"Cookie-Banner rechtswidrig": Unzählige Websites sollen nachbessern

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Die Situation dürfte jedem Internet-Nutzer wohlbekannt sein: Beim Öffnen einer neuen Webseite wird man zunächst mit einem unübersichtlichen Cookie-Banner konfrontiert und muss sich durch Untermenüs kämpfen, bis man den „Ablehnen“-Button ausfindig macht. Damit soll künftig Schluss sein.
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Cookies löschenBildquelle: kalhh / Pixabay

Als die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) 2018 beschlossen wurde, war das Ziel, Nutzern die Entscheidungsgewalt über ihre Daten zurückzugeben. Laut der Non-Profit-Datenschutzorganisation Noyb bedeutet das mit Blick auf Cookies, dass Website-Betreibe eine simple „Ja oder Nein“-Option anbieten müssen – doch genau das ist eher die Ausnahme als die Regel.

Wo ein Zaun ist, findet sich auch ein Schlupfloch. Da Unternehmen selbst entscheiden können, wie sie die Vorgaben des DSGVO umsetzen, legen diese verständlicherweise oftmals alles daran, die Nutzer zum Akzeptieren der Cookies zu bewegen. Die dazugehörigen Maßnahmen sind vielfältig und erstrecken sich von versteckten „Ablehnen“-Buttons bis hin zu irreführenden Farben und Kontrasten. Nach Angaben von Noyb bieten insgesamt 90 Prozent der Websites keine Möglichkeit, die Zustimmung einfach zu widerrufen. Ein Status Quo, den die Datenschützer nun ändern wollen.

Cookies
Cookie-Banner-Statistik

Noyb startet Beschwerdeoffensive

Laut Noyb seien solche Cookie-Banner rechtswidrig. Darum hat die spendenfinanzierte Organisation eine spezielle Software entwickelt, die nicht DSGVO-konforme Banner identifiziert. Anschließend erhalten die Betreiber eine automatisch generierte Beschwerde sowie eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Nachbesserung. Wenn das Unternehmen innerhalb eines Monats nicht reagiert, soll das juristische Team von Noyb einschreiten und eine Beschwerde bei der zuständigen Datenschutzbehörden einlegen. In diesem Fall könnte ein Bußgeld von bis zu 20 Millionen Euro verhängt werden.

Über 500 Websites bereits im Fokus

Noyb hat bereits in einem ersten Durchlauf 560 Websites in 33 Ländern kontaktiert und jeweils eine Beschwerde übermittelt. Dazu sollen Platzhirsche wie Google und Twitter aber auch lokale Seiten mit hohen Besucherzahlen gehören. Im Rahmen des Projekts können die Datenschützer insgesamt bis zu 10.000 Beschwerden verschicken. Allerdings ist zurzeit noch ungewiss, ob und wie sich die Aktion auf den Status Quo auswirkt.

Sollte das ambitionierte Projekt scheitern, bleibt alles unverändert. Das würde laut Noyb bedeuten, dass weiterhin mehr als 90 Prozent der Nutzer mit rechtswidrigen Methoden zur Zustimmung und folglich zum Datentracking sowie der Weitergabe der eigenen Daten an Dritte verleitet werden. Und das, obwohl nur 3 Prozent tatsächlich zustimmen möchten.

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2 KOMMENTARE

  1. Will jemand Daten von mir abgreifen, sollte er dafür bezahlen. Sagen wir mal 1 Cent pro Byte.
    Das Geld sollte in den Staatshaushalt fließen und meine Steuerschuld reduzieren.
    Und schwupps, alle Datenkraken sind verschwunden.

  2. Das ging wohl jedem auf den Sack. Inzwischen gibt es ganze Filterlisten, die die ganzen (zumindest den Großteil) Banner blockieren können. Meine Standardantwort war ohnehin immer ablehnen.

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