Adobe rät Nutzern seinen Flash Player umgehend zu deinstallieren - das ist der Grund

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Auf seiner Website rät Flash Player-Entwickler Adobe aktuell dazu, die Software „umgehend“ zu deinstallieren – und zwar nicht nur vorübergehend. Der Grund hierfür ist ernster und vor allem langfristiger als eine simple Sicherheitslücke. Doch es gibt auch einen Lichtblick.
Flash Player
Adobe Flash PlayerBildquelle: Adobe

Der Adobe Flash Player sorgte während der Anfänge des kommerziellen Internets dafür, dass multimediale Inhalte auf Websites einfach eingebettet werden konnten. Heute gibt es wohl kaum einen jungen Erwachsenen, der sich früher nicht die Zeit mit Flash-Spielen direkt im Browser vertrieben hat. Doch diese Zeiten sind nun endgültig vorbei. Adobe zieht einen Schlussstrich.

Flash Player verbleibt nur noch als Erinnerung

Am 31. Dezember 2020 stellte Adobe die technische Unterstützung seines Flash Players ein. Das bedeutet grundsätzlich, dass die Software nicht mehr weiterentwickelt wird und die weitere Nutzung somit mit einem Sicherheitsrisiko einhergeht. Doch wer dieses Risiko bewusst eingehen möchte, hat ebenfalls nicht mehr allzu viel Zeit dafür. Denn Adobe kündigte an, Flash-basierte Inhalte bereits ab dem 12. Januar 2021 zu blockieren – „zum Schutz der Systeme von Anwendern“. Das Support-Ende wirkt auf den ersten Blick recht abrupt, doch tatsächlich kündigte Adobe es bereits im Juli 2017 an.

Der Grund für diese Entscheidung ist simpel: Im Laufe der Zeit wurden unabhängige Browser-Standards wie HTML5, WebGL und WebAssembly als Alternative zur Adobe-Software geschaffen. Anschließend betteten Browser-Anbieter diese in ihre Systeme ein und deaktivierten andere Plug-ins wie den Adobe Flash Player – zumal der Flash Player oftmals durch gravierende Sicherheitslücken auffiel.

Adobe empfiehlt Deinstallation – so geht’s

Für Anwender des Flash Players hat Adobe nur eine einzige, „dringende“ Empfehlung: Sie sollen den Player zum Schutz ihrer Systeme „umgehend“ deinstallieren. Andernfalls verbleibt die Software auch nach dem Support-Ende auf dem System, stellt dann jedoch nur noch ein Sicherheitsrisiko dar.

Wenn du den Flash Player deinstallieren möchtest, musst du schlicht auf eine entsprechende Aufforderung des Players warten und anschließend auf „Deinstallieren“ klicken. Alternativ kannst du den Flash Player auch aktiv aus dem System entfernen. Der wohl einfachste Weg ist es, ein spezielles Adobe-Deinstallations-Programm für Windows oder Mac herunterzuladen und auszuführen. Dabei musst du darauf achten, dass du die Web-Browser zuvor jeweils geschlossen hast.

Manche Flash-Spiele werden gerettet, andere vergehen

Das Ende des Flash Players mag zwar das Ende einer Ära sein, aber es ist nicht das Ende von nostalgischen Flash-Spielen. So hat das Internet Archiv bereits im November 2020 angekündigt, Flash-Spiele und -Animationen zu konvertieren und in das eigene System aufzunehmen. Ein Flash Player-Plug-in wird dann nicht mehr benötigt werden.

Ein weiteres, beliebtes Spiel ist ab sofort dagegen nicht mehr nutzbar: FarmVille. Und das wird sich auch in Zukunft nicht mehr ändern, wie der Hersteller selbst bekannt gab. Alle im Spiel getätigten Käufe verfallen. Doch zumindest gibt es bereits mit „FarmVille 2: Tropic Escape“ eine gute Alternative.

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3 KOMMENTARE

  1. Es geht nicht nur um Spiele mit swf-Dateien, sondern auch um Programme wie „Sprachen lernen 24“. Die sind dann auch nicht mehr nutzbar, nehme ich an. Bei LibreOfiice gibt es Unterverzeichnisse mit dem Namen „swform“. Auch das sieht nach einer Nutzung des Flashplayers aus. Und bei meinem HP LaserJet P1100 habe ich ebenfalls swf-Dateien gefunden. Und dann noch bei Acer Arcade Deluxe (Musik, Fotos, DVDs). Genauer gesagt: „Search Everything“ hat die Dateien gefunden. Sie sehen mein Problem? Ich gehe davon aus, daß nicht nur ich es bin, der da ein Problem mit der Löschung des Flash Players hat. Ansonsten ist die Anleitung zur Deinstallation absolut professionell. Vielen Dank dafür. Mich würde die Raktion anderer Nutzer interessieren.

  2. Flash ist gestorben, weil die Werbeindustrie den Hals nicht voll genug bekommen konnte, und nervige Werbung mit ihm überall abspielte. Daher haben die Leute ihn zuerst deaktiviert und dann deinstalliert.
    Heute kommt derselbe Mist mit HTML5. Die Gier der Marketingidioten ist ungebremst, wie man an den Millionen von Trackern sieht, denen man heut zu tage bei jedem WebSeiten Besuch zustimmen soll.

  3. Flash ist gestorben, weil es genug Alternativen gibt und das Ding notorisch unsicher war. Werbung hat damit nichts zu tun. Die sorgt dafür, dass die Betreiber der Seiten ihre Kosten decken können. Sonst wäre es vorbei mit dem kostenlosen Internet.

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