Apple und einheitliche Ladekabel: EU-Kommission wird "der ganzen Welt schaden"

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Die EU-Kommission hat nach langer Ankündigung nun den Gesetzesentwurf zu Vereinheitlichung aller Ladegeräte vorgelegt. Wenig überraschend ist vor allem eine kritische Stimme aus den Reihen der Hersteller zu vernehmen: Apple.
Lightning-Connector des iPhone XR
Das iPhone XR von allen Seiten.Bildquelle:

USB-C soll nach Vorstellung der EU-Kommission in Zukunft für alle Smartphones, Tablets und anderen Elektrogeräte Pflicht werden. Während inzwischen die meisten Hersteller abseits von absoluten Einsteiger-Modellen auf eben diesen Standard setzen, geht auf dem Smartphone-Markt – wenn man denn so will – ein großer Verlierer hervor. Apple kritisiert den EU-Vorschlag lautstark und wirft der Europäischen Kommission vor, damit Innovationen zu verhindern.

Einheitliche USB-C-Ladekabel: Apple ist dagegen

Während die Android-Kollegen auf USB setzen, kommt bei Apple der sogenannte Lightning-Anschluss zum Einsatz. Und dieser funktioniert ausschließlich mit Apple-Produkten. Wenig überraschend spricht sich der kalifornische Hersteller gegen den Entwurf der EU-Kommission und gegen das einheitliche Ladegerät aus.

Man geht sogar noch weiter und stuft die daraus resultierende Entwicklung als wenig zukunftsweisend ein. Innovationen würden gehemmt, was „den Verbrauchern in Europa und auf der ganzen Welt schadet“, zitiert Heise Online den Hersteller. Die Vergangenheit sowie die Pflicht der Hersteller, eigene Systeme zum Laden von Elektrogeräten zu entwickeln, hätte erwirkt, dass es letztlich nur noch drei mögliche Ladebuchsen gäbe. Wie Apple schlussfolgert, wären diese Möglichkeiten nicht so entstanden, hätte die EU-Kommission die Vereinheitlichung damals vorgeschrieben.

EU-Gesetzentwurf ein Ärgernis für Kunden

Weiterhin argumentiert der Konzern, dass der Wechsel von Lightning auf USB-C für Apple-Kunden ein Ärgernis sei. Der Anschluss bestehe nun bereits seit neun Jahren. Die Umstellung würde das gesamte Angebot an Lightling-Zubehör überflüssig machen, was zwangsläufig ebenfalls zu Elektroschrott führen würde – was man mit dem Gesetz ja letztlich versucht einzudämmen. Auch das Geschäft mit generalüberholten iPhones sieht Apple durch die EU-Kommission gefährdet.

Lightning-Anschluss seit 2012 im Geschäft

Seit 2012 setzt Apple auf den Lightning-Anschluss exklusiv für seine Produkte. Dem voraus ging 2009 die Einigung mit anderen Herstellern, dass man in Europa Micro-USB als Ladebuchse einsetzen wolle. Andererseits auch interessant: Bei MacBooks, iPads und dessen Netzteilen hat Apple den USB-C-Standard mittlerweile als Standard eingeführt. Der Lightning-Anschluss ist indes bei iPhones, AirPods und verschiedenen Eingabegeräten zu finden.

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7 KOMMENTARE

  1. Paul

    Große Töne von Apple. Ich denke, dass Apple demnächst sämtliche Fotos auf den iPhones scannen und die Chats tracken wird, unter dem Deckmantel der Kinderpornografie, schadet „der ganzen Welt“ weitaus mehr, als eine einheitliche Ladebuchse.

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  2. Godlike

    Total überraschend dass der einzige hersteller welcher zu anderen Geräten komplett inkompatibel Produkte herstellt was dagegen hat sich an den Rest der Welt anzupassen. Ist ja fast so als würde man mit dieser eigenen Steckerart ein Einkommen generieren das bei einheitlichen Verbindungen wegfallen würde.
    Kann ja nicht sein das man seinen eigenen veralteten elektroschrott dann doch nicht mehr überteuert verkaufen kann.

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  3. Björn

    Das Apple das kritisiert ist klar…
    Einerseits hat Apple zwar Recht mit der Kritik Ansich, aber aus genauerer Sicht betrachtet wird hier „inovation“ vor den Karren der Gewinnmaximierung gespannt.
    Und Seien wir doch Mal ehrlich Apple ist nicht gerade für Inovation bekannt. Hinken ihre Geräte doch um Jahre hinter dem technischen Standard anderer Hersteller hinterher ( Beispiel Amoled Display, Bildwiederholrate, Abtastrate, Ladegeschwindigkeit, Akkulaufzeit, Display-ratio, Akkukühlung und und und ) das einzige wo Apple überzeugen kann ist ein SoC der vollkommen Überpowert ist viel zu schnell heiß wird und gedrosselt werden muss und damit der Vorteil der vollkommen unnötig und eh nicht genutzt werden kann abadsurdum geführt wird.
    Der eigentliche und wahre Grund ist, das Apple seine User nicht mehr in ein künstlich geschaffenes Marktmonopol zwingen kann und dadurch preistechnisch keine vollkommen überzogenen Preise für Zubehör verlangen kann da es ja dann plötzlich wesentlich besseres Zubehör für wesentlich weniger money zu kaufen gibt.
    Funfact; Apple macht durch Zubehör Verkäufe einen Großteil seines Gewinns trotz jährlichen Strafzahlungen in Millionenhöhe.

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  4. CS

    Ja nun, Apple wusste ja das das kommt und hatte 9 Jahre zeit umzustellen. Haben sie nicht gemacht, weil sie so mehr Geld verdienen konnten. Ích glaube eher dass Apple hier der ganzen Welt mit dem zusätzlichen Müll geschadet hat.

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  5. Mücke

    Apple soll aufhören rumzuheulen! Will die ganze Welt vereinen, aber beim Stecker ist Schluss. Das kommt davon, wenn man sich immer nur eigene Standards setzen will.

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  6. WP

    Never change a running system. Ich glaube nicht, dass nur deshalb jemand bei Apple bleibt, weil sonst die vorhandenen Kabel und Ladegeräte nicht mehr benutzt werden können. Die Lightning-Buchse ist aber kleiner als die USB-C-Buchse. Bei größeren Geräten stört das nicht und deshalb gibt’s dort auch bei Apple USB-C. Beim iPhone oder beim Lade-Case für die Airpods sieht das anders aus.

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  7. MaveFox

    Diese ganzen Kommentare sind der Knaller. Wem soll sich denn Appel anpassen? Die EU Richtlinie ist nicht gerade förderlich.
    Auf usb c umzusteigen weil man Elektroschrott einspart ist nicht wirklich richtig. Die Hersteller bieten zwar usb c aber dieser Anschluss garantiert was? Letztendlich heißt es nicht immer das usb c auch c ist. Es kann auch ein Anschluss c mit der übertragungsgeschwindigkeit von usb 2.0 sein. Es sollte in dem Punkt vorgeschrieben werden was USB-C wirklich sein sollte!
    Lightning hat eine Menge Vorteile und nicht jeder muss damit einverstanden sein. Wem es aber nicht gefällt kann doch zur Konkurrenz wechseln und sich das aussuchen, was man will.

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