700-MHz-Frequenzen bei der Telekom: So geht es weiter

3 Minuten
Vergangene Woche hat die Deutsche Telekom bekannt gegeben, noch in diesem Jahr Frequenzen um 700 MHz für den LTE-Einsatz nutzen zu wollen. Dem muss nun die Bundesnetzagentur zustimmen. Doch die Inbetriebnahme kann dann nicht per Knopfdruck erfolgen.
Ein Mobilfunksender im ländlichen Raum
Bildquelle: Thorsten Neuhetzki / inside handy

Die Telekom bezeichnet die Frequenzen um 700 MHz als einen „wichtigen Baustein zum Ausbau des schnellen mobilen Internets in Deutschland.“ Bis Mitte 2019 hofft sie auf die Nutzung der Frequenzen. Doch bis dahin ist für die Telekom noch einiges zu tun.

Zunächst einmal muss nun die Bundesnetzagentur der Nutzung zustimmen und die Frequenzen offiziell zuteilen. Zwar hat die Telekom die 2×10 MHz Spektrum des fraglichen Frequenzbereiches bereits 2015 ersteigert, doch schon damals war klar, dass eine Nutzung nicht vor 2019 möglich sein wird. Der Grund: Bislang sendete DVB-T auf den Frequenzen. In den Ballungszentren sind die Fernsehsender schon seit einigen Jahren auf DVB-T2 und andere Frequenzen gewechselt. Doch noch immer gibt es DVB-T in Deutschland – und das auch im fraglichen Frequenzbereich zwischen 694 und 790 MHz. Erst im Mai 2019 ist geplant, dass der letzte Sender abgeschaltet wird.

Frequenzen sind auch in anderen Ländern belegt

Ab Mai also stören die Fernsehsender aus Deutschland die künftigen Mobilfunk-Frequenzen nicht mehr. Doch auch im benachbarten Ausland nutzen Fernsehsender die Frequenzen noch. Die Schweiz will die Sender immerhin im Juni abschalten. Ein Problem könnte nach Darstellung der Telekom Polen sein. Hier habe Deutschland noch keine Vereinbarung zur Grenzkoordination treffen können. Die Grenze zwischen Deutschland und Polen ist mehr als 450 Kilometer lang. Auf deutscher Seite finden sich mit Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen weitläufige ländliche Regionen, in denen die Nutzung der Frequenzen enorm sinnvoll wäre.

Funklöcher in Deutschland: Diese Orte trifft es am schlimmsten

Sobald der Telekom die generelle Genehmigung der Bundesnetzagentur vorliegt, müssen die Funknetzplaner der Deutschen Telekom einen Plan aufstellen, welche Sendestandorte die Frequenzen nutzen sollen. Für jeden der Standorte muss die Telekom dann eine eigene Genehmigung bei der Bundesnetzagentur beantragen. In der Vergangenheit war seitens der Netzbetreiber oftmals zu hören, dass dieses Verfahren nicht gerade schnell geht. Dennoch ist diese Vorgangsweise bei jeder Frequenzänderung an einem großen Sendestandort notwendig.

Nutzung bei modernen S-RAN-Anlagen leichter

Einen Teil der Sender im Netz hat die Telekom für die neuen Frequenzen zumindest schon vorbereitet.  Dabei handelt es sich um Standorte mit sogenannter Single-RAN-Technik (S-RAN), mit der Netzbetreiber deutlich flexibler Kapazitäten und Funkstandards verwalten können. Dank dieser Technik kann die Telekom auch schon bisherige GSM-Frequenzen um 900 MHz zu LTE-Freqenzen machen. „Die S-RAN-Hardware unterstützt generell 700 MHz“, bestätigt die Telekom gegenüber inside handy.

„Allgemein wird eine Technologie bedarfsorientiert bzw. auflagenorientiert ausgebaut damit Bedarf und Investition zusammenpassen“, heißt es auf Nachfrage weiter. „Für 700 MHz müssen daher situationsabhängig Hochfrequenzverstärker und Antennen aufgebaut werden.“ Bei Sendestandorten, die nicht mit S-RAN-Hardware funktionieren, würde eine eigene Einheit notwendig.

Deine Technik. Deine Meinung.

Und was sagst du?

Bitte gib Dein Kommentar ein!
Bitte gibt deinen Namen hier ein

geschützt durch reCAPTCHA Datenschutzerklärung - Nutzungsbedingungen

VERWANDTE ARTIKEL