Apple Watch: Sicherheitslücke erlaubt Lauschangriff auf das iPhone

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Unbemerkt zuhören dank der Walkie-Talkie-Funktion: Eine Schwachstelle in der Apple Watch ermöglicht es Angreifern, ein gekoppeltes iPhone zu belauschen, ohne dabei aufzufallen. Die Smartwatch fungiert somit als Wanze. Apple hat die Funktion vorsorglich deaktiviert und verspricht eine baldige Lösung des Problems.
Bildquelle: Pixabay / charlie0111

Erinnerungen an den FaceTime-Fehler von Anfang des Jahres machen sich breit: Erneut gibt es eine potenzielle Sicherheitslücke in Apple-Geräten, die es Angreifern ermöglicht, den Nutzer ohne dessen Wissen abzuhören. In dem Fall von Ende Januar war es die Video-Telefon-Funktion FaceTime, die für Probleme sorgte. Sie wurde damals mit dem iOS-Update auf Version 12.1.4 behoben.

Die neue Sicherheitslücke versteckt sich derweil in der Apple Watch – in der Walkie-Talkie-Funktion der Smartwatch, um genauer zu sein. Dabei handelt es sich um eine sogenannte „Push-to-Talk“-Option. Mit ihr können sich Nutzer des Gadgets gegenseitig einfach und schnell Sprachnachrichten schicken. Die Funktion fand ihren Weg in die Apple Watch mit watchOS 5 aus dem Jahr 2018. Ein nun entdeckter Fehler soll es ermöglichen, dass Angreifer über die Walkie-Talke-App das mit der Smartwatch gekoppelte iPhone abhören können. Wie es scheint, tritt der Fehler auch nur in Zusammenhang mit dem Smartphone auf.

Apple deaktiviert fehlerhafte Funktion

Wie die Website TechCrunch berichtet, habe sich Apple direkt an die Öffentlichkeit gerichtet und die Walkie-Talkie-Funktion vorsorglich deaktiviert. Laut der Stellungnahme sind spezielle Umstände und eine Abfolge von Handlungen nötig, um den Fehler ausnutzen zu können. Das Unternehmen geht dabei nicht ins Detail, wie genau die Sicherheitslücke funktioniert. Man sei jedoch „über die Schwachstelle informiert worden und habe die App deaktiviert, solange bis eine Lösung des Problems gefunden wurde“. Apple entschuldige sich bei seinen Kunden für die Unannehmlichkeiten und arbeite so schnell wie möglich daran, die volle Funktionalität wiederherzustellen.

Der Hersteller gab weiterhin bekannt, dass keine Angriffe via dieser Sicherheitslücke bekannt sind. Man nehme die Sicherheit und Privatsphäre der Kunden aber sehr ernst, weshalb man sich zu diesem Schritt entschieden habe. Es ist übrigens die zweite Sicherheitsmaßnahme die Apple in kurzer Zeit ergreift. So wurde unter anderem schon im Laufe des Tages ein Update für Macs ausgespielt, dass eine beliebte Video-Konferenz-App in den USA betrifft. Die Sicherheitslücke sorgte dafür, dass Angreifer die Kamera der Geräte aktivieren konnten, ohne dass Nutzer dies mitbekommen.

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