich flexibler aus. Die Produktionsstraßen sollen E-Autos aber auch Verbrenner und Fahrzeuge mit Hybridantrieb ausspucken können. Vor Kurzem hat BMW angekündigt, sein Werk in Dingolfing zum Zentrum für den Bau von E-Autos und Hybriden umzurüsten. Bis 2022 will der bayrische Autobauer rund 500 Millionen Euro investieren. Pro Jahr sollen dann eine halbe Million E-Autos und Hybride vom Band rollen. Um gegen Tesla, Nio und Co. gerüstet zu sein, fährt also auch BMW die Elektromobilität weiter hoch.

Mercedes

Auch wenn Daimler-Chef Ola Källenius vor Kurzem sagte, dass man die Transformation des Unternehmens und der eigenen Produkte mit Hochdruck vorantreibe – beim E-Auto ist man noch zögerlich. Zwar hat der Autobauer mit dem EQC ein rein elektrobetriebenes Fahrzeug im Portfolio. Derzeit setzt man aber immer noch stark auf Verbrenner und Hybride.

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Das Werk im französischen Hambach, in dem seit 1997 der Smart produziert wird, wolle man aber verkaufen, heißt es. Ab 2022 soll es Mercedes zufolge den E-Smart geben – die Elektroversion des Smart. Während Tesla ab dem kommenden Jahr E-Autos in Berlin produzieren will, will Mercedes raus aus Europa. Die Produktion des E-Smart will man nach China verlagern.

Porsche: Tesla zeigt, dass es geht

Auch Porsche kommt am Elektroboom nicht vorbei. Mit dem Taycan 4S will man Tesla-Fans für sich begeistern. Das 530 PS starke E-Auto ist ab 105.000 Euro erhältlich. Zwar gibt sich der Autobauer noch zögerlich, schließlich hat man in den vergangenen Jahren hohe Umsätze mit Verbrennern erzielt. Doch Tesla zeigt Porsche mit dem Roadster, dass ein Sportwagen auch mit E-Antrieb geht.

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1 KOMMENTAR

  1. Die Autos sind nicht das Problem! Das Ladesäulennetz und deren Bedienung funktioniert zur Zeit nur bei Tesla zufriedenstellend und das wird sich so schnell auch nicht ändern. Leider voll verpennt!

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