ARD-Streaming-Offensive: Serien-Angriff auf Netflix & Co.

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Ein „weiter so wie bisher“ kann es bei der ARD nicht geben. Das hat der Verbund der einzelnen Landesrundfunkanstalten erkannt und will massiv in eigene Serien investieren. Auch eine gemeinsame Mediathek mit dem ZDF ist ein Thema.
ARD Mediathek
ARD MediathekBildquelle: Thorsten Neuhetzki

Wir haben eine Serienoffensive gestartet, die zum Ziel hat, Produktionen herzustellen, die vor allem non-linear funktionieren“. Das sagt der Programmchef des NDR, Frank Beckmann, im Gespräch mit dem Branchendienst DWDL. Dabei will die ARD vor allem auf Genres setzen, die man bisher eher selten bedient hat. Etwa Science Fiction oder Mystery zum Beispiel. „Wir müssen in unserer Mediathek auch solche spezifischen Stoffe anbieten.“

20 Millionen Euro lassen sich die Sender der ARD das im ersten Schritt im kommenden Jahr kosten. Dabei soll ein Teil in Lizenzware fließen, also in eingekaufte Serien. Einen großen Teil will die ARD aber selber produzieren oder konkreter in Auftrag geben. Das dafür notwendige Geld werde man an anderer Stelle abziehen. Wo genau, sagte der Programmchef in dem Interview nicht.

Komplette Staffeln zum Binge-Watching

“Wie im Streaming-Markt üblich, werden auch wir dann die jeweilige Staffel auf einen Schlag veröffentlichen“, so Beckmann. Es gehe nicht darum, Erfolg mit den Serien im linearen Programm zu haben. Im Vordergrund stehe der Erfolg der Produktionen in der Mediathek. Dennoch: Auch ohne Internet werden die Serien im Fernsehen zu sehen sein. Beckmann verwies darauf, dass die ARD mit Serien wie Babylon Berlin, Charité oder dem Tatortreiniger im Angebot hatte, die auch in der ARD Mediathek sehr gut funktionierten.

Doch damit soll beim Thema Streaming nicht Schluss sein für die ARD. Sie will sich offenbar verstärkt gegen Mitbewerber wie Sky, Netflix oder Amazon zur Wehr setzen. Man brauche eine personalisierte Mediathek. Sie solle im Sinne der Nutzerfreundlichkeit auf Augenhöhe mit den Streaming-Diensten sein. Zudem regt Beckmann an, die Mediatheken von ARD und ZDF zu bündeln.

ARD Mediathek mit Inhalten vom ZDF?

Innerhalb der ARD gebe es bereits den Trend, die Mediatheken der Dritten Programme in das Angebot der ARD aufgehen zu lassen. Er sehe keinen Grund, warum nicht auch das ZDF ein Bestandteil einer großen gemeinsamen Mediathek werden könnte. Für den Beitragszahler wäre das am komfortabelsten, so der NDR-Programmchef. Sie sollten kein Magenta-TV-Abo abschließen müssen, um den Vorzug einer gemeinsamen Mediathek zu bekommen, so Beckmann wörtlich. Die Telekom wirbt mit der sogenannten Megathek, die die Angebote vereint.

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