Apple verklagt: Zwei-Faktor-Authentifizierung dauert zu lang

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Apple sieht sich mit einer neuen Klage konfrontiert. Dieses Mal allerdings nicht von einem Unternehmens, sondern von Kunden. Es geht um die sogenannte Zwei-Faktor-Authentifizierung, die einem iPhone-Nutzer zu viel Zeit in Anspruch nimmt. Außerdem könne man die Funktion nicht mehr deaktivieren.
Zwei-Faktor-Authentifizierung Apple
Bildquelle: Apple

Die sogenannte Zwei-Faktor-Authentifizierung sperrt ein Gerät mit zwei Passwörtern: Möchte man sein Smartphone entsperren, muss dazu das normale Passwort eingegeben werden. Darauffolgend wird ein Code an ein zweites, vertrauenswürdiges Gerät geschickt. Den muss man dann auf dem zu entsperrenden Smartphone eingeben. Die Zwei-Faktor-Authentifizierung benötigt zwar insgesamt mehr Zeit, soll das jeweilige Gerät aber auch sicherer machen.

Apple weist Nutzer seit geraumer Zeit verstärkt auf die Funktion hin und empfiehlt, die Zwei-Faktor-Authentifizierung zu aktivieren. Die letzte Entscheidung liegt allerdings beim Kunden selbst.

Wegen Zwei-Faktor-Authentifizierung verklagt

Dem US-Bürger und Apple-Kunde Jay Brodsky dauert diese Art der Entsperrung schlichtweg zu lange. Wie die Technikseiten Apple Insider und MacRumors berichten, wirft Brodsky Apple in der Klage vor, dass sich die Zwei-Faktor-Authentifizierung nach einer zweiwöchigen Frist nicht mehr deaktivieren lasse. Weiterhin wird bemängelt, dass Nutzer nicht nur zwei Passwörter, sondern auch zwei vertrauenswürdige Geräte bräuchten, um ihr iPhone gerecht entsperren zu können.

Laut Brodsky müsse er nach jedem Einschalten sein iPhone mit der Zwei-Faktor-Authentifizierung entsperren. Dieser Prozess dauere meist zwei bis fünf Minuten. Da ihm dies schlicht zu lange dauert, will er auf diese Sicherheitsfunktion lieber verzichten. Darüber hinaus verlangt der iPhone-Nutzer, dass sein Vorwurf als Sammelklage zugelassen wird. Ziel ist, Apple Bußgelder und Strafzahlungen aufzuerlegen. Konkret will Brodsky sämtliche Geldmittel, Umsätze und Bezüge, die Apple durch die Zwei-Faktor-Authentifizierung eingenommen hat.

Klage: Warnung wegen unzulässigem iPhone-Zubehör

Neben Brodsky geht auch eine weitere verärgerte Apple-Kundin den gerichtlichen Weg. Der Grund: Vor mehreren Jahren integrierte Apple eine iOS-Funktion, die Nutzer vor „unzulässigem iPhone-Zubehör“ warnt. Darunter fällt schlicht und ergreifend Zubehör, das von Drittanbietern und nicht aus der Eigenproduktion von Apple oder von ausgewiesenen Partner stammt. Die Software erkennt dies an einer Apple-Zertifizierung.

Eine Apple-Kundin geht gegen die Pop-Up-Warnung nun mit einer Sammelklage vor. Laut der Klägerin sei die Warnung sogar dann aufgetaucht, wenn sie ein Original-Teil von Apple an ihr iPhone 7 angeschlossen hat. Wie es heißt, soll Apple seine Kunden durch die Warnung indirekt dazu zwingen, neues Zubehör zu kaufen. Insgesamt verklagt sie den iPhone-Hersteller auf fünf Millionen US-Dollar aufgrund von betrügerischer Werbung und unfairen Geschäftspraktiken.

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