5G-Ausbau ohne Huawei: Telekom überdenkt Strategie mit Blick auf US-Fusion

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Der Widerstand gegen den chinesischen Hersteller seitens der USA und anderen Ländern könnte erste Früchte tragen. Unter anderem die Deutsche Telekom will ihre Strategie „überdenken“. Auslöser könnte die geplante Fusion von T-Mobile und dem Mobilfunkanbieter Sprint in den USA sein. Derweil gibt es erste Stimmen, die sich gegen einen Huawei-Boykott aussprechen.
Deutsche Telekom Gebäude
Bildquelle: Deutsche Telekom

Die Eskalation zwischen dem chinesischen Unternehmen Huawei und den USA spitzt sich zu. Nachdem in den vergangenen Wochen regelmäßig Bedenken gegen den Handy-Hersteller seitens der Vereinigten Staaten und anderen Ländern geäußert wurden, könnten sich nun die ersten Mobilfunkanbieter offen gegen Huawei stellen.

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So berichtet die Nachrichtenagentur Reuters, dass sich das französische Unternehmen Orange gegen den chinesischen Anbieter von 5G-Technologie entschied: „Wir werden beim 5G-Ausbau nicht mit Huawei zusammenarbeiten“, so der Chef von Orange, Stephane Richard, gegenüber Reuters. Das Unternehmen möchte auch weiterhin mit seinen traditionellen Partnern, Nokia und Ericsson, kooperieren. Huawei selbst bestätigte diese Aussage, gab jedoch zu erkennen, dass man mit Orange außerhalb von Frankreich zusammenarbeitet und davon ausgeht, dies auch in Zukunft zu tun.

Telekom „überdenkt“ 5G-Ausbau mit Huawei und das ist der Grund

Auch die Deutsche Telekom sprach sich kritisch gegenüber dem 5G-Ausbau mit Huawei aus. „Wir werden unseren Beschaffungsprozess überdenken“, teilte ein Sprecher des Unternehmens mit. Damit positioniert sich der Bonner Mobilfunkanbieter klar gegen Wirtschaftsminister Peter Altmaier. Er sagte gegenüber Reuters, dass es keinen generellen Verdacht gegenüber einzelnen Unternehmen gibt. Ähnlich sieht es auch der Chef des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), Arne Schönbohm: „Für so gravierende Entscheidungen wie einen Bann braucht man Belege“, sagte er in einem Interview mit dem Spiegel. Diese gäbe es aktuell aber noch nicht.

Hintergrund für die Zurückhaltung der Telekom könnte die geplante Fusion der US-Marke T-Mobile mit dem Konkurrenten Sprint sein. Dieser Zusammenschluss stand lange auf der Kippe, ein Verzicht auf Huawei-Technologie könnte jedoch das Zünglein an der Waage sein. Das meldet ebenfalls die Nachrichtenagentur Reuters mit Verweis auf eine Insider-Quelle. Demnach habe die US-Regierung die Telekom dazu aufgefordert, die Technik des chinesischen Herstellers nicht mehr zu benutzen. Im Gegenzug könnte die Fusion zwischen T-Mobile und Sprint schon kommende Woche vom zuständigen Komitee durchgewunken werden.

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Andere deutsche Mobilfunkanbieter bleiben Huawei derweil treu. Unter anderem Vodafone und auch Telefónica werden weiterhin mit dem chinesischen Hersteller zusammenarbeiten, heißt es.

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