ADAC urteilt: So gefährlich sind billige E-Bikes

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E-Bikes gibt es immer wieder im Angebot, vor allem bei Discountern wie Lidl, Aldi und Co. Teilweise sind auch E-Lastenräder darunter. Wie immer stellt sich die Frage: Müssen gute Räder teuer sein? Das hat der ADAC sich nun genauer angesehen.
Zwei voll beladene E-Lastenräder
ADAC urteilt im Test schlecht über E-Lastenräder.Bildquelle: Mark Stosberg/Unsplash

E-Bikes dominieren beinahe das Straßenbild, zumindest dann, wenn man auf Fahrradwege schaut. Immer mehr Menschen steigen dabei auch auf E-Lastenräder um – die Gründe sind vielfältig. Etwa, weil man sich die Lastenfahrräder bezuschussen lassen kann. Oder auch, um vom Auto loszukommen und somit nicht nur Güter, sondern auch Kinder zu transportieren. Vor allem hinsichtlich letzterem ist es umso wichtiger, dass die Lastenräder sicher sind. Der ADAC hat verschiedene Modelle auf ihre Tauglichkeit geprüft und ein erschreckendes Fazit gezogen: Viele, vor allem preisgünstige E-Lastenräder, sind gefährlich.

E-Lastenräder: Das ist das Testfazit des ADAC

Im Test fanden insgesamt fünf E-Lastenräder Berücksichtigung, unter denen sich günstige sowie auch hochpreisige Modelle befanden. Dabei schaute der ADAC besonders darauf, wie gut und sicher sich Kinder mit den Fahrrädern transportieren lassen. Als Gewinner gehen die zwei teuersten E-Lastenräder hervor. Das Chike e-kids schloss mit einer Bewertung von 2,1 ab und überzeugte primär durch eine wendige sowie direkte Lenkung, aber auch durch die Ausstattung der Transportbox. Auch das generelle Fahrverhalten des Modells und die Bremsen machten einen guten Eindruck.

Direkt auf Platz 2 landete das teuerste E-Lastenrad von Butchers & Bicycles, das MK1-E-Automatik. Hier lautete die Endnote 2,4. Abzüge gab es laut ADAC vorrangig aufgrund der weniger agilen Fahrweise im Vergleich zum Chike e-kids. Dennoch zeichnete sich auch das MK1-E Automatik durch gute Bremsen, eine kurze Ladezeit von nur 3,5 Stunden und einen ausdauernden Motor aus. Die Ausstattung ist zudem hochwertiger.

Gut zu wissen: Beide Testsieger bieten eine Neigetechnik, die primär in Kurven wichtig respektive praktisch sind.

Schlechte Nachrichten für Sparfüchse

Die günstigeren E-Lastenräder schnitten durch die Bank mit „mangelhaft“ oder nur „befriedigend“ ab. Der Grund dafür liegt vorrangig an der schlechten Bremsleistung, die zu Lebensgefahr führen kann. Gerade bei solch schwer beladenen Rädern sei dies essenziell. Dadurch fiel das Vogue Carry 3 mit der schlechtesten Bewertung durch, sodass der ADAC so weit geht, vor dem Modell zu warnen. Hinzukommt, dass auch die Beleuchtung sowie die lange Akku-Ladezeit von 7,5 Stunden negativ auffielen.

Die weitverbreitete Marke Babboe e-family (3,3) und das Modelle Nihola e-family (3,0) siedelten sich im Mittelfeld mit der Testwertung „befriedigend“ an. Das Nihola E-Lastenrad etwa liegt mit einer Ladezeit von acht Stunden sogar noch hinter dem Verlierer von Vogue.

So testet der Automobilclub

In dem Test hat der ADAC sich neben der Sicherheit und Verarbeitung der Testgeräte auch die Kategorien „Fahren“, „Antriebssystem und Motor“, „Handhabung und Komfort“ und „Schadstoffe“ angesehen.

Käufern rät der Automobilclub, vorab Probefahrten zu unternehmen und zu prüfen, mit welchem Lenksystem man am besten zurechtkommt. Außerdem sollte ein Kaufkriterium die persönliche Anforderung an das E-Lastenrad sein – spricht, was man mit dem Fahrrad unternehmen oder transportieren möchte.

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