Angriff auf die Mobilfunker: So macht Unitymedia 5G Konkurrenz

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In Mainz findet die Versteigerung für die 5G-Frequenzen kein Ende. Entsprechend verzögert sich auch der Start von 5G in Deutschland. Das gibt Unitymedia die Gelegenheit, einen Teil der möglichen Anwendungen auf ein eigenes Funknetz zu verlagern, das der Kabel-Netzanbieter jetzt aufbaut. Ein Angriff auf die 5G-Anbieter.
LoRaWAN soll Bahnhofsuhren steuern
Bildquelle: Thorsten Neuhetzki / inside handy

Präzise gesteuerte Straßenbeleuchtungen, dezentrale Luftqualitätsmessung oder exakte Parkplatzsuche – das alles setzt Sensoren in der ganzen Stadt voraus. Die Anbindung von diesen ist eine der Kern-Kompetenzen, die dem kommenden 5G-Netz zugeschrieben wird. Nun aber schickt sich mit Unitymedia ein unerwarteter Mitbewerber in diesem Geschäft an, der ein eigenes, flächendeckendes Funknetz aufbauen will. Der Vorteil: Die eingesetzte Technik ist verfügbar, die Frequenzen sind ebenfalls frei. Erste Standorte stehen schon, wie Unitymedia im Rahmen der Branchenmesse Anga Com in Köln mitteilte.

Sensoren-Netz auf lizenzfreien Frequenzen

Hinter dem Funknetz von Unitymedia verbirgt sich die LoRaWAN-Technik. LoRaWAN steht für Long Range Wide Area Network und ist ein Netzwerkprotokoll für Funknetzwerke. Nach Darstellung von Unitymedia zeichnet es sich durch seine hohe Energie- und Kosteneffizienz aus und benötigt keine großdimensionierten Sender. Innerstädtisch seien mit einem Sender in der Größe eines Schuhkarton fünf Kilometer Reichweite machbar. Auf dem Land sind es 12 bis 15 Kilometer. Einzige Voraussetzung für einen Standort, der idealerweise möglichst hoch gelegen sein sollte, ist ein Internetanschluss sowie Strom. Zum Einsatz kommen Frequenzen um 868 MHz, die für solche Zwecke allgemein freigegeben und verfügbar sind.

Unitymedia setzt beim Aufbau auf Kooperationen mit kommunalen und regionalen Versorgen sowie Partnern aus der Wirtschaft. Die sollen notwendige Fläche, Strom und Internet bereitstellen und dadurch einerseits bei Bedarf die LoRaWAN-Technik nutzen können, werden gleichzeitig aber auch am Umsatz mit anderen Partnern beteiligt. An dieser Infrastruktur installiert Unitymedia die Gateways, um das Funknetz auszustrahlen. Nach abgeschlossener Montage betreibt und überwacht das Unternehmen das gesamte Netzwerk. Um Kommunen den Einstieg in das Thema Internet of Things zu vereinfachen, hat Unitymedia ein Förderprogramm ins Leben gerufen: die ersten 50 Städte und Gemeinden, die sich für ein LoRaWAN-Funknetz entscheiden, erhalten die Funkinfrastruktur, die sogenannten Gateways, kostenlos.

Kein direktes Endkunden-Produkt von Unitymedia

Endkunden werden kein direktes LoRaWAN-Produkt buchen können, sondern das Netz indirekt durch Wholesale-Partner von Unitymedia nutzen. Ein erstes Beispiel präsentierte Unitymedia mit der Deutschen Bahn. Sie plant, ihre Bahnhofsuhren über LoRaWAN anzubinden. So könne man einerseits die Zeit einstellen, die heute über den allgemeinen Funkuhr-Sensor DCF77 kommt. Andererseits könne man aber auch durch den Rückkanal mitbekommen, wenn eine Uhr defekt ist. Denkbar sei auch, dass Sensoren feststellen, wenn sich außergewöhnlich viele Personen auf einem Bahnsteig aufhalten, um notwendige Schritte einzuleiten – angefangen beim häufigeren Leeren der Papierkörbe.

Pikant ist die Planung von Unitymedia in Anbetracht der geplanten Übernahme durch Vodafone. Der heutige Kabelnetzbetreiber nimmt somit seinem möglichen künftigen Eigentümer ein Teil des teuer ersteigerten 5G-Kuchens weg.

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