Apple: Wie konnte das passieren? Und was ahnte Steve Jobs?

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Apple ist zwei Billionen Dollar wert. Diese Nachricht verbreitete sich vor wenigen Tagen wie ein Lauffeuer. An der Börse stellt Apple damit einen Rekord auf. Noch nie war ein US-Unternehmen mehr wert. Doch wie kam es dazu?
Apple Chef Tim Cook auf einer Keynote
Apple Chef Tim Cook auf einer KeynoteBildquelle: Apple

Als Apple im August vor zwei Jahren einen Börsenwert von einer Billion US-Dollar erreichte, sorgte das für Aufsehen. Rund 42 Jahre benötigte das Unternehmen seit seiner Gründung am 1. April 1976 für diesen Meilenstein. Nur zwei Jahre später hat sich der Wert verdoppelt. Auf zwei Billionen US-Dollar, also 2.000 Milliarden – diese Marke hat in den USA bisher kein anderes Unternehmen geknackt.

Doch was macht Apple zum erfolgreichsten und aktuell wertvollsten Unternehmen der Welt? Den größten Anteil am Erfolg hat wohl der Apple-Chef Tim Cook. Ein kurzer Blick auf die Zahlen: Im Jahr 2011 betrug der Umsatz rund 108 Milliarden Dollar. Vergangenes Jahr lag dieser bei 260 Milliarden Dollar. Zur Erinnerung: Im August 2011 wurde Tim Cook CEO des Konzerns, im Oktober verstarb Unternehmensgründer Steve Jobs. Zwar war Apple bis zu diesem Zeitpunkt bereits sehr erfolgreich. Doch was danach kam, ist außergewöhnlich. Im Nachhinein betrachtet darf man wohl sagen, dass Jobs sich mit Cook für den richtigen Nachfolger entschieden hat. Offenbar erkannte der Visionär früh die Fähigkeiten Cooks, der seit 1998 bei Apple ist und von Jobs persönlich angeworben wurde.

„Bescheidener Workaholic“

Doch zu Beginn seiner Karriere bei Apple war das noch nicht abzusehen. Ob Wall Street oder Silicon Valley: Nach dem Tod Steve Jobs‘ machten sich viele Sorgen um die Zukunft Apples. Mit „vorsichtiger, kollaborativer und taktischer“ Führung, wie das Wall Street Journal es zusammenfasst, machte der Wirtschaftsingenieur Apple jedoch zu einem Unternehmenskoloss. Im Vergleich zu Jobs‘ extremer Leidenschaft für das Design der Produkte wird Cook als viel methodischer beschrieben. Zugleich konzentriert er sich mehr auf Finanzen und soziales Wohl. Obwohl Apple unter Cook eine entspanntere Arbeitsumgebung biete als unter Jobs, sagten Mitarbeiter der US-Zeitung, dass Cook ähnlich „anspruchsvoll und detailorientiert“ sei. Die Arbeitsweise und das Denken der Mitarbeiter habe Cook jedoch verändert, heißt es. Kollegen und Bekannte Cooks sagten gegenüber der Zeitung, Cook sei ein „bescheidener Workaholic mit einem einzigartigen Engagement für Apple“.

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Apple-Chef bringt Angestellte zum Weinen

Ranghöhere Apple-Mitarbeiter würden unerfahrene vor Besprechungen mit Tim Cook überprüfen, um sicherzustellen, dass sie sich auskennen. „Anfängern wird empfohlen, nicht zu sprechen“, gaben Angestellte gegenüber der Zeitung zu. Cook verschwende keine Sekunde. „Wenn er spürt, dass jemand nicht ausreichend vorbereitet ist, verliert er die Geduld und sagt: „Weiter“, während er eine Seite seiner Tagesordnung umblättert. Es soll auch schon Mitarbeiter gegeben haben, die weinend aus den Meetings mit Cook gegangen sind.

Doch während der Führungsstil von Jobs und Cook sich ähneln – auch unter Jobs soll es so manchen weinenden Angestellten gegeben haben – sind dem aktuellen Apple-Chef andere Dinge wichtiger. So soll er viel seltener das Designstudio besuchen, in dem Jobs Dauergast war. Zu einem Treffen 2012, als es um einen ersten Prototyp der Apple Watch ging, tauchte Cook nicht auf. Das wäre für Jobs undenkbar gewesen. Und auch in Sachen Geld gibt es offenbar deutliche Unterschiede zwischen den beiden Managern. Während Steve Jobs es vordergründig für Forschung und Entwicklung ausgab, soll Cook vielmehr daran liegen, es an Investoren zurückzugeben.

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Die Weiterentwicklung von Apple

Womöglich hat Cook aber nur etwas getan, dass man als Weiterentwicklung bezeichnen darf. Während Steve Jobs die Innovationen schuf, den Computer- und Handymarkt auf den Kopf stellte, hat Cook alle bis dato beliebten Produkte besser gemacht und weiterentwickelt. Zwar wurde unter ihm die Apple Watch geboren. Allerdings war es eher Zubehör wie die AirPods und die Vergrößerung des iPhones, gegen die Jobs stets war, die Apple unter Cook so erfolgreich werden ließen.

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5 KOMMENTARE

  1. Die Zahlen sind wahrlich beeindruckend, die man sich mal auf der Zunge zergehen lassen muss. Und das einzig Greifbare, was diese Firma produziert sind schicke Handys und paar Computer, plus bisschen Accessoire.

    • Vergiss nicht die nicht greifbaren Sachen wie App Store, Cloud, Apple Music usw. Damit macht Apple mehr Geld, als so mancher denkt.

  2. Woher stammt die Annahme, dass Steve Jobs eher Geld in Forschung und Entwicklung steckte, während Tim Cook es unter den Anlegern verteilt? Bei Jobs war das R&D-Budget immer bemerkenswert schlank. Dividenden gab es allerdings auch keine, weshalb die Apple-Koffer auf 150 Mrd. Dollar und mehr anschwollen. Unter Cook sind die Ausgaben für Forschung und Entwicklung vergleichsweise explodiert. Aber Cook hat auch die Rückgabe der Barmittel an die Aktionäre eingeleitet. Nach meinem Eindruck will er auch künftig einen dreistelligen Milliardenbetrag flüssig haben, rechnerisch aber „cash neutral“ werden, indem er die gleiche Summe an langfristigen Schulden dagegenstellt. Das nimmt jenen Anlegern den Wind aus den Segeln, die Barmittel als totes Kapital betrachten, das ihnen gehört, und dessen Rückgabe fordern.

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