Bitkom: "Deutsche Schulen sind Smartphone-freie Zonen"

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Lässt man die Situation an deutschen Schulen ein wenig auf sich wirken, so ist der Gedanke letztlich absurd. Dort, wo die Generation lernt, die mit Smartphones und der Digitalisierung aufwächst, bleiben Handys und Co. weitestgehend tabu. Dies bestätigt nun auch eine Umfrage des Digitalverbandes Bitkom.
Junge mit einem Handy
Bildquelle: Pixabay

„Deutsche Schulen sind Smartphone-freie Zonen“: So lautet das Resultat einer Umfrage des Digitalverbandes Bitkom. Diese Studie untersuchte die digitale Situation an Schulen der Bundesrepublik. Ein Ergebnis war: nicht nur Schüler, sondern auch Lehrer nutzen fast zu 100 Prozent ein Smartphone – allerdings nur privat. In der Lehranstalt scheint die Zeit still zu stehen und die digitale Kommunikationsmittel aus dem Unterricht ausgeblendet zu werden.

Die älteren Generationen dürften sich noch daran erinnern, dass Handys – als sie Anfang der 2000er auf den Markt drängten – in Schulen strengstens verboten waren. Rund 20 Jahre später hat sich an diesem Umstand nichts geändert, wie die Umfrage ergab. Mehr als die Hälfte aller Schulen in Deutschland verbieten den Umgang mit Smartphones während der Unterrichtszeit – in 16 Prozent der Fälle gilt sogar auch ein Verbot in den Pausen. Nur vier Prozent der befragten Lehranstalten erlauben ihren Schüler die Nutzung des Smartphones während der Schulzeit.

Bitkom Umfrage DiagrammeQuelle: Bitkom

Unterrichtsmaterialien: Was da ist, bleibt

Während andere Bereiche des Lebens mit der Digitalisierung ziehen – Stichwort Smart Home – bleibt die Schule im 20. Jahrhundert stecken. 90 Prozent aller Lehrer setzen Smartphones im Unterricht nie ein, 8 Prozent maximal in Ausnahmefällen. Stattdessen vertraut man nach wie vor auf den allseits bekannten Overhead-Projektor, der neben alten Fernsehgeräten und Computerräumen wohl die einzige unterstützende Elektronik ist. Der Projektor wird von fast 80 Prozent aller befragten Lehrkräfte regelmäßig im Unterricht in Betrieb genommen.

Und das, obwohl im Prinzip digitale Geräte und Medien dem Unterricht zur Verfügung ständen. „Der Unterrichtsalltag scheint sich im Vergleich zum 20. Jahrhundert kaum verändert zu haben. Dabei sind digitale Geräte und Medien wie Smartphone, Tablet oder interaktive Whiteboards den klassischen Unterrichtsmitteln wie Tafel oder Overhead-Projektor weit überlegen“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. Hinzu kommt, dass digitale Unterrichtsmittel den Schüler deutlich individueller betreuen könnten, heißt es.

Der Digitalverband Bitkom setzt sich dafür ein, dass mehr Schulen auf Smartphones, Tablets und andere digitale Inhalte vertrauen. Bis jetzt gibt es in der gesamten Republik lediglich 41 sogenannte „Smart Schools“.

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