Corona-Warn-App ohne Schnelltest-Ergebnisse: Das ist der irre Grund

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Die Corona-Warn-App soll vor Begegnungen mit anderen Personen warnen, die positiv auf Covid-19 getestet wurden. Doch ein Großteil der Testergebnisse lässt sich gar nicht in die App eingeben. Das hat einen Grund, der so nachvollziehbar wie irre ist.
Corona Warn App
Bildquelle: Hayo Lücke / inside digital

Die Idee der Corona-Warn-App: Die App unterhält sich im Hintergrund mit anderen Handys über die App und tauscht Daten aus. Das ist insbesondere wichtig, wenn du im vollen Bus oder in der Supermarktschlange lange dicht neben jemandem gestanden hast. Aufgrund dieser Daten, die keinen Rückschluss auf dich zulassen und die auch nur auf deinem Handy gespeichert werden, kann dich dein Handy informieren, wenn der andere unbekannte Handynutzer als positiv getestet eingetragen ist.

Doch genau diese positiven Tests lassen sich inzwischen oftmals nicht mehr eintragen. Wie ARD Extra in dieser Woche berichtet hat, ist es infizierten Personen nicht möglich, das positive Testergebnis einzutragen, wenn dieses aus einem Corona-Schnelltest stammt. Diese Schnelltests sind in vielen Städten mittlerweile für relativ wenig Geld von privaten Anbietern verfügbar. Es gibt hier keine Teststrategien und Qualifikationen für den Test. Jeder kann nach einer Voranmeldung kommen und hat binnen kurzer Zeit das Ergebnis.

Kein PCR-Test, keine Warnung

Fällt dieser Schnelltest positiv aus, kann das Ergebnis nicht in die App eingetragen werden. Es gibt keinen QR-Code und auch das Callcenter der Corona-Warn-App gibt keine TAN heraus. Der Grund laut ARD Extra: Das  würde die Zuverlässigkeit der App in Frage stellen. Denn: Schnelltests gelten als nicht so sicher wie die „richtigen“ Corona-Tests nach dem PCR-Verfahren.

An diese PCR-Tests kommt man jedoch nicht so leicht wie an Schnelltests. Die Teststrategien ändern sich laufend und nicht immer wird er dann von der Krankenkasse bezahlt. Hinzu kommt: Durch die Überlastung der Labore kann es durchaus mal einige Tage dauern, bis das Ergebnis da ist. Der Protagonist, den ARD Extra begleitete, konnte sich erst vier Tage nach seinem positiven Schnelltest auf Covid-19 testen lassen. Danach musste er dann noch mal auf das Ergebnis warten, um es in die App eintragen zu können. Wertvolle vier bis sechs Tage, in denen seine fremden Kontaktpersonen, die die App nutzen, nicht wissen, dass sie zu einem Covid-Infizierten Kontakt hatten. So tragen sie das Virus möglicherweise unbemerkt weiter.

Neue Version der Warn-App mit besserer Warnung

Ab sofort gibt es die Corona-Warn-App in der neuen Version 1.9. Sie soll Warnungen genauer darstellen können. Bei mehreren Begegnungen mit erhöhtem Risiko (rot) wird dir nun das Datum angezeigt, an dem die letzte Begegnung mit erhöhtem Risiko stattgefunden hat.  Außerdem wird die epidemiologische Risikobewertung genauer. Mehrere – einzeln betrachtete – Begegnungen mit niedrigem Risiko (grün) können zu einem erhöhten Risiko (rot) führen. Je nach Infektiösität werden 15 bis 30 Minuten an Begegnungen mit niedrigem Risiko (grün) zu einer Begegnung mit erhöhtem Risiko (rot).

Zudem wird dir nun die Anzahl an Tagen angezeigt, an denen Risikobegegnungen stattgefunden haben, dafür aber nicht mehr die Anzahl an Begegnungen. Für die Risikobewertung ist mit der Umstellung auf das ENF 2.0 nicht mehr eine einzige Begegnung ausschlaggebend, sondern die Summe der Risikominuten pro Tag. So können auch mehrere, kurzzeitige Risikobegegnungen zu einem erhöhten Risiko führen.

Wer einen positiven Corona-Test hat, trägt in sich das Risiko, andere in den vergangenen Tagen angesteckt zu haben. Davor zu warnen ist die Aufgabe der Corona-App. Dass die Schnelltest unsicherer sind als die PCR-Tests mag sein, entbindet aber nicht von der Tatsache, dass ich lieber einmal zu viel als einmal zu wenig gewarnt werde.

Wenn man die Glaubwürdigkeit der App beibehalten will, muss eine Zusatzmethode her, indem der gewarnte informiert wird, dass das Ergebnis durch einen Schnelltest zustande kommt und noch bestätigt wird. Hauptsache die Warnung kommt nicht erst Tage später.  Falsch-Positive Ergebnisse sind hier sicherlich im Sinne der Eindämmung der Pandemie schlimmer als falsch-negative. Übrigens: Auch ein PCR-Test kann falsch-positiv sein.

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1 KOMMENTAR

  1. Die ganze Corona-App ist doch wieder nur rausgeschmissenes Geld der Regierung. Erstens, nutzen zu wenig Menschen diese App, zweitens kommen die Warnungen und Testergebnisse Tage später (nachdem der Arzt, der den Test angeordnet hat, schon eine die Antwort hatte). Ich glaube, dass hinter der App noch so viel manuelle Arbeit der Labore steckt und fast keine Automatisierung existiert. Es ist doch das gleiche, wie bei vielen Schulen, die glauben, Arbeitsblätter ins Internet laden ist Fernunterricht. In solche Sachen wird viel Geld gesteckt und die versprochenen Resultate kommen sowieso nicht. Wird im Moment alles nur dafür getan, damit man einen Haken ins Kästchen machen kann und dann auf die Bevölkerung beruhigend einreden.

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