Corona-Warn-App: So kommt die Tracing-Funktion jetzt auf jedes iPhone

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Um Begegnungen mit Corona-Infizierten Menschen festzustellen, kannst du seit einigen Monaten die Corona-App nutzen. Apple testet nun die gleiche Funktion für mobile Geräte auf Betriebssystem-Ebene. Könnte dies die Corona-App überflüssig machen?
Corona-App der Bundesregierung auf einem Android-Smartphone
Corona-App der Bundesregierung auf einem Android-SmartphoneBildquelle: Blasius Kawalkowski

Nicht in allen Ländern gibt es eine Corona-Warn-App wie in Deutschland. Vielleicht ein Grund für die Funktion „Begegnungsmitteilungen“ in der aktuellen Beta-Version von iOS. Damit plant Apple für die nächste Version des mobilen Betriebssystems eine Corona-Tracing-Funktion auf Systemebene.

Eine solche Funktion entlastet Regierungen bei der Entwicklung solcher Warn-Apps. Die deutsche Warn-App hat insgesamt an die 69 Millionen gekostet. Das kann sich nicht jede Regierung leisten. Doch könnte das neue Feature auch die deutsche App überflüssig machen – wenn die Behörden mitspielen.

Sympathisch und einfach für Nutzer

Auch für Nutzer ist diese Funktion vielleicht sympathischer als eine App der Gesundheitsbehörden. Begegnungs-Tracking auf Systemebene erspart dir das Herunterladen einer App. Außerdem kannst du die Aktivierung vom Tracking nicht vergessen: Bei der Einrichtung oder nach der Installation des Updates auf iOS 13.7 fragt dich dein iPhone, ob du die Funktion aktivieren möchtest. Standardmäßig ist sie jedoch ausgeschaltet. (Opt-In)

Dieser Hinweis erscheint nach dem Update – oder wenn du ein neues iPhone einrichtest

Bisher lässt sich das Tracking ohne App in Deutschland noch nicht nutzen. Die Erfassung von Daten funktioniert technisch zwar. Jedoch muss die Gesundheitsbehörde diese Daten empfangen und mit den Daten aus der Corona-Warn-App zusammen auswerten. Momentan ist dies noch nicht der Fall.

Aktuell kann die Funktion in Deutschland nicht aktiviert werden. Stattdessen wird man auf die Corona App im Appstore verwiesen

International unterwegs mit Apples Corona-Tracking

Im Gegensatz zur Corona-App soll Apples Corona-Tracking auch bei Reisen in andere Länder funktionieren. Wenn du die Grenze zu einem Land überquerst, wo Apples Corona-Tracing unterstützt wird, erhältst du einen Hinweis die Funktion zu aktivieren. Diese Hinweise können bei Bedarf in den Einstellungen ausgeschaltet werden.

Aktive Nutzer der Funktion werden beim Überqueren von Grenzen in einen „Reisestatus“ gesetzt. In diesem Fall wird die normalerweise zuständige Gesundheitsbehörde gebeten deine Begegnungen auch mit den Daten des Reiselandes abzugleichen.

Keine Probleme mehr beim Datenabgleich

Wie die Corona-App funktioniert, liest du hier. Die Funktion in der iOS Beta macht genau das gleiche. Nur sendet das Betriebssystem die anonymisierten Daten deiner Begegnungen – nicht jedoch deinen Standort – direkt an die Gesundheitsbehörde. Bisher war die Corona-App für das Senden der aufgezeichneten Daten verantwortlich. Die Behörde gleicht diese Begegnungen dann ab. Solltest du Begegnungen mit haben mit infizierten Menschen, schickt dir dein iPhone direkt eine Benachrichtigung. Bisher kommt diese Benachrichtigung von der Corona-Warn-App.

Durch den Verzicht auf die App und eine Integration direkt in das Betriebssystem, können Fehler wie ausbleibende Benachrichtigungen vermieden werden. Dieser hatte auf zahlreichen iPhones und Android-Smartphones aufgrund von ausgeschalteten Hintergrundaktualisierungen und anderen Gründen nicht funktioniert.

Google plant ebenfalls das Tracing-Feature direkt in das Betriebssystem zu integrieren und die Corona-App überflüssig zu machen. Hier ist jedoch noch nicht bekannt, wann und für welche Android-Versionen die Funktion zur Verfügung stehen wird.

Was passiert mit deinen Daten?

Apple nutzt deine Standortdaten um den „Reisestatus“ zu aktivieren oder dich beim Grenzübertritt zu erinnern die Tracking-Funktion zu aktivieren. Laut Apple sollen diese Daten dein Smartphone aber nicht verlassen.

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1 KOMMENTAR

  1. Wichtig wäre, dass die Coron-Warn-App auf allen Smartphones unter den gängigen Betriebssystemen läuft. Mein Medion-Smartphone tut es leider nicht!

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