Ceconomy: Chef von Media Markt und Saturn schwingt den Holzhammer

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Gerüchte hatte es schon in der vergangenen Woche gegeben. Nun steht fest: Media Markt und Saturn werden auf Effizienz getrimmt. Und das hat auch Folgen für das Personal. Vor allem Mitarbeiter in den Zentralen müssen nun um ihre Jobs bangen.
Media Markt Angebote und Schnäppchen

Bei MediaMarktSaturn rollen Köpfe. Die Muttergesellschaft Ceconomy kündigte am Montagabend ein umfangreiches Effizienzprogramm zur Verschlankung der beiden Elektronikfachmärkte Media Markt und Saturn an. Insbesondere die Sach- und Personalkosten sollen sinken. Das „Handelsblatt“ berichtet von der Streichung von rund 500 Stellen. Viele davon in den Zentralen in Düsseldorf und Ingolstadt.

MediaMarktSaturn: Die Kosten müssen sinken

Jährlich ist die Einsparung von 110 bis 130 Millionen Euro ab dem Geschäftsjahr 2020/2021 vorgesehen. Einmalig werden in diesem Zusammenhang im laufenden Geschäftsjahr Kosten in Höhe von bis zu 170 Millionen Euro erwartet. Damit lege man „den Grundstein, um in Zukunft nachhaltig und profitabel wachsen zu können“, sagte Ceconomy-Chef Jörn Werner. Ziel sei es, die Komplexität zu reduzieren und eindeutige Verantwortlichkeiten zu definieren.

Bei MediaMarktSaturn ist geplant, Aufgaben von Märkten und von Landesorganisatoren in die Ingolstädter Holding zu verlagern und so an zentraler Stelle zusammenzuführen. Den in der Tochtergesellschaft Redblue gebündelten Marketingaktivitäten steht zudem eine strategische Neuausrichtung bevor.

Ein Vorstand verliert seinen Job

Das hat auch Folgen im Vorstand von Ceconomy. Zum 31. Mai scheidet Dieter Haag Molkenteller aus dem Gremium aus. Er war verantwortlich für Recht, Compliance und Risikomanagement. Christoph Vilanek, Chef von Großaktionär Freenet, zieht hingegen neu in den Aufsichtsrat von Ceconomy ein. Peter Küpfer geht im Kontrollgremium wiederum von Bord.

Nachdem kürzlich bereits bekannt wurde, dass MediaMarktSaturn den Musik-Streamingdienst Juke einstellt, steht jetzt auch fest, was mit der Retail Media Group passiert: Die Vermarktung von Kundendaten wird in dieser Gesellschaft kurzerhand beendet. Auf dem Prüfstand stehen zudem die Liveshopping-Plattform iBood und die Beteiligung von MediaMarktSaturn an der Re-Commerce-Plattform Flip4New.

So soll es weitergehen

Gleichwohl sollen Geschäftsfelder wie Digitales Entertainment oder der Weiterverkauf gebrauchter Elektronik-Produkte Teil der eigenen Geschäfte bleiben, teilte Ceconomy mit. Vorstellbar sei in diesem Zusammenhang die Nutzung von Partnerschaftsmodellen. Gleiches gelte für das strategisch relevante Thema Datennutzung, das stärker in das Geschäftsmodell von MediaMarktSaturn selbst integriert werden könnte.

Das nun verkündete Effizienzprogramm ist notwendig geworden, nachdem im vergangenen Jahr gleich drei Gewinnwarnungen für Unruhe im Konzern sorgten. Schon das gesamte Top-Management musste in diesem Zusammenhang seinen Hut nehmen.

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