Stimmung gegen Mobilfunkmasten: Bundesregierung will Ängste beseitigen

2 Minuten
Um den Mobilfunkausbau in Deutschland zu beschleunigen, plant die Bundesregierung, zusätzliches Geld in die Hand zu nehmen und bürokratische Hürden abzubauen. Zudem will sie bei jenen Bürgern um Verständnis werben, die neuen Mobilfunkmasten skeptisch gegenüber stehen. 
Mobilfunksendemast an der A11
Bildquelle: inside handy / Thorsten Neuhetzki

Das Genehmigungsverfahren für den Mobilfunk-Ausbau in Deutschland sei „sehr aufwändig“ beklagte in der vergangenen Woche schon O2-Chef Markus Haas in einem Gespräch mit inside digital. Es sei auch die Politik gefordert, daran etwas zu ändern. Und genau das scheint jetzt zu passieren. Die Bundesregierung will nicht nur das teils sehr komplizierte Genehmigungsverfahren angehen, sondern auch für mehr Akzeptanz in der Bevölkerung werben. Dafür sei eine auf mehrere Jahre ausgelegte Kommunikationsinitiative geplant.

Bundesregierung will Mobilfunk-Image aufwerten

Die Nachrichtenagentur dpa berichtete schon am Sonntagabend von einem Strategiepapier der Bundesregierung, in dem es heiße, dass der Ausbau von Mobilfunk-Standorten oft „an Widerständen vor Ort“ scheitere. Vorbehalte aus optischen Gründen spielen dabei die eine Rolle, zusätzliche Strahlenbelastung zum Beispiel eine andere. Ziel der Kampagne sei es, transparent und neutral über die Entwicklungen im Mobilfunk zu informieren. Das hatte sich auch schon O2-Chef Haas auf die Fahnen geschrieben.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) will zudem daran arbeiten, schnellere Genehmigungsverfahren in Deutschland zu etablieren. Aktuell hingen rund 1.000 geplante Mobilfunk-Standorte in Genehmigungsverfahren. Hier müsse man viel schneller arbeiten als bisher, was aber auch weitere Gespräche mit Ländern und Kommunen nötig mache. Im internationalen Vergleich habe Deutschland so oder so aber Zeitdruck, verlorene Zeit aufzuholen, so Scheuer am Rande eine Kabinettsklausur im Gästehaus der Bundesregierung im brandenburgischen Meseberg.

Milliarden im Kampf gegen Funklöcher

Um Funklöcher in Deutschland zu schließen, will die Bundesregierung auch zusätzliches Geld in die Hand nehmen. Die Rede ist von 1,1 Milliarden Euro. Die Regierung will eine eigene Mobilfunkinfrastrukturgesellschaft gründen, die den Ausbau zwar nicht selbst vornehme, aber dabei helfe und zur Not auch selbst Aufträge vergebe. Ein Start der neuen Gesellschaft ist aber nicht vor dem zweiten Halbjahr 2020 geplant. Details könnten im Rahmen eines weiteren Mobilfunkgipfels im Frühjahr 2020 ans Tageslicht kommen.

Deine Technik. Deine Meinung.

2 KOMMENTARE

  1. Die Regierung will das Image aufbessern, das wird bestimmt funktionieren. Besonders bei denen, die in Mobilfunk die totale staatliche Überwachung oder sogar in 5G ein modernes Kampfsystem sehen funktionieren…

Und was sagst du?

Bitte gib Dein Kommentar ein!
Bitte gibt deinen Namen hier ein

geschützt durch reCAPTCHA Datenschutzerklärung - Nutzungsbedingungen

VERWANDTE ARTIKEL