Coronavirus: Auch Flüge bei Condor, Ryanair und Co. fallen massenhaft aus

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Mit einem noch nie dagewesenen Programm an Flugstreichungen reagieren Fluggesellschaften aus ganz Europa auf das grassierende Coronavirus. Neben der deutschen Lufthansa betrifft das auch viele andere Airlines, die von Deutschland aus operieren. Ein Überblick.
Condor Hangar am Flughafen Düsseldorf
Bildquelle: Condor

Die Reisebranche kämpft gegen die Folgen des ausgebrochenen Coronavirus. Nicht nur bei Lufthansa fallen mehr und mehr Flüge aus, bei Tui hat man sich sogar dazu entschlossen, das Reisegeschäft vorübergehend fast komplett einzustellen. Die zum Konzern gehörende Airline Tuifly will aber im Ausland weilende Kunden wie gewohnt zurück nach Deutschland bringen. Ganz ähnlich sieht es bei anderen Fluggesellschaften aus.

Condor

So teilte zum Beispiel Condor am Montag mit, aufgrund behördlicher Anweisungen ab sofort keine Passagiere mehr in diverse Länder zu befördern. Vor allem Flüge über den Atlantik – zum Beispiel in die USA, in die Dominikanische Republik oder nach Jamaika – finden nur noch in Ausnahmefällen statt. Aber auch exotische Ziele wie Mauritius oder Kenia bedient Condor vorübergehend nicht mehr.

Auf die Malediven will Condor vorübergehend noch fliegen, nimmt aber nur noch Kunden mit, die ihren Wohnsitz nicht in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen haben. Auch spanische Gäste und Menschen mit Wohnsitz in Teilen Frankreichs werden nicht mehr auf das Inselparadies im Indischen Ozean befördert.

Kostenlose Umbuchungen möglich

Gästen, die aufgrund der Einreisebestimmungen nicht mehr in ihr gebuchtes Zielland einreisen dürfen, bietet Condor gebührenfreie Umbuchungsmöglichkeiten an. Auf Wunsch auch zu einer anderen Destination und für einen alternativen Reisezeitraum.

Hast du eine Pauschalreise gebucht und wirst mit Condor befördert, kannst du dich an dein Reisebüro oder deinen Reiseveranstalter wenden, um dort zu erfragen, wie du deine geplante Reise am besten umbuchen oder gegebenenfalls sogar komplett stornieren kannst.

Vereinzelte Flüge in die USA lässt Condor noch abheben, um einerseits amerikanische Staatsbürger von Deutschland aus zurück in die Heimat zu fliegen. Vor allem aber auch, um Deutsche auf dem Rückweg aus den USA zurück nach Hause zu bringen.

Informationen dazu, welche Flüge wie geplant starten, sind einer neu eingerichteten Informationsseite auf der Condor-Homepage zu entnehmen.

Ryanair

Bei Ryanair, größter Billigflieger Europas, erwartet man für die kommenden Wochen, dass nur noch ein Bruchteil der geplanten Flüge abheben kann. Für April und Mai geht man bei der irischen Fluggesellschaft davon aus, dass nur noch etwa 20 Prozent der ursprünglich geplanten Flüge starten. Als Grund nennt die Airline die Flugverbote von zahlreichen Ländern. So seien zum Beispiel am vergangenen Wochenende von Polen und Norwegen alle internationalen Flüge untersagt worden.

Die Folge: In den nächsten sieben bis zehn Tagen lässt Ryanair einen Großteil seiner Flugzeug-Flotte nicht mehr abheben. Im gesamten Streckennetz der Billigfluggesellschaft sei mit Einschränkungen zu rechnen. Auch eine Einstellung des kompletten Flugbetriebs will man bei Ryanair aktuell nicht ausschließen. Denn in den vergangenen zwei Wochen habe man einen erheblichen Rückgang an Buchungen verzeichnen müssen. Mehr noch: Das ausbleibende Interesse an Flugreisen dürfte auf absehbare Zeit bestehen bleiben.

Eine Informationsseite auf der Ryanair-Homepage liefert weitere Informationen dazu, wie die Airline aktuell mit dem Coronavirus und den damit einhergehenden Flugstreichungen umgeht.

Lauda

Erst waren es nur ein paar Flüge, die bei Lauda dem Coronavirus zum Opfer fielen, dann blieben noch ein paar Wochenend-Verbindungen zwischen Wien und europäischen Großstädten im Flugplan bestehen und jetzt stellt Lauda den Flugbetrieb komplett ein.

Beginnend am 16. März um 24 Uhr soll keine Lauda-Maschine mehr abheben. Und an dieser Maßnahme soll sich mindestens bis zum 8. April um 24 Uhr auch nichts ändern. Damit entfallen auch alle Flüge, die Lauda von deutschen Flughäfen aus anbietet.

Wie du deinen Lauda-Flug umbuchen oder stornieren kannst, ist einer Infoseite auf der Lauda-Homepage zu entnehmen.

Easyjet

Ähnlich wie Ryanair bereitet auch der britische Billigflieger Easyjet ein umfangreiches Grounding seiner Maschinen vor. Ein Großteil der Easyjet-Flotte könnte schon bald aufgrund einer deutlich verringerten Kundennachfrage nicht mehr abheben, heißt es in einer Börsenmitteilung vom Montag. Bedeutende Stornierungen am Flugangebot seien bereits in die Wege geleitet worden. Im Ausland weilende Passagiere will Easyjet aber mit „Rettungsflügen“ zurück nach Hause befördern.

Für die Airline selbst gehe es nun darum, die Auswirkungen von COVID-19 abzuschwächen. Das sei gleichbedeutend damit, Kosten und unkritische Ausgaben auf allen Ebenen im Kerngeschäft zu reduzieren. Eine vorübergehende Stilllegung von Flugzeugen sei in diesem Zusammenhang unumgänglich. Easyjet-Chef Johan Lundgren sagte am Montag: „Die europäische Luftfahrt seht vor einer prekären Zukunft und es ist klar, dass eine koordinierte Unterstützung durch die Regierung erforderlich sein wird, um sicherzustellen, dass die Branche überlebt und nach der Corona-Krise weiter operieren kann.“

Auch Easyjet hat eine Infoseite auf seiner Homepage geschaltet, der nähere Informationen zu betroffenen Flügen zu entnehmen sind.

Eurowings

Bei der Lufthansa-Tochter Eurowings hat man unterdessen Sonderflüge auf die Balearen-Insel Mallorca organisiert, um Urlaubsgäste von dort wieder nach Deutschland zurückzufliegen. In den kommenden Tagen stehen zusätzliche Verbindungen ab Palma de Mallorca nach Stuttgart, Hamburg und Düsseldorf zur Verfügung. Rund 2.500 Fluggäste können mit diesen zusätzlichen Flügen zurück nach Deutschland reisen. Weitere Sonderflüge könnten in Kürze folgen.

Lufthansa Group

Die Airliens der Lufthansa Group werden ihr Kurz- und Langstreckenprogramm in den kommenden Tagen weiter zurückfahren. Insgesamt wird die Sitzplatzkapazität der Lufthansa Group auf der Langstrecke um bis zu 90 Prozent reduziert. Auf Verbindungen innerhalb Europas stehen ab Dienstag nur noch rund 20 Prozent der ursprünglich geplanten Sitzplatzkapazität zur Verfügung. Mit Sonderflügen holt Lufthansa aktuell viele gestrandete Kreuzfahrt– und Urlaubsgäste zurück nach Deutschland. Dabei werden Großraumflugzeuge vom Typ Boeing 747 und Airbus A350 eingesetzt, um möglichst viel Kapazität anbieten zu können. Weitere Evakuierungsflüge sollen folgen.

Weitere Airlines

Auch viele andere Fluggesellschaften haben ihr Flugangebot von und nach Deutschland spürbar eingeschränkt. Zum Beispiel die skandinavische SAS, Norwegian, British Airways, Swiss oder die polnische LOT. Austrian Airlines (Österreich) kündigte am Montag an, ab Donnerstag (19. März) den Linienflugbetrieb vorübergehend komplett einzustellen – mindestens bis zum 28. März. Ob dein Flug noch wie geplant startet, kannst du zum Beispiel über die Homepage der von dir gebuchten Airline prüfen.

Die Bundesregierung hat unterdessen angekündigt, der Luftfahrtbranche unterstützend zur Seite zu stehen. Der Koordinator für Luft- und Raumfahrt in der Bundesregierung, Thomas Jarzombek (CDU) sagte am Montag laut Nachrichtenagentur dpa: „Wir möchten helfen, dass dauerhafte Schäden abgewendet werden.“

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