Android und iOS aktivieren Tracing-Schnittstelle - So bekommst du die Funktion

4 Minuten
Google und Apple haben ihre Corona-Tracing Schnittstellen aktiviert. Wir zeigen dir, wie du die neue Funktion findest und wie sie funktioniert.
Bildquelle: Unsplash

Google und Apple, die Entwickler von iOS und Android, haben sich zusammengetan, um gemeinsam an einer Corona-Tracing Funktion für ihre Betriebssysteme zu arbeiten. Nun ist es soweit und die neue Funktion steht bereit. Ab sofort können Länder und Behörden ihre Apps bei Google und Apple einreichen und veröffentlichen.

So funktioniert das Corona Tracing

Beim Corona Tracing tauschen Smartphones in der Nähe untereinander Datenschlüssel aus und speichern diese. Meldet sich ein Nutzer als infiziert, werden seine Schlüssel auf einen Server übertragen und die Smartphones der anderen Nutzer können diese abgleichen. Findet sich dabei ein Treffer, wird eine anonyme Warnung an die betroffene Kontaktperson gesendet.

So erklären Apple und Google die Tracing-Funktion

Damit dies funktioniert, müssen Android-Smartphones und iPhones sich jedoch miteinander kommunizieren können. Bisher war der Zugriff auf die Bluetooth-Funktion insbesondere bei Apple aus Datenschutzgründen stark reglementiert.

Ohne Apps geht nichts

Bei den von Google und Apple eingebauten Funktionen handelt es sich um Entwickerschnittstellen, sogenannte APIs. Diese ermöglichen Apps bestimmte System-Funktionen zu nutzen. Das Tracing selbst wird also erst durch die Installation einer entsprechenden App möglich. Jedes Land muss also seine eigene App entwickeln und seine Bürger zur Installation dieser überzeugen. Bisher haben 23 Länder auf fünf Kontinenten Zugang zur Schnittstelle beantragt. Auch Deutschland ist dabei. Die deutsche App soll jedoch frühstens nächsten Monat zur Verfügung stehen.

iOS Tracing erfordert Update

Auf dem iPhone wird ein Betriebssystem-Update benötigt, um die neu entwickelte Tracing-Funktion zu erhalten. Das gestern erschienene Update auf iOS 13.5 bringt diese Funktionalität mit. Ältere iPhones, auf denen kein iOS 13 läuft, bekommen das Update jedoch nicht. Damit können etwas über 80 Prozent aller iPhone Nutzer weltweit das Update installieren.

Nach dem Update findet dich die iOS Tracing Funktion in den Einstellungen unter Datenschutz -> Health -> COVID-19 Kontaktprotokoll. Standardmäßig ist die Funktion ausgeschaltet. Sobald eine entsprechende App installiert ist, wirst du gefragt, ob du die Funktion aktivieren möchtest. In den Einstellungen ist es außerdem möglich, Kontaktüberprüfungen einzusehen und das eigene Kontaktprotokoll zu löschen.

Android Tracing kommt automatisch

Anders als bei iOS, müssen Android-Nutzer kein Update installieren. Das liegt daran, dass nur auf 3-4 Prozent aller Android-Smartphones weltweit die aktuellste Android Version 10 installiert ist. Und das, obwohl das Update bereits seit 9 Monaten verfügbar ist. Das liegt daran, dass Updates nicht von Google selbst, sondern von den einzelnen Herstellern verteilt werden.

Damit die Android Tracing Funktion also möglichst viele Nutzer erreicht, liefert Google das Update an den Herstellern vorbei über die Google Play Services aus. Dies geschieht auf allen Smartphones mit Android 6 oder neuer automatisch. Vom Nutzer muss also nichts installiert werden. Die Funktion taucht einfach automatisch in den Einstellungen deines Smartphones auf.

Da auch ältere Android-Versionen das Update erhalten, können rund 86 Prozent aller Android Nutzer weltweit auf die Funktion zugreifen.

So sieht die Tracing-Funktion unter Android aus

Wie auch unter iOS ist die Option jedoch standardmäßig deaktiviert. Diese Bedingung haben Google und Apple bei der Planung der gemeinsamen Schnittstelle festgelegt. Aktivieren lässt sich die Option erst dann, wenn eine entsprechende App installiert ist. Diese wird dann in einem Popup fragen, ob die Tracing-Funktion aktiviert werden soll. In den System-Einstellungen lassen sich die generierten Zufalls-IDs löschen sowie die Kontaktbenachrichtigungen deaktivieren.

Übrigens sollen auch Huawei-Smartphones ohne Google Play Services die Tracing-Funktion erhalten. Hier arbeitet Google mit Huawei zusammen, um eine Lösung zu finden.

Deine Technik. Deine Meinung.

30 KOMMENTARE

  1. Avatar Staatsfeindnummer 1

    Herzlichen Glückwunsch im Überwachungsstaat….

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  2. Avatar Hubertus Hassmeister

    Lächerliches Konzept! Wer macht sich bitteschön freiwillig zu einem *Aussätzigen*, damit andere vor ihm flüchten? Masochisten? LOL!
    #VivaCorona #VirusNaturesSavior

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  3. Avatar Simon

    Erst einmal den Artikel richtig lesen und verstehen.
    Dann einen Kommentar schreiben…
    Es geht hier anonymisierte Daten und Warnungen.
    Ich halte es klar für eine wichtigen Schritt.

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    • Avatar Uwe

      Hmmm … und wie sieht es mit dem Missbrauch der Schnittstelle aus? Wie sieht es mit dem Missbrauch der Daten aus, wie man sich gewiss denken kann dürften viele Informationen für Krankenkassen, Unternehmen im Bereich Gesundheitsvorsorge, mit statistischen Erhebungen betraute Unternehmen, ganz allgemein Unternehmen die gezielt Werbung absetzen wollen, Kriminellen und Behörden von großem Interesse sein.
      Wir sollten doch schon gelernt haben, dass Behörden die DSVGO einen feuchten Kehrricht interessieren.
      Bitte denken Sie da an die Weitergabe von Gesundheitdaten von den Gesundheitsämtern an die Polizei. Ich hätte mit der APP relativ wenig Probleme, wenn ein Missbrauch auch entsprechend verfolgt und geahndet würde, besonders bei Behörden und Beamten.

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      • Timo Brauer Timo Brauer inside digital Team

        Bisher ist nichts über einen Missbrauch der Schnittstelle bekannt. Auch wenn man eine der freiwilligen Tracking-Apps installiert, wird ja nur aufgezeichnet, welche Nummer sich in der nähe einer anderen Nummer aufgehalten hat. Diese Nummern ändern sich regelmäßig und sollten daher keinen Rückschluss auf Personen zulassen. Auch die Weitergabe von einem positiven Testergebnis in der App erfolgt manuell und freiwillig. Von daher sehe ich die Gefahr von einem Datenmissbrauch als eher gering.

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  4. Avatar Martin

    Und wie bekomme ich diese Schnittstelle wieder los? Flashen?

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    • Timo Brauer Timo Brauer inside digital Team

      Unter iOS: Einfach das Update nicht laden oder ein Downgrade auf die vorherige Version durchführen. Ist aber nicht zu empfehlen, da auch Sicherheitslücken bei dem Update geschlossen wurden.
      Bei Android gar nicht.

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  5. Avatar NDX

    Die ersten 10 Windräder sind die schwierigsten, die folgenden 200 nur reine Formalität. Verstehen nur die, die mehr als den Beitrag verstehen…

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  6. Avatar jens

    ja wie nett eine schnittstelle… fein für bockdoors
    auch ohne mein wissen worde es klammheimlich auf mein handy installiert obwohl ich alle updates ausgeschaltet hatte ist es drauf

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  7. Avatar Monika Schüssler

    Als ich das sah, das Corona-Tracing auf mein Handy installiert ist. Habe ich sofort mein gutes altes Nokia Tasten Handy wieder raus geholt. Das Smartphone bleibt vorerst deaktiviert.

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    • Timo Brauer Timo Brauer inside digital Team

      Bisher ist es nur eine Schnittstelle, um eine Tracing-Funktion zu ermöglichen.

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      • Avatar Uwe

        Stimmt, ist auch inaktiv.
        Frage, wie kompliziert ist es wohl diese Schnittstelle mit einem weiteren Update zu aktivieren? Wie kompliziert dürfte es sein auch unfreiwillig zum „Daten-Organspender“ für Herrn Spahn zu werden? Nicht sehr.

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  8. Avatar Jokel

    1884 nur alles für den Bürger wie immer bei so ein Virus Hoax direkt aus dem Wahrheitsministerium. Achso ja und 2022 erwartet uns die Zwangsimpfung direkt aus Brüssel

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    • Avatar Jokel

      1984 sorry

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  9. Avatar Nordman

    Unter Android kann man die Google Play Dienste App auf Werkseinstellungen zurücksetzen, damit wird die Corona Software gelöscht!

    Ansonsten mal abwarten was die Rootingszene dazu sagt 😉

    https://youtu.be/0lvqZbsrJaU

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    • Avatar pippi

      Danke

      Antwort
  10. Avatar Peter Schirmbeck

    Das sind doch alles bloß Verschwörungstheorien….

    Antwort
  11. Avatar Jim Panse

    Ich hab die Schnittstelle deaktiviert. Unter Android10 einfach die App google play Dienste auf Werkseinstellung zurückgesetzt…

    Antwort
  12. Avatar Uwe

    Nun denn, nach einigen Posts.
    Für mich gibt es reichlich Bedenken gegen die RKI App.
    1) Diese App wurde auf die schnelle von Amateuren zusammen gezimmert.
    Wie nicht anders als zu erwarten wurde gleich zu Anfang von „Hackern“ nachgewiesen, dass die App mehr als schlampig konstruiert ist und nicht im Geringsten den Datenschutzbestimmungen entspricht
    2) Alleine das der Vorschlag, die Idee oder wie man es auch immer bezeichen will von einen Minister, dessen Ideen bisher immer ins Leere gelaufen sind, Organspende usw., stimmt mich misstrauisch. Nahe zu alle Ideen wurden der Lächerlichkeit preisgegeben. Dieser Mensch möchte aber auch gerne mal ein Fleißkärtchen haben.
    3) es gibt keinerlei Garantien, keine Möglichkeit gegen Missbrauch vorzugehen.
    Es gibt keinen der Verantwortung für möglichen Missbrauch übernimmt.

    Diese Gründe sind für mich Grund genug meine Telefon zu Hause zu lassen.
    Lieber digitaler Neandertaler als gefährdeter HeiTäk Narr.

    Leute denkt weiter. Mögen die Intentionen gut sein, mag die Anwendung wirklich helfen, was passiert bei Missbrauch durch Google? Durch Behörden?
    Mir ist der Tage ein sehr interessanter Artikel in die Hände gefallen, in dem wird beschrieben wie ein Poliziste sich über ein KFZ Kennzeichen und einigen Abfragen den Lebenslauf einer Frau besorgt hat um sich ihr zu näheren.
    Folgen? Kaum. Ich meine damit es hatte keine wirklichen folgen, er macht weiter fröhlich seinen Dienst.
    Ich hätte nichts gegen die App wenn es eine Garantie dafür gäbe, dass alle (ich meine wirkliche ALLE) an einem Missbrauch beteiligten Personen nach dem sie aufgeflogen sind derartig belangt werden, dass sie sich nie wieder davon erholen.

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  13. Avatar Thomas

    Ich habe die Schnittstelle ebenfalls unter den Google Play Services auf Werkseinstellungen zurückgesetzt.
    Nur funktioniert leider seitdem auch Android Auto nicht mehr (schwarzes Bild) !?
    Gibt es da eine Abhilfe dafür ?

    Antwort
    • Timo Brauer Timo Brauer inside digital Team

      Mal davon abgesehen, dass über die Google Play Services auch wichtige Sicherheits-Patches ausgeliefert werden, stecken darin nunmal auch andere Schnittstellen für andere Apps und Dienste die dann eben nicht mehr funktionieren. Generell ist die Panik hier völlig unbegründet. Die im System eingebaute API ist lediglich eine Schnittstelle, die als Grundlage für entsprechende Programme genutzt werden kann. Diese Apps müssen aber manuell heruntergeladen und aktiviert werden. Außerdem geht es hier lediglich um Bluetooth und nicht um GPS oder andere Ortungsdienste.
      Ob man dann freiwillig eine Tracing-App installiert, ist eine andere Frage. Google und Apple bestehen übrigens darauf, dass die Installation freiwillig geschieht. Länder die ihre Bürger zwingen würden die App zu installieren, dürfen mit ihrer App die Schnittstelle gar nicht verwenden.

      Antwort
  14. Avatar Daniel

    Zum Glück bei Apple das Update nicht durchführen, wieder einmal ein Beweiss was Google einfach macht. Der Trend zur Diktatur geht weiter.
    Die beste Idee hier was das mit dem alten Nokia Handy. Das wird für mich auch in Frage kommen wenn Apple den Schrott nicht lässt.
    Alles für eine Pandemie die keine ist, und aus gefälschten Zahlen besteht……. traurig sowas, das wir uns das gefallen lassen müssen. Welcome DDR 2.0

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  15. Avatar Mike

    Auf meinem Huawei Mate 30 pro ist bisher nichts drauf
    Meine Frau hat es aber auf ihrem P30 Pro schon
    Mal sehen oh es Huawei auch auf die neuen Handys heimlich packt

    Antwort
  16. Avatar Fritzi

    DIe Frage ist, wie Google die Schnittstelle installieren konnte. Ich und viele andere haben alle automatischen Updates abgeschaltet, und auch alle Dienste unter google deaktiviert.
    Ich frage mich, was die DSGV dazu meint….
    Wenn diese Installation möglich war, werden mit gro0er Sicherheit auch andere Installationen möglich sein.
    Das ist krass.

    Antwort
    • Timo Brauer Timo Brauer inside digital Team

      Das ist nicht die erste Schnittstelle, die Google so verteilt. Anderes wäre es nicht möglich Apps mit neuen Funktionen unter alten Android-Versionen zum laufen zu bringen. Aber es ist ja nur eine Schnittstelle die eine Funktion ermöglicht. Nutzen lässt sich das Tracing jedoch ohne passende App nicht. Daher hat das auch nichts mit Datenschutz und der DSGVO zu tun.
      In der Theorie wäre Google jedoch auch in der Lage Apps zu installieren. So haben Googles Pixel-Smartphones beispielsweise vor ein paar Wochen automatisch die Pixel-Buds App installiert bekommen.

      Antwort
  17. Avatar Andy

    Mittlerweile ist nicht mehr covid19 das Virus, sondern die hinterf….ge Art der Bevölkerung Reglementierungen und sonst illegitime Sachen dauerhaft unterzuschieben, die in einer Nicht-Krise völlig undenkbar und kriminell wären. Das wird später, nach der Krise, noch massiv für Ärger sorgen…und zurecht.

    Antwort
  18. Avatar lupin.chen

    Und? Wenn Google Player Dienste auf wekseinstellungen zurückgesetzt sind, bleiben sie es auch? Oder Aktualisieren Sie sich selbsttätig?

    Antwort
  19. Avatar MissesX

    Propagandaartikel. Schade…

    Antwort
    • Timo Brauer Timo Brauer inside digital Team

      Wenn du lieber Verschwörungstheorien und sinnlose Panikmache hören möchtest, findest du bestimmt passende Facebook oder Telegram-Gruppen 😉

      Antwort
  20. Avatar Michael

    Es ist eine frechheit ohne meine zustimmung diese Schnittstelle, die Google so verteilt auf mein handy zu installieren.Und das ist keine Verschwörungstheorien

    Antwort

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