1&1 Drillisch setzt bei 5G auf National Roaming mit Telefónica Deutschland

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Sollte 1&1 Drillisch bei der laufenden 5G-Auktion erfolgreich sein, will das Unternehmen ein eigenes 5G-Netz in Deutschland aufbauen. Dann klappt aber nur mit einer National-Roaming-Lösung. Und wie die aussehen soll, dazu hat Unternehmenschef Ralph Dommermuth bereits konkrete Vorstellungen.
Ralph Dommermuth
Bildquelle: United Internet

Die 5G-Frequenzauktion ist in vollem Gange. Und einer mischt ordentlich mit: Ralph Dommermuth. Der Chef von United Internet will mit 1&1 Drillisch mehrere der von der Bundesnetzagentur angebotenen Frequenzblöcke kaufen, um in Deutschland ein eigenes 5G-Netz aufzubauen. 1&1 Drillisch würde damit zum vierten großen Netzbetreiber in Deutschland aufsteigen.

1&1-Chef: Eigenes Netz funktioniert nur mit National Roaming

Am Donnerstag ließ Dommermuth in einer Telefonkonferenz anlässlich der neu vorgestellten Quartalszahlen durchblicken, wie er sich den Aufbau eines eigenen Mobilfunknetzes in Deutschland vorstellt. National Roaming, also der Zugriff auf bereits bestehende Mobilfunk-Infrastruktur von Wettbewerbern, spiele in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle.

Schon allein vor dem Hintergrund, dass neue Mobilfunk-Frequenzen für ein flächendeckendes Netz in Deutschland erst ab 2026 zur Verfügung stünden, sei National Roaming für einen Neueinsteiger wie 1&1 Drillisch zwingend notwendig, ist Dommermuth überzeugt. Nur mit einer National-Roaming-Lösung sei 5G „eine große Chance“ für sein Unternehmen, so Dommermuth.

Telefónica Deutschland könnte National Roaming für 1&1 Drillisch ermöglichen

Engster Partner bei einer National-Roaming-Lösung könnte Telefónica Deutschland werden. Denn ein von 1&1 Drillisch bereits mit Telefónica genutzter Vertrag, der den Zugriff auf 30 Prozent der Netzkapazitäten von Telefónica erlaubt, kann laut Interpretation von United Internet auch auf eine National-Roaming-Lösung übertragen werden.

Zur Erinnerung: Telefónica Deutschland durfte die Netze von O2 und E-Plus auf Geheiß der EU Kommission aus dem Jahr 2014 nur zusammenführen, indem ein Wettbewerber Zugriff auf sämtliche Netz-Technologien erhielt – inklusive zukünftiger Technologien wie 5G. Zum Zug kam am Ende Drillisch und Drillisch ist inzwischen Teil von United Internet.

Dommermuth zeigte sich am Donnerstag zuversichtlich, gemeinsam mit Telefónica Deutschland zu einer National-Roaming-Lösung gelangen zu können, sollten 5G-Frequenzen „zu vernünftigen Konditionen zu haben sein“. Denn der vertraglich gesicherte Zugriff auf die Netzkapazitäten der O2-Muttergesellschaft sei noch bis zum 30. Juni 2020 möglich. Zudem machte Dommermuth deutlich, dass der bestehende Vertrag von 1&1 Drillisch noch zwei Mal um fünf weitere Jahre verlängert werden könne – also maximal bis Mitte 2030.

„Keiner weiß, wann und wo die 5G-Auktion endet. Wir werden uns in jedem Fall rational verhalten. Wir wollen 5G-Frequenzen kaufen - aber nicht um jeden Preis.“ Ralph Dommermuth, Vorstandsvorsitzender United Internet

Plan B: Alles bleibt wie es ist

Parallel zu einem National-Roaming-Vertrag wolle United Internet ab 2019 damit beginnen, ein eigenes Mobilfunknetz aufbauen. Und einen Plan B hat Dommermuth auch in der Schublade: „Wenn die 5G-Frequenzauktion zu teuer wird, bleibt alles wie es ist“, so der United-Internet-Chef. Dann werde United Internet wie bisher Minutenkontingente als Vorleistung bei Telefónica und Vodafone einkaufen und daraus Tarife stricken – ohne eigenes Netz. Die Kosten für die Netzmiete beziffert Dommermuth übrigens auf 600 Millionen Euro pro Jahr.

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  • United Internet Chef Ralph Dommermuth: United Internet
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Hayo liebt Technik seit vielen Jahren. Bereits 2002, in der Pre-Smartphone-Ära, startete er im Technik-Journalismus durch. Heute ist Hayo nicht nur Feuer und Flamme für die besten Serien bei Prime Video und Sky - ein Netflix-Abo hat er nicht - sondern auch für alles, was mit elektrifiziertem Fahren zu tun hat. Und damit sind nicht nur die ICE- und IC-Züge der Deutschen Bahn gemeint, die er im Pendelverkehr zwischen seiner Heimat Münster und der Redaktion von inside digital vor den Türen Kölns mehrmals wöchentlich besteigt, sondern vor allem auch Elektroautos.

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