Corona-App: So reagiert die Telekom auf die Vorwürfe

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Mehrere Wochen soll die Corona-Warn-App nicht funktioniert haben. Betroffen laut Bild und Tagesschau: Android und iPhone. Jetzt reagiert die Telekom mit einer Stellungnahme auf die Vorwürfe und klärt auf.
Corona-App: Kritiker werden diese Zahlen hassen
Corona-App: Kritiker werden diese Zahlen hassenBildquelle: Blasius Kawalkowski

„Nach intensiver Überprüfung der Corona-Warn-App steht fest: Die App hat mit beiden Betriebssystemen, Android und iOS, immer funktioniert.“ Mit diesem Satz leitet die Telekom ihre Stellungnahme ein, die sie am Samstag an die Medien verbreitet hat. Die Telekom zeichnet zusammen mit dem Software-Riesen SAP verantwortlich für die Corona-Warn-App. Wie ein Sprecher des Unternehmens betont, habe die App „stets automatisch anonyme Codes mit anderen Nutzern ausgetauscht“. Auch die Liste der positiv Getesteten sei aktualisiert worden und es erfolgten Warnungen. Hier muss er aber Einschränkungen machen: „Allerdings nicht immer automatisch im Hintergrund, sondern wenn die App geöffnet wurde.“

Genau das ist das Problem, das unter anderem die Bild als Panne bezeichnet hatte. Denn nur, wer regelmäßig die App öffnete, konnte gewarnt werden. Im Kern betraf das alle Android-Nutzer mit einem Telefon von Samsung oder Huawei. Aber auch beim iPhone hat es offenbar Probleme diesbezüglich bei einigen Modellen gegeben.

Telekom: Das waren die Gründe für die fehlenden Warnungen

Von der Telekom heißt es weiter: „Für diese Einschränkungen gibt es eine Lösung. Während für Android-Nutzer*innen ein Update bereits seit einigen Tagen zur Verfügung steht, ist seit dem heutigen Samstagnachmittag auch ein Update für die App im Apple Store verfügbar mit der Version 1.1.2. Apple-Nutzer*innen müssen für die vollständige Aktivierung des Updates die App einmal aufrufen. Dies gilt auch dann, wenn ein Smartphone über längere Zeit ausgeschaltet war.“

In dem Telekom-Schreiben nennt der Sprecher auch ausführlich die unterschiedlichen Gründe für das Nicht-Funktionieren der Warnungen in der Corona-App.

  1. Beim Betriebssystem Android war die Ursache der Energiesparmodus, der bei einigen Geräten die Hintergrundaktualisierung stark eingeschränkt, wenn nicht gar deaktiviert haben könnte.
  2. Das Betriebssystem iOS führte die Hintergrundaktualisierung nicht immer regelmäßig durch (das Problem geht auf den sog. „Scheduler“ zurück und ist bei Apple in Arbeit).

Ohne App-Update: Warnung nur bei täglichem Öffnen

Die Zwischenlösung habe in der Tat darin bestanden, die App einmal am Tag zu öffnen und damit den Abgleich mit dem Server auslösen.  In Android-Systemen hat die App nun einen zusätzlichen Schieberegler, der die dauerhafte Aktivierung der Hintergrundaktualisierung für die Nutzer*innen vereinfacht.  Für iOS habe das Entwicklerteam „einen Weg gefunden, die betriebssystembedingten Einschränkungen zu umgehen, bis Apple das Systemproblem selbst gelöst hat.“

Künftig wollen SAP und Telekom auch den Kommunikationsprozess verbessern, „um der Bevölkerung schneller wichtige Bedienungshinweise zu geben und über mögliche Einschränkungen zu informieren. Wir setzen alles daran, noch mehr Menschen von der Corona-Warn-App zu überzeugen und zum Mitmachen zu bewegen.“

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