Amazon, Zalando und Co.: Achtung vor dieser Betrugsmasche

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Betrugsmaschen im Netz sind keine Seltenheit. Cyberkriminelle suchen sich immer neue Wege, um Händler und Verbraucher auszutricksen. Ein besonders großes Netzwerk ist nun aufgeflogen. Und das agierte unter anderem auch bei Amazon.
Darknet
Darknet und Deep WebBildquelle: B_A / Pixabay

Das ist wohl der Albtraum eines jeden, der im Internet Online-Shopping betreibt: Auf Betrüger hereinfallen. Keine Ware, das Geld ist weg. Eine beträchtlich große Betrügerbande ist nun aufgeflogen, die unter anderem bei Amazon ihr Unwesen trieb. Wie das Magazin c‘t berichtet, hätten die Kriminellen unter dem Decknamen „German Refund Crew“ durch eigene Recherchen an die Zentralstelle Cybercrime Bayern ausgeliefert werden können.

Dabei gerät, wie in letzter Zeit so oft, der WhatsApp-Konkurrent Telegram in die Negativschlagzeilen. Denn die Täter planten und verabredeten sich über den Messenger zu den Betrügereien im Netz. Die Gruppe wurde bereits im Oktober 2020 geschlossen, wie heißt.

Betrugsmasche bei Amazon, Zalando und Co.

Wie die c‘t zu berichten weiß, war die sogenannte „German Refund Crew“ nicht nur eine Gruppe von Betrügern, sondern ein ganzes Geschäftsmodell. Denn die dahinterstehenden Kriminellen boten Kunden einen Rundum-Service für ihr Online-Shopping-Erlebnis an. Dazu zählten: Einkauf der Ware bei Online-Händlern, ein Coaching für Kunden, Telefon-Service, Rückerstattung. Stichwort Rückerstattung: Hier konnten die Betrüger meist zwischen 20 und 27 Prozent des Warenwerts zurückerlangen – entweder auf ein Paypal-Konto oder in Bitcoin ausgezahlt.

Im Gegenzug für die Beanspruchung des Services mussten Kunden allerhand Daten an die Kriminellen aushändigen – etwa Name, Adresse, Mail oder auch Kreditkartendaten und den Telegram-Account. Die Daten sicherten die Kriminellen, sie dienten zeitgleich aber auch als Druckmittel, Kunden im Zweifelsfall an die Behörden auszuliefern.

German Refund Crew wird Kunden zum Verhängnis

Wie läuft die Masche im Detail ab? Laut c‘t haben es die Cyberkriminellen vor allem auf die Rückerstattung von Produkten abgesehen: Das Geld der umgetauschten Ware wurde zwar eingenommen, das Produkt als solches aber nicht zurückgeschickt. Die kriminellen hatten dabei nicht nur eine, sondern mehrere Betrugsmaschen, die sie ein paar Hundert Mal anwandten.

Das Perfide daran ist, dass die Betrüger Kunden für ihre Machenschaften einspannten. Man leitete sie genauestens an, wie sie eine Retoure fälschen können. Wie genau das abgelaufen sein soll, lässt c‘t jedoch im Unklaren – wohl auch deswegen, da die Ermittlungen aktuell noch gegen die Betrüger laufen und potenzielle Nachahmer nicht zu viele Details für ähnliche Machenschaften kennen sollen. Auch die ausgenutzten Kunden stehen jetzt im Fokus der Ermittler. Den Betrügern – sprich Gruppenbetreibern und Kunden – drohen Haftstrafen von bis zu fünf Jahren oder auch hohe Geldbußen.

Zugutekam den Betrügern auch die derzeitige Corona-Pandemie. Konkret nutzten sie die kontaktlosen Zustellungen der Paketsendungen aus. Aktuell werden Pakete ohne Unterschrift zugestellt oder (ohne Erlaubnis) vor der Haustür abgestellt.  Paketdienstleister können dann nur schwer beweisen, das Paket tatsächlich ausgeliefert zu haben. Im Zweifelsfall müssen die Paketdienstleister wie DHL, Hermes und Co. der Warenwert des verloren geglaubten Produkts erstatten – eine Goldgrube für die Betrüger.

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